Poppo II.                                                  Bischof von Würzburg (961-983)
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    -21./22.7.983
 

Sohn des NN; Neffe des Bischofs Poppo I. von Würzburg
Nach Hans Constantin Faußner Sohn der  Kunigunde, der Schwester von Erzbischof Heinrich I. von Trier und Bischof Poppo I. von Würzburg
 

Althoff Gerd: Seite 209,312
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"Adels- und Königsfamilien im Spiegel ihrer Memorialüberlieferung"

                                                                B  83

Me:     21./22.7.   Poppo eps    + 983 Würzburg

(Es.)  Im Merseburger Necrolog ist am 21. und 22. Juli der gleiche Bischof verzeichnet.
Zu den Unsicherheiten bei der Eintragung der Ergänzungs-Schicht auf fol. ev und 4r, wo eine Anzahl von Doppeleinschreibungen zu verzeichnen sind, siehe oben Seite 152.
Poppo II. war mit den OTTONEN verwandt, OTTO II. nennt ihn seinen nepos (D O II., Nr. 132 und 208). Er wird ebenso als proximus seines Vorgängers Poppo bezeichnet, der ein Bruder des Trierer Erzbischofs Heinrich gewesen ist. Die Bischöfe stammen wohl aus dem Geschlecht der Grafen im Grabfeld, die Nachfahren der älteren BABENBERGER waren; zu seiner Verwandtschaft und Tätigkeit vgl. Wendehorst, Würzburg, Seite 63 und FW B 65.
Zum Todesdatum Poppos vgl. Wendehorst, Würzburg, S. 66f; Schmale, Würzburg, S. 642; Dümmler, Merseburger Todtenbuch, S. 252 gibt fälschlich 984 als Todesjahr an.


Glocker Winfrid: Seite 352
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"Die Verwandten der Ottonen und ihre Bedeutung in der Politik"

Bischof Poppo II. von Würzburg war nach dem Zeugnis des Continuator Reginonis ein "proximus" seines Amtsvorgängers Poppo I. Weiterhin ist Poppo II. in den D O II. 132 und 208 als "nepos" Kaiser OTTOS II. bezeugt. Die Belege für Bischof Poppo II. hat Wendehorst, Würzburg, zusammengestellt.
Eine genealogische Tafel der älteren BABENBERGER, die auch deren Verwandtschaft mit den OTTONEN erläutert, findet man bei Geldner, Beiträge (Falttafel am Ende des Bandes).


Finckenstein Finck von: Seite 151
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"Bischof und Reich"

Die Anwesenheit OTTOS I. beim Tode Poppos I. hat wohl eine schnelle Neubesetzung des Würzburger Bischofsstuhles ermöglicht. Nachfolger des Verstorbenen wurde, wie schon angedeutet, proximus suus Poppo, also ein naher Verwandter, vielleicht ein Bruder-Sohn.
Auch Poppo II. (961-983) ist vielleicht schon vor seiner Erhebung Domherr in Würzburg gewesen. Obwohl nicht Mitglied der Hofkapelle, dürfte Poppo II. seine Promotion der Förderung durch seinen verwandten Vorgänger, vor allem aber seiner Verwandtschaft mit den OTTONEN verdankt haben. Auch an ihm wird das System der familiären Bindung in der Besetzung wichtiger Positionen sichtbar, das in der Innenpolitik des Königs eine so wichtige Rolle gespielt hat.
In welchem Umfang OTTO I. Poppo II. in die Reichspolitik einbezogen hat, ist nicht mehr voll erkennbar. An den Italienzügen des Kaisers scheint er teilgenommen zu haben. Während des Aufenthaltes OTTOS I. zwischen dem zweiten und dritten Italienfeldzug in Deutschland 965/66 intervenierte Poppo II. zusammen mit der Kaiserin Adelheid und Markgraf Gero zugunsten des Magdeburger Moritzklosters, an dessen Errichtung und Ausstattung schon sein Vorgänger Burchard II. mitgewirkt hatte. Vielleicht gleichzeitig erhielt die Würzburger Kirche ein Immunitätsprivileg. Beide Vorgänge sind Zeugnisse enger politischer Zusammenarbeit des Bischofs mit der Reichsspitze, die in den letzten Lebenswochen OTTOS I. noch einmal deutlich zum Ausdruck kommt, als Bischof Poppo II. als Mitglied einer vom Kaiser zur Visitation des Klosters St. Gallen abgeordneten Kommission berufen, und damit auch über Franken hinaus in Schwaben tätig wurde. Wenige Monate zuvor, im September 972, hatte der Bischof an der Nationalsynode  zu Ingelheim teilgenommen.
Unter OTTO II. verstärkte sich dieses besondere Vertrauensverhältnis weiter. Es gelang Poppo II. 974 zusammen mit einem Grafen Gebhard eine Verschwörung Heinrichs von Bayern mit den Herzögen von Polen und Böhmen gegen den Kaiser zunächst zu verhindern. Als der Aufstand 976 dennoch ausbrach hat sich der Bischof an dessen Niederschlagung beteiligt. 979 hat er wahrscheinlich am Kriegszug OTTOS II. gegen die Slaven teilgenommen. Auch im Ergänzungsaufgebot für Italien im Frühherbst 981 wird Bischof Poppo mit 60 Panzerreitern aufgeführt. Ob er indessen selbst nach Italien zog, ist unbekannt, wenn auch nicht ausgeschlossen, denn auf dem Reichstag zu Verona 983 erhielt das Bistum Würzburg auf seine Bitte und auf Intervention des Hofkapellans Hugo hin eine Schenkung. Wenige Wochen nach diesem Reichstag ist Poppo II. am 22. Juli 983 gestorben.
Über genealogische Verbindungen hinaus, die natürlich auch diesen Bischof, wie schon sein Vorgänger, wegen seiner Zugehörigkeit zur Reichsaristokratie mit anderen Familien derselben verband, lassen sich keine persönlichen Beziehungen in andere Gegenden Deutschlands nachweisen. Deutlich wird allerdings vor allem unter OTTO II. sein Anteil an der Reichspolitik in strikter Loyalität zum Kaiser, der dadurch mit ihm eine feste politische Stütze im fränkischen Gebiet besaß.
 
 
 
 

Literatur:
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Althoff Gerd: Adels- und Königsfamilien im Spiegel ihrer Memorialüberlieferung. Studien zum Totengedenken der Billunger und Ottonen. Wilhelm Fink Verlag München 1984, Seite 49,392 B 83 -
 
 
 
 
 
 


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