Sohn des NN; Neffe des Bischofs
Poppo I. von Würzburg
Nach Hans Constantin Faußner Sohn der Kunigunde,
der Schwester von Erzbischof
Heinrich I. von Trier und Bischof
Poppo I. von Würzburg
Althoff Gerd: Seite 209,312
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"Adels- und Königsfamilien im Spiegel ihrer Memorialüberlieferung"
B 83
Me: 21./22.7. Poppo eps + 983 Würzburg
(Es.) Im Merseburger Necrolog ist am 21.
und 22. Juli der gleiche Bischof verzeichnet.
Zu den Unsicherheiten bei der Eintragung der Ergänzungs-Schicht
auf fol. ev und 4r, wo eine Anzahl von Doppeleinschreibungen zu verzeichnen
sind, siehe oben Seite 152.
Poppo II. war mit
den OTTONEN verwandt, OTTO
II. nennt ihn seinen nepos (D O II., Nr. 132 und 208). Er wird
ebenso als proximus seines Vorgängers
Poppo bezeichnet, der ein Bruder
des Trierer Erzbischofs Heinrich gewesen ist. Die Bischöfe stammen
wohl aus dem Geschlecht der Grafen im Grabfeld, die Nachfahren der älteren
BABENBERGER waren; zu seiner Verwandtschaft und Tätigkeit
vgl. Wendehorst, Würzburg, Seite 63 und FW B 65.
Zum Todesdatum Poppos
vgl. Wendehorst, Würzburg, S. 66f; Schmale, Würzburg, S. 642;
Dümmler, Merseburger Todtenbuch, S. 252 gibt fälschlich 984 als
Todesjahr an.
Bischof Poppo II. von Würzburg
war
nach dem Zeugnis des Continuator Reginonis ein "proximus" seines Amtsvorgängers
Poppo
I. Weiterhin ist Poppo II. in den D
O II. 132 und 208 als "nepos" Kaiser OTTOS II.
bezeugt. Die Belege für Bischof
Poppo II. hat Wendehorst, Würzburg, zusammengestellt.
Eine genealogische Tafel der älteren
BABENBERGER, die auch deren Verwandtschaft mit den OTTONEN
erläutert,
findet man bei Geldner, Beiträge (Falttafel am Ende des Bandes).
Die Anwesenheit OTTOS I. beim
Tode
Poppos I. hat wohl eine schnelle Neubesetzung
des Würzburger Bischofsstuhles ermöglicht. Nachfolger des Verstorbenen
wurde, wie schon angedeutet, proximus suus Poppo, also ein naher Verwandter,
vielleicht ein Bruder-Sohn.
Auch Poppo II. (961-983) ist
vielleicht schon vor seiner Erhebung Domherr in Würzburg gewesen.
Obwohl nicht Mitglied der Hofkapelle, dürfte Poppo
II.
seine Promotion der Förderung durch seinen verwandten
Vorgänger, vor allem aber seiner Verwandtschaft mit den
OTTONEN verdankt haben. Auch an ihm wird das System der familiären
Bindung in der Besetzung wichtiger Positionen sichtbar, das in der Innenpolitik
des Königs eine so wichtige Rolle gespielt hat.
In welchem Umfang OTTO I. Poppo
II. in die Reichspolitik einbezogen hat, ist nicht mehr voll
erkennbar. An den Italienzügen des Kaisers scheint er teilgenommen
zu haben. Während des Aufenthaltes OTTOS
I. zwischen dem zweiten und dritten Italienfeldzug in Deutschland
965/66 intervenierte Poppo II. zusammen
mit der Kaiserin Adelheid und Markgraf
Gero zugunsten des Magdeburger Moritzklosters, an dessen Errichtung und
Ausstattung schon sein Vorgänger Burchard
II. mitgewirkt hatte. Vielleicht gleichzeitig erhielt die Würzburger
Kirche ein Immunitätsprivileg. Beide Vorgänge sind Zeugnisse
enger politischer Zusammenarbeit des Bischofs mit der Reichsspitze, die
in den letzten Lebenswochen OTTOS I.
noch einmal deutlich zum Ausdruck kommt, als Bischof
Poppo II. als Mitglied einer vom Kaiser zur Visitation des Klosters
St. Gallen abgeordneten Kommission berufen, und damit auch über Franken
hinaus in Schwaben tätig wurde. Wenige Monate zuvor, im September
972, hatte der Bischof an der Nationalsynode zu Ingelheim teilgenommen.
Unter OTTO II. verstärkte
sich dieses besondere Vertrauensverhältnis weiter. Es gelang Poppo
II. 974 zusammen mit einem Grafen Gebhard eine Verschwörung
Heinrichs von Bayern mit den Herzögen von Polen und Böhmen gegen
den Kaiser zunächst zu verhindern. Als der Aufstand 976 dennoch ausbrach
hat sich der Bischof an dessen Niederschlagung beteiligt. 979 hat er wahrscheinlich
am Kriegszug OTTOS II. gegen die Slaven
teilgenommen. Auch im Ergänzungsaufgebot für Italien im Frühherbst
981 wird Bischof Poppo mit 60 Panzerreitern aufgeführt. Ob er indessen
selbst nach Italien zog, ist unbekannt, wenn auch nicht ausgeschlossen,
denn auf dem Reichstag zu Verona 983 erhielt das Bistum Würzburg auf
seine Bitte und auf Intervention des Hofkapellans Hugo hin eine Schenkung.
Wenige Wochen nach diesem Reichstag ist Poppo
II. am 22. Juli 983 gestorben.
Über genealogische Verbindungen hinaus, die natürlich
auch diesen Bischof, wie schon sein Vorgänger, wegen seiner Zugehörigkeit
zur Reichsaristokratie mit anderen Familien derselben verband, lassen sich
keine persönlichen Beziehungen in andere Gegenden Deutschlands nachweisen.
Deutlich wird allerdings vor allem unter OTTO
II. sein Anteil an der Reichspolitik in strikter Loyalität
zum Kaiser, der dadurch mit ihm eine feste politische Stütze im fränkischen
Gebiet besaß.
Literatur:
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Althoff Gerd: Adels- und Königsfamilien im
Spiegel ihrer Memorialüberlieferung. Studien zum Totengedenken der
Billunger und Ottonen. Wilhelm Fink Verlag München 1984, Seite 49,392
B 83 -