Sohn des Markgrafen
Heinrich I. von Babenberg und der Judith
von Friaul, Tochter von Markgraf Eberhard
Adalhard geriet bei der 902 gegen die KONRADINER verlorenen Schlacht in Gefangenschaft und wurde, als der in der Schlacht tödlich verwundete KONRADINER Eberhard starb, von dessen Bruder Gebhard enthauptet.
Dümmler Ernst: Seite 109,115
*************
"Die Chronik des Abtes Regino von Prüm"
897
Um dieselbe Zeit entsteht zwischen dem Bischof Rudolf
von Wirziburg und den Söhnen des Herzogs Heinrich, Adalbert,
Adalhard
und
Heinrich,
aus kleinen und sehr geringfügigen Ursachen ein gewaltiger Hader der
Zwietracht und ein Streit voll unversöhnlichen Hasses und wie aus
einem ganz geringen Funken eine ungeheure Feuersbrunst erregt wird, so
vergrößert er sich, von Tag zu Tag zunehmend, ins Unermeßliche.
Und während die über den Adel ihres Blutes, über die zahlreiche
Menge ihrer Verwandten, über die Größe ihrer irdischen
Macht sich über Gebühr erheben, fallen sie sich in gegenseitigen
Metzeleien an, unzählige gehen auf beiden Seiten durch das Schwert
zu Grunde, Verstümmelungen an Händen und Füßen werden
verübt; die ihnen untertänigen Landschaften werden durch Raub
und Feuersbrunst von Grund ais verwüstet.
902
Adalbert mit seinen Brüdern Adalhard
und
Heinrich sammelte eine starke Mannschaft und brach aus der Feste,
die Babenberg [Babenberg (Bamberg)] geheißen wird, gegen die Brüder
Eberhard, Gebehard und Ruodulf hervor, deren wir kurz zuvor gedachten,
um ihnen eine Schlacht zu liefern. Jene halten seinen Angriff mannhaft
aus, durchbrechen die Schlachtreihe mit dem Schwerte, strecken alle nieder,
die ihnen begegnen und lassen nicht eher ab, als bis sie die Schar der
Gegner gezwungen, die Flucht zu ergreifen; in diesem Strauße wurde
Heinrich erschlagen, Adalhard gefangengenommen
und nachmals auf Befehl Gebehards enthauptet. Auch Eberhard fiel in dem
Treffen von vielen Wunden durchbohrt, worauf er nach Beendigung des Kampfes
unter den Leichen der Erschlagenen von den Seinigen aufgefunden und nach
Hause geschafft wird; nach dem Verlaufe weniger Tage stirbt er gleichfalls.
Dümmler Ernst: Band II Seite 520,522
*************
"Geschichte des Ostfränkischen Reiches"
Von einer Beteiligung der Söhne des abgesetzten Markgrafen
Poppo an dem Kampfe der beiden Familien miteinander, ist jedoch
nichts bekannt, als Gegner standen sich vielmehr nur die vier konradinischen
Brüder auf der einen, die drei Söhne des im Jahre 886 vor Paris
gefallenen Heinrich,
Adalbert,
Adalhart
und Heinrich auf der anderen Seite gegenüber. Wir finden die letzteren
sogar mit Egino verbündet, dem Sohne jenes Grafen Egino, der einst
ein so erbitterter Feind ihres Oheims Poppo gewesen war.
Schon unter der Regerung ARNOLFS,
in dessen Urkunden Adalbert oder seine Brüder nicht ein einziges Mal
erwähnt werden, soll der Zwiespalt zwischen diesen und dem sehr beschränkten,
nur durch Hofgunst erhobenen Bischof Rudolf von Wirzburg, Konrads jüngerer
Bruder zum Ausbruche gekommen sein, doch führte ihre Entzweiung, die
durch die Lage der Grafschaften der BABENBERGER
inmitten des Wirzburger Sprengels immer neue Nahrung erhalten
mußte, damals noch zu keiner Störung des öffentlichen Friedens,
oder zu einem Eingreifen der Reichsgewealt. Aus geringfügigen Anlässen
entsprang diese Todfeindschaft: die wahre Ursache des Streites lag darin,
daß so wie keine der beiden Familien der anderen an Adel des Blutes
nachzustehen glaubte, auch keine der andern einen Vorrang an Macht willig
einräumen wollte. Und allerdings war es hohe Zeit, daß die BABENBERGER
gegen ihre Nebenbuhler zu den Waffen griffen, wofern sie nicht von ihnen,
die in Gemeinschaft mit dem Erzbischof Hatto den jungen König ganz
in ihrer Hand hatten, völlig überflügelt werden wollten.
Die lange schon m Verborgenen glimmende Zwietracht schlug
im Jahre 902 in helle Flammen auf [Ob dies Jahr das richtige, möchte
man nach dem Zeugnisse des in der Zeitrechnung so ungenauen Regino noch
bezweifeln, da die Ann. Alamann. (Scr. I, 54) zum Jahr 900 melden: Adalhart
et Heimrich frater eius et Eberhardus bello occisi suunt, dagegen Ann.
Hildesh. (Lamberti) 903 (Scr. III. 50): Eberhart et Adalhart
atque
Heinric occisi sunt; für das Jahr 902 scheint mir aber
auch die nachher anzuführende Urkunde Ludwigs
B.1191 zu sprechen.]. Adalbert, im Bunde mit seinen Brüdern sammelte
ein stattliches Heer, mit dem er von seiner Burg Babenberg aus gegen
die nicht minder gerüsteten Brüder Eberhard, Gebhard und Rudolf
ins Feld rückte, um mit ihnen seine Kräfte zu messen. Diese hielten
mannhaft stand, durchbrachen die feindlichen Reihen mit dem Schwerte und
ruhten nach vielem Blutvergießen nicht eher, als bis sie die BABENBERGER
in die Flucht geschlagen. Der jüngste von ihnen, Heinrich,
wurde in dem harten Strauße erschlagen, Adalhard
geriet in Gefangenschaft, aber auch Eberhard ward von den Seinigen auf
dem Schlachtfelde von vielen Wunden durchbohrt aufgefunden und nach Hause
geschafft, wo er gleichfalls nach wenigen Tagen starb. Zur Sühne wahrscheinlich
für diesen schmerzlichen Verlust fiel auf Gebhards Befehl das Haupt
des gefangenen Adalhard und Adalbert
blieb als Rächer dieses Frevels und seiner getöteten Brüder
übrig.
Literatur:
-----------
Dümmler Ernst: Die Chronik des Abtes Regino
von Prüm. Verlag der Dykschen Buchhandlung Leipzig Seite 109,115
- Dümmler Ernst: Geschichte des Ostfränkischen Reiches.
Verlag von Duncker und Humblot Berlin 1865 Band II Seite 520,522 - Holtzmann
Robert: Geschichte der sächsischen Kaiserzeit. Deutscher Taschenbuch
Verlag München 1971 Seite 40 - Riche Pierre: Die Karolinger.
Eine Familie formt Europa. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co.
KG, München 1991 Seite 268 - Schnith Karl Rudolf: Mittelalterliche
Herrscher in Lebensbildern. Von den Karolingern zu den Staufern. Verlag
Styria Graz Wien Köln 1990 Seite 93,105 -