Sohn des Markgrafen
Heinrich I. von Babenberg aus seiner 1. Ehe mit der Judith
von Friaul, Tochter von Markgraf Eberhard
Bosl’s Bayerische Biographie: Seite 4
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Adalbert, ostfränkischer Graf
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+ 9.9.906
Theres (heute Obertheres)
Vater:
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Heinrich, Heerführer Kaiser
KARLS III. (+ 886)
Mutter:
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(sagenhaft) Baba, Schwester König
HEINRICHS I.
oo Brunhilde von Schwaben
Aus dem Hause der sogenannten älteren
BABENBERGER (POPPONEN).
Inhaber der Grafschaften im Grabfeld, Gozfeld, Tullifeld,
Saalegau, Volkfeld und vielleicht auch im Iffgau.
Gegenspieler der hessisch-rheinfränkischen KONRADINER
im Kampf um herzogartige Stellung in Franken.
897 Beginn des Entscheidungskampfes zwischen beiden Familien.
903 Verlust einiger Güter durch Fürstenspruch
zu Forchheim.
906 Sieg bei Fritzlar; Tod Konrads, des Vaters König
KONRADS I.
906 in Vollzug der Reichsacht enthauptet. Ausgang der
Fehde entschied O-Frankens Charakter als Königsland.
Literatur:
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NDB 1, ADB 1; Lex. D. dt. Gesch.
Adalbert von Babenberg
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-9.9.906
Vielleicht ein Vorfahre der österreichischen BABENBERGER.
Adalbert war einer
der bedeutendsten Vertreter im Kampf zwischen den KONRADINERN
und BABENBERGERN um die Vormacht in
Rhein- und Mainfranken. Er überfiel 906 bei Fritzlar seine Gegner
aus dem Hinterhalt und tötete seinen Widersacher Konrad. Daraufhin
wurde er von einem königlichen Heer in seiner Burg Theres (heute
Obertheres bei Haßfurt) überwältigt und enthauptet.
G 114
Me: 9.9. Adelbertus com + 906 'BABENBERGER'
Es handelt sich um den Angehörigen der "alten
BABENBERGER", der 906 wegen Hochverrats während
der Babenberger Fehde hingerichtet wurde; vgl. Dümmler, Geschichte
des ostfränkischen Reiches 3, Seite 542.
Zur Verwandtschaft der LIUDOLFINGER
mit den BABENBERGERN vgl. zuletzt Hlawitschka,
Zur Herkunft der Liudolfinger, Seite 140.
Adalbertgehört
zu dem Personenkreis aus der Zeit, in der das Merseburger Necrolog noch
kein eigenständiges
ottonisches
Familiengedenken,
sondern übernahmen aus älteren Vorlagen spiegelt; vgl. dazu oben
S. 190.
Zur Frage, ob sein Vater Heinrich (+ 886) am 28.8.
ins Merseburger Necrolog eingetragen ist, vgl. Kommentar H 31.
Allg. NDB 1, S. 42; FW G 8; Geldner, Neue Beiträge
zur Geschichte der alten Babenberger, S. 15-20.
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Adalbert, Graf in
Bayern und Franken, war das Haupt der BABENBERGER
im Kampf gegen die KONRADINER. Nach
der Niederlage von 902 wurde auf der Reichsversammlung von Forchheim Gericht
über die BABENBERGER gehalten
und die Güter
Adalhards
und
Heinrichs eingezogen.
Von diesen schenkte König Ludwig
Prosselsheim
und Frickenhausen mit allen Zubehör im Volkfeld, Iffigau, Grabfelde
und Badnachgau an den Bischof Rudolf von Würzburg als Ersatz für
die Verwüstungen in seinem Bistum. Sein Bruder Konrad erhielt den
Gau Gozfeld und das gräfliche Amt der getöteten BABENBERGER.
Adalbert setzte den Kampf gegen die KONRADINER
fort. Er verjagte noch im Jahre 903 Bischof Rudolf aus seinem Bistum Würzburg
und verwüstete die Besitzungen der Würzburger Kirche mit großer
Grausamkeit. Die Witwe des Grafen Eberhard und ihre Söhne nötigte
er, ihre Erbgüter wie ihre Lehen zu verlassen und sich hinter den
Spessart zurückzuziehen. Das ganze östliche Franken scheint sich
demnach trotz König und Reichstag in seiner Gewalt befunden zu haben.
Aus den Jahren 904 und 905 ist nichts vom Einschreiten der Reichsgewalt
gegen
Adalbert bekannt. Im Februar
906 unternahm er einen Einbruch in das Gebiet der KONRADINER,
als der jüngere KONRAD in Lothringen
weilte. Er machte zuerst mit seinen Truppen eine Scheinbewegung gegen Gebhard,
der in der Wetterau stand, die ihren Zweck, diesen zu erschrecken und festzuhalten,
Konrad aber in Sicherheit zu wiegen, vollständig erreichte; dann wandte
er sich so schnell wie möglich gegen diesen um, der ihn bei Fritzlar
in Hessen mit einer zahlreichen Schar von Reiterei und Fußvolk erwartete.
Am 27. Februar 906 errang er über den Grafen Konrad,
der sein Heer in drei Haufen geteilt hatte, einen vollständigen Sieg,
da dessen Fußvolk und die Sachsen des Hessengaus bald die Flucht
ergriffen. Nach diesem Sieg brachte er durch eine dreitägige Verwüstung
der hessischen Landschaft in einer rechtssymbolischen Handlung die Besitzergreifung
von Konrads Gebiet zum Ausdruck. Mit der Kriegsbeute und unermesslichem
Raube kehrte er nebst seinen Gefährten nach Babenberg zurück.
Adalbert wurde zum Juli auf den Reichstag
nach Tribur zur Verantwortung vorgeladen. Da er auf diese Ladung nicht
erschien, wurde gegen ihn ein schwäbisch-fränkisches Heer aufgeboten,
an dessen Spitze König Ludwig
den hartnäckigen Empörer in der Burg Theres am Main belagerte.
Noch während der Belagerung fiel der fränkische Graf Egino vom
Badnachgau, bisher sein unzertrennlicher Gefährte auf allen seinen
Zügen von ihm ab und ging mit seinen Leuten ins königliche Lager
über. Da die Einschließung sich in die Länge zog und seine
Besitzungen rings umher verwüstet wurden, fand er sich zu Unterhandlungen
bereit, die dahin führten, dass der BABENBERGERdie
Tore seiner Burg öffnete, freiwillig und in geringer Begleitung sich
zum König begab und als Schutzflehender seine Verzeihung für
alle von ihm verübten Frevel erbat, indem er Besserung gelobte. Einige
der Seinen aber verklagten ihn bei Ludwig,
dass seine Unterwerfung nicht aufrichtig gemeint sei und dass er die Absicht
hege, nach aufgehobener Belagerung zu seinen Raubzügen zurückzukehren.
Infolge dieser Anzeige wurde er in Gewahrsam gebracht, mit gefesselten
Händen dem Heere vorgeführt und durch das Gericht der großen
Vasallen als Hochverräter zum Tode verurteilt. Alle seine Güter
und Lehen wurden für die Krone eingezogen und durch königliche
Verordnung an andere vornehme Männer verteilt. Am 9. September
906 wurde Adalbert enthauptet.
Mit ihm erlosch der Hauptstamm der BABENBERGER.
Lechner Karl: Seite 40,44
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"Die Babenberger"
Otto von Freising lässt sein väterliches Geschlecht
von einem nobilissimus Francorum comes abstammen, führt es aber nur
bis in die erste Hälfte des 11. Jahrhunderts, auf Markgraf Adalbert
(1018-1055) zurück. Er sagt dazu, dass dieser von jenem fränkischen
Grafen Adalbert abstamme, der 906 hingerichtet wurde.
Es handelt sich um einen Angehörigen jenes fränkischen Hochadelsgeschlechts,
das nach ihrem Hauptsitz auf dem Domberg zu Bamberg als die "alten
BABENBERGER" bezeichnet wird. Sie werden oft nach ihrem Stammvater
Poppo
(+ um 842) POPPONEN
genannt; freilich führt diesen Leitnamen nur der jüngere
Zweig des Geschlechtes, von dem später die Grafen von Henneberg abstammen.
Wir halten es für wahrscheinlich, dass durch eine
Tochter der fränkischen "alten BABENBERGER"
(vermutlich des 906 hingerichteten Adalbert)
eine Verbindung zwischen den beiden Häusern eingetreten ist, so dass
etwa Herzog Arnulf von Bayern mit einer solchen Frau (in 2. Ehe?) verheiratet
war. Damit würde auch der Name Poppo bei einem Sohn Markgraf Liutpolds
erklärt sein. In dieses Haus würde aber auch die Annahme Tyrollers
führen, dass der Großvater der Gattin Markgraf Liutpolds, Graf
Ernst III. von Sualafeld, mit einer Tochter des 906 hingerichteten POPPONEN
Adalbert verheiratet war.
Literatur:
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Althoff Gerd: Adels- und Königsfamilien im
Spiegel ihrer Memorialüberlieferung. Studien zum Totengedenken der
Billunger und Ottonen. Wilhelm Fink Verlag München 1984, Seite 190,413
G 114 - Althoff Gerd: Die Ottonen. Königsherrschaft ohne Staat.
W. Kohlhammer GmbH Stuttgart Berlin Köln 2000 Seite 22,30 - Beumann,
Helmut: Die Ottonen. Verlag W. Kohlhammer Stuttgart Berlin Köln, Seite
25, 30 -
Diwald Helmut: Heinrich der Erste. Die Gründung des
Deutschen Reiches, Gustav Lübbe Verlag Bergisch Gladbach 1994, Seite
119,130,193 - Dümmler Ernst: Die Chronik des Abtes Regino von
Prüm. Verlag der Dykschen Buchhandlung Leipzig Seite 109,115, 117-120
-
Dümmler Ernst: Geschichte des Ostfränkischen Reiches.
Verlag von Duncker und Humblot Berlin 1865 Band II Seite 520-524,537,565,
582 - Hlawitschka Eduard: Lotharingien und das Reich an der
Schwelle der deutschen Geschichte. Anton Hiersemann Stuttgart 1968 Seite
191 - Holtzmann Robert: Geschichte der sächsischen Kaiserzeit.
Deutscher Taschenbuch Verlag München 1971 Seite 40,65,147 - Pohl
Walter: Die Welt der Babenberger. Schleier, Kreuz und Schwert, hg. von
Brigitta Vacha, Verlag Styria, Seite 43-47,55 - Riche Pierre: Die
Karolinger. Eine Familie formt Europa. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH
& Co. KG, München 1991 Seite 268 - Schieffer Rudolf: Die
Karolinger. W. Kohlhammer GmbH Stuttgart Berlin Köln 1992 Seite 197
- Schnith Karl Rudolf: Mittelalterliche Herrscher in Lebensbildern.
Von den Karolingern zu den Staufern. Verlag Styria Graz Wien Köln
1990 Seite 93,105 -