Ältester Sohn des Markgrafen
Wilhelm III. von Montferrata aus seiner 2. Ehe mit der Oda von
Ravenna, Tochter von Stadtgraf Tebald
Lexikon des Mittelalters: Band VI Seite 790
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Mon(t)ferrat, Markgrafen von
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Die Bezeichnung Markgraf "von Montferrat" wird
erstmals Rainer (1100-1135) beigelegt,
der im Gefolge HEINRICHS V. begegnet
und die Zisterzienserabtei S. Maria di Lucedio mit Stiftungen ausstattete.
Er war verheiratet mit Gisela
von Burgund, die Witwe Humberts III. von Savoyen und Schwester
Papst Calixtus' II.
Bresslau, Harry: Band 1 Seite 391-393
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"Jahrbücher des Deutschen Reiches unter Konrad II."
Das Haus der Aledramiden
§ 6. Die Linie der Markgrafen von Montferrat
Den Titel Markgraf von Montferrat
finden
wir zum ersten Mal in einer Urkunde von 1040 gebraucht: "una cum notitia
domini
Ottonis marchionis et comitis suprascripti comitatus et marchio
Montisferatensis" vollzog in diesem Jahre Olderich von Romagnano seine
große oben besprochene Schenkung für das Kloster San Silano.
Dieser Otto wird sonst nie wieder erwähnt und ein alle Zweifel
ausschließender Beweis für seine Zugehörighkeit zu dem
Aledramidischen
Haus läßt sich also nicht führen. Wohl aber
läßt sich eine hohe Wahrscheinlichkeit dieser Annahme dartun.
Denn nicht nur die Haustradition der Markgrafen
von Montferrat, wie sie bei Jacopo d'Acqui und anderen Autoren
des späteren Mittelalters aufgezeichnet ist, leitet das Geschlecht
derselben von Aledram ab, sondern wir haben auch ältere und
gewichtigere Zeugnisse für diesen Zusammenhang. Schon vor der Mitte
des 13. Jahrhunderts redet der Genueser Notar Urso, der die Siege seiner
Vaterstadt über die kaiserliche Flotte besang, den Markgrafen von
Montferrat, der ihr Bundesgenosse war, mit den Versen an:
Stirpis Vastensis lux et generosa propago Nominis excelsi.
Nachdem sodann im Jahr 1305 die männliche
Linie des Hauses MONTFERRAT ausgestorben
war, fand am Hof HEINRICHS VII. von Luxemburg
eine gemeinsame Untersuchung über die Ansprüche der beiden Prätendenten
(Theodor Paläologos, als Sohn
einer Schwester des letzten Markgrafen, und Manfred III. von Saluzzo,
als Haupt der männlichen Linie) statt, bei der die Verwandtschaft
der Häuser von SALUZZO und
MONTFERRAT
ausdrücklich anerkannt wurde. Nicolaus von Butrinto berichtet darüber:
in illo loco (Asti) diligenti et maturo consilio habito de Marchionatu
Montisferrati, cujus esset, invenit quod marchio Saluciarum nullum jus
habebat. Licet autem inter ambos marchiones, qui ejusdem domus fuerant,
fuerit ordinatum per testamenta eorum, quod si unum contingret mori sine
herede, alius succederet, et marchio Montisferrati mortuus fuerit sine
herede, habens unam sororem, unde iste natus est, qui jam marchio est [PALAEOLOGUS],
ratione cujus dicebat se habere jus scilicet matris, quae fuit soro ultimi
marchionis ...; quia tanem in tam nobilibus feodis sororem non succedunt,
nec ordinatio potest fieri aliqua sine consensu superioris, declaratum
fuit ibi regem, quod neuter eorum habebat jus et quod marchionatus devenerat
ad manus dicti regis. Danach wurde also weder die gemeinschaftliche Abstammung
der beiden Häuser von MONTFERRAT
und SALUZZO, noch die Existenz eines Erbvertrages zwischen ihnen,
sondern nur die Gültigkeit des letzteren bestritten, weil er ohne
Genehmigung des Lehnsherren geschlossen sei. Endlich - und wegen seines
Alters verdient dies Zeugnis besondere Beachtung - als 1156 Markgraf
Wilhelm von Montferrat Kloster Grassano beschenkt, daß, wie
wir sahen 961 durch Aledram begründet war, heißt es in
seiner Urkunde darüber: refutationem facimus monasterio, constructo
in castro quod vocatur Gracianum, ... de omnibus rebus illis, quae ab Aleramo,
primero antecessore nostro in marchia, seu a quolibet alio antecessore
nostro de ejusdem Aledrami stirpe descendente,
in jam dicto monasterio collata sunt.
Kommt nun zu diesen drei positiven Angaben hinzu
a) die Tatsache, daß das
Haus MONTFERRAT
nach salischen Recht lebt
b) der Umstand, daß die MONTFERRATENSER
im Besitz von Gütern sind, die sich bei den älteren
ALEDRAMIDEN
nachweisen lassen
c) die Wiederkehr der alt-aledramidischen
Namen
Otto
und
Wilhelm
im Hause von MONTFERRAT, so reichen
diese Momente aus, um es zu rechtfertigen, wenn wir die Abstammung der
MONTFERRATENSER
von Aledram als ausreichend bewiesen ansehen.
Den Markgrafen
Otto von 1040 reiht man dann - darin sind alle neueren einig -
am besten so in die Stammtafel ein, daß man ihn als einen Sohn Wilhelms
III., der, wie oben gezeigt, vor 1042 gestorben sein muß,
betrachtet; sein Bruder war danach Heinrich,
der zweite Gemahl Adelheids
von Turin (siehe oben Seite 377) und er selbst, der den Namen des
Großvaters führt, muß nach des Bruders kinderlosen Tode
das gesamte väterliche Erbe erhalten haben.
Erst etwa ein Jahrhundert nach der Zeit des ersten Markgrafen,
der den Titel von Montferrat führt, wird diese Bezeichnung allgemein
üblich; der erste, den sie wieder beigelegt wird, ist Markgraf
Rainer, der Gründer des Klosters von Locedio. Er selbst
nennt sich zwar in der Dotationsurkunde desselben von 1133 nur "marchio
Ragnerius (Raynerius?) filius
quondam Willielmi"
ohne weiteren Titel; aber alle Zweifel schließt die Konfirmationsbulle
Innocenz' II. von 1140 aus, die diesem Kloster bestätigt "quod illustris
memoriae Reinerius marchio Montisferrati ... respectu piae devotionis donavit".
Jene Dotationsurkunde von 1133 enthält dann weitere wertvolle genealogische
Angaben; wir entnehmen ihr, daß Reiners
Gemahlin Gisla
filia quondam Vialii war, sein Sohn ist Willielmus,
vermählt mit Jutta
filia Lupaldi; außerdem wird als Mitgründer erwähnt Ardazonius
marchio filius quondam item Ardezonii. Noch einen anderen Fundator Bernardus
filius quondam Henrici neben Rainer
und
Ardezonius nennt eine andere Urkunde von 1126. Bei
der Gründung dieses Klosters stehen die Markgrafen
von Montferrat, wie die angezogenen Dokumente lehren, in engen
Beziehungen zu dem Bischof von Vercelli; um so unbedenklicher dürfen
wir für unsere Stammtafel eine Schenkungsurkunde von 1101 für
Vercelli verwerten. Es heißt in derselben: nos Wilielmus
et
Reinerius fratres
et marchiones filli quondam item Wilielmi
marchionis de Ravenna seu Otta comitissa mater et filii
et filia quondam Tebaldi de Agldo (I. Agledo) et reliccta jam dicta (I.
dicti) quondam Wilielmi marchionis quondam vir meus, quo professi
sumus ex natione nostra legen vivere Salica; ipsa namque filiis meis Wilielmo
Inforsado et Rainerio mihi
consentientibus ... duximus (I. duximus). Dem entsprechend lauten die Unterschriften:
Signum manum suprascriptorum Wilielmus
Inforsado et Rainerium germani
marchiones seu Otta comitissa mater et filii, qui hanc cartam offersionis
fieri rogaverunt pro anima quondam item Wilielmi
marchionis de Ravenna mariti et genitoris nostri mercede. Geschenkt
werden Güter in loco et fundo Cornale et in Matasco.
Nach diesen Angaben hatte Rainers
Vater Wilhelmaus
unbekannter Veranlassung den Beinamen von Ravenna und war mit einer
Otta,
der Tiochter eines nicht näher nachweisbaren Tebald vermählt;
er war 1101 nicht mehr am Leben. Sein älterer Sohn und Rainers
Bruder nannte sich Wilhelm
Inforsado; da er bei der Gründung des Klosters Locedio nicht
mehr erwähnt wird, und Rainer
bei dieser Gelegenheit unzweifelhaft als das Haupt des Geschlechtes erscheint,
muß Wilhelm
Inforsado zwischen 1101 und 1122 gestorben sein. Sein Todestag
ergibt sich aus dem Necrolog. Vercellense: 12. Kal. Decembr obiit prudentissimus
marchio
Gulielmus, qui dedit canonica S. Eusebii mansum unum in Cornale
cum omni integritate etc.
Weiteres läßt sich nicht mit Sicherheit über
die ersten MONTFERRATENSER ermitteln.
Doch hat es viel Wahrscheinlichkeit, daß Wilhelm
von Ravenna oder Wilhelm
Inforsado mit dem Wilelmus identisch ist, der 1093 bei HEINRICH
IV. für Breme interveniert, und auch der Hypothese, daß
der erstere unter dem marchio Willielmus zu verstehen ist, der 1059,
der letztere unter dem marchio Guillielmus, der 1085 den Savonesen
das übliche Versprechen ihre Privilegien zu beobachten abgibt, kann
man die Berechtigung nicht absprechen. Nimmt man dann an, daß er
ein Sohn des 1040 auftretenden Ottos
sei - und der Name sowohl wie die Zeitumstände sind dieser Annahme
günstig - so ist die Kontinuität des Montferratensischen
Stammbaumes ohne künstliche Kombination auf einfache Weise hergestellt.
Wie die im Anfang des 12. Jahrhunderts auftretenden Markgrafen Ardizzo,
Sohn Ardizzos, und Bernhard, Sohn Heinrichs, in denselben einzureihen seien,
bleibt zweifelhaft; auch die beiden von Moriondi angezogenen Urkunden von
1198 nd 1228 bewesien nur ihre Zugehörigkeit zu der Montferratensischen
Linie.
Auf eine Verfolgung derselben über Wilhelm,
den Sohn Rainers, hinaus verzichte
ich: alles Wesentliche steht da ohnehin völlig fest.
um 1105
oo 2. Gisela von Burgund-Besancon, Tochter des
Grafen Wilhelm I.
um 1070- nach 1133
Schwester von Papst Calixtus II.
Kinder:
Johanna
um 1107- 1128
1128
oo Wilhelm Clito Graf von Flandern
1101-28.7.1128
Adelasia Nonne
- nach
3.12.1169
Mathilde
-
oo Albert I. Markgraf di Parodi
- 1166
Tochter
-
oo Guido II. von Ivrea Graf di Biandrate
- nach 26.8.1172
Wilhelm V. der Ältere
1110- 1191