Sohn des N.N.
Schneider Reinhard: Seite 48,57
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„Königswahl und Königserhebung im Frühmittelalter“
Cunincperts
Alleinherrschaft blieb nicht unangefochten. Wie zu Lebzeiten Perctarits
erhob sich wiederum der dux von Trient und Brescia, Alahis.
Damals hatte ihn, als er nur Herzog in Trient war, ein glänzender
Sieg über einen bayerischen Grafen verleitet, die Hand gegen seinen
König zu heben [234 Aus Paulus V, 36, Seite 156 geht deutlich
genug hervor, daß Alahis seinerseits
das Königtum erstrebt hat. Vgl. K. Reindel (Handbuch der bayerischen
Geschichte I) 119.]. Nach beträchtlichen Anfangserfolgen wurde er
niedergeworfen. Aber Cunincperts Intervention
beim Vater verschaffte dem Rebellen nicht nur Gnade, sondern auch
zusätzlich den Dukat über Brixia (Brescia) [235
Paulus ebd.; vgl. Hartmann II, 1 Seite 266f.], für den Cunincpert
auch Alahis'
Treueide
entgegengenommen hatte. Die Skepsis des Vaters war jedoch begründet,
und als Cunincpert einmal abwesend
war, besetzte der Herzog regnum eius et Palatium intra Ticinum positum.
Alahis
trat also offen als (Gegen-)König auf und versuchte
einen strategisch wichtigen Ausgangspunkt zu erlangen. Wie sie oft wurde
auch hinter diesem Staatsstreich ein politisches Programm sichtbar, dessen
extrem kirchenfeindlicher Kern auch zur tieferen Ursache seiens
Scheiterns wurde. Denn von einer breiten Sympathiewelle der Bevölkerung
getragen und durch Verrat in Alahis'
Reihen begünstigt, gelang es König Cunincpert
bald, wieder in Pavia einzurücken. Der mehrfache Zugriff auf diese
Stadt zeigt ihre Schlüsselstellung für die langobardische Königsherrschaft.
Verdrängt aus Pavia sammelte Alahis,
der pervasor und tyrannus, im weiten Lande ein starkes Heer,
mit dem er sich Cunincpert wiederum
stellte. Dieser machte mit ausdrücklicher Rücksicht auf die beiden
Heere ein Zweikampfangebot. Nach längerem Widerstreben mußte
Alahis
akzeptieren und wurde schmählich getäuscht, da ein Diakon für
Cunincpert
sich
unerkannt zum Duell stellte. Vor den auf dem Schlachtfeld versammelten
Heeren bot Cunincpert
dann ein zweites
Mal dem Kontrahenten den persönlichen Zweikampf an, damit der, dem
Gott den Sieg geben wolle, die alleinige Herrschaft erringen könne.
Doch diesmal versagte sich Alahis,
weil er zwischen den Speeren seiner Gegner den heiligen Erzengel Michael
erblickte, bei dem er Cunincpert die
Treue geschworen hatte. So mußte die Schlacht entscheiden, in welcher
der crudelis tyrannus Alahis
den Tod fand.
Literatur:
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Paulus Diakonus und die Geschichtsschreiber der
Langobarden: Geschichte der Langobarden. Phaidon Verlag Kettwig 1992 Buch
V Kapitel 36-41 - Schneider, Reinhard: Königswahl und Königserhebung
im Frümittelalter. Untersuchungen zur Herrschaftsnachfolge bei den
Langobarden und Merowingern, Anton Hiersemann Stuttgart 1972 Seite 48,57
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