Aegidius                                         Römischer Feldherr und Statthalter
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   Herbst 464
 

Sohn des N.N.
 

Lexikon des Mittelalters: Band I Spalte 175
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Aegidius
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    464

vornehmer Gallier, Vater des Syagrius

Nach Kommando am Rhein gegen die Franken schon unter Aëtius und wechselhaften Kämpfen in Süd-Gallien gegen Burgunder und Westgoten (458, 459) im Dienst des Kaisers Maiorianus wurde Aegidius von diesem zum Magister militum per Gallias ernannt. Die daraus sich entwickelnde Gegnerschaft zu Ricimer nach Ermordung des Maiorianus (461) führte zum römisch-westgotischen Bündnis gegen Aegidius um den Preis der Narbonensis (Agrippinus), doch gelang Aegidius die Errichtung einer eigenen Machtposition um Soissons nach dem Sieg über die Westgoten mit fränkischer (Childerich I.) Hilfe bei Orléans (463). Eine Offensive gegen Ricimer in Verbindung mit Geiserich verhinderte der Tod des Aegidius. (Herbst 464; Ermordung?). Die Nachricht (Greg. Tur. Franc. 2, 12), Aegidius. sei König der Franken gewesen, scheint zwar Überspitzung eines historischen Tatbestandes, doch hat Aegidius zweifellos die Belange des Imperiums in Nord-Gallien wahrgenommen.

G. Wirth

  Quelle: Lexikon des Mittelalters, CD-ROM-Ausgabe. Verlag J. B. Metzler 2000. LexMA 1, 175



 

  oo N.N.
        
 
 
 

Kinder:

  Syagrius
       486
 
 
 
 

Literatur:
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Ewig Eugen: Die Merowinger und das Frankenreich. W. Kohlhammer GmbH Stuttgart Berlin Köln 1988 Seite 15,16,63 - Grant, Michael: Die römischen Kaiser. Von Augustus bis zum Ende des Imperiums. Eine Chronik. Bechtermünz Verlag Augsburg 1977 Seite 396,398 - Gregor von Tours Buch II Kapitel 11,12,18,27 - Hartmann Martina: Aufbruch ins Mittelalter. Die Zeit der Merowinger. Primus Verlag 2003 Seite 41 -