Timurtasch                                        Emir von Mardin (1122-nach 1152)
--------------                                       Emir von Aleppo (1124)
  
nach 1152

Sohn des Emirs Ilghazi von Mardin und Aleppo aus dem Hause der ORTOQIDEN

Runciman, Steven: Seite 468,472,477-478,635,641
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"Geschichte der Kreuzzüge"

Glücklicherweise starb Ilghazi im November in Mayyafaraqin, und seine Söhne und Neffen teilten das ORTOQIDEN-Erbe auf.
Suleiman, der ältere Sohn, übernahm Mayyafaraqin,
Timurtasch, der jüngere, Mardin. 
Aleppo fiel an einen Neffen namens Badr ad-Daulah Suleiman;
und Balak vergrößerte seine Besitzungen im Norden und nahm Harran im Süden hinzu.
Aber zu Beginn des Jahres 1124 erhob sich der Statthalter von Menbidsch gegen ihn. Der ORTOQIDE Timurtasch, den Balak ersucht hatte, den Aufstand niederzuwerfen, verhaftete ihn; aber der Bruder des Rebellen namens Isa hielt die Zitadelle in Besitz und rief Joscelin um Hilfe. Balak stellte sich Joscelins Heer entgegen und besiegte ihn.
Die frohe Kunde erreichte König Balduin in Schaizar. Er war nach Balaks Tod in die Obhut von Ilghazis Sohn Timurtasch übergeben worden, der aber ungern die Verantwortung für ihn trug und ein reiches Lösegeld vorzog. Er ersuchte den Emir von Schaizar, Verhandlungen mit den Franken einzuleiten. Der König solle Timurtasch achtzigtausend Dinare zahlen und die Städte Athareb, Zerdana Azaz, Kafartab und Dschast an Aleppo abtreten, wo Timurtasch der Nachfolger Balaks geworden war; er sollte Timurtasch außerdem helfen, den Beduinen-Führer Dubais ibn Sadaqa niederzuwerfen, der sich in der Gezira festgesetzt hatte. Zwanzigtausend Dinare waren im voraus zu zahlen; zur Sicherung der Restzahlung waren nach Schaizar Geiseln zu stellen. Sobald sie den Mohammedanern eingehändigt waren, solle Balduin freigelassen werden. Als Geiseln verlangte Timurtasch des Königs jüngstes Kind, die vierjährige Prinzessin Joveta (oder Jutta), den elfjährigen Sohn und Erben Joscelins und zehn Sprößlinge des Adels. Um seine ehrlichen Absichten zu bezeugen, schickte Emir Sultan von Schaizar mehrere Angehörige seiner eigenen Familie nach Aleppo. Ende Juni 1124 verließ Balduin Harrar mit vielen kostbaren Geschenken und auf seinem eigenen Streitroß, das Timurtasch ihm zurückgegeben hatte. Nun er in Freiheit war, hielt Balduin die Bedingungen, welche er eingegangen, nicht ein.
Timurtasch, dem mehr daran lag, Geld zu erhalten als Land, verzieh den Verstoß aus Furcht, er könne das Lösegeld einbüßen.
Timurtasch versuchte nicht, Aleppo zu verteidigen. Sein Bruder Suleiman von Mayyafaraqin lag im Sterben; und er gedachte, sich die Erbfolge zu sichern.
Er blieb in Mardin und überließ es den Standesherren der Stadt, so gut auszuhalten wie sie konnten. Sie leisteten drei Monate lang Widerstand, während ihre Abgesandten von Timurtasch, der von ihnen nicht weiter belästigt werden wollte, schlecht aufgenommen wurden; sie reisten nach Mossul weiter und interessierten dort den Atabeg Aqsonsor il-Bursuqi für ihre Sache. Il-Bursuqi, der die ORTOQIDEN haßte, schickte Offiziere aus, um die Zitadelle von Aleppo in Besitz zu nehmen.
Im Frühjahr 1151 griffen Nur ed-Din und Mas'ud gemeinsam die byzantinischen Garnisionen an; und die ORTOQIDEN eilten, sich ihren Anteil zu verschaffen. Ain-tab und Dulul fielen vor Mas'ud, Samosta und Biredschik vor dem ORTOQIDEN Timurtasch von Mardin und Ravendel vor Nur ed-Din.
Mudschir ed-Din geriet in größere Verlegenheit, als der ORTOQIDEN-Fürst Timurtasch von Mardin im Herbst 1152 plötzlich mit einem Heer auftauchte, welches er in Gewaltmärschen um den Rand der Wüste herumgeführt hatte, und um Unterstützung bei einem Überraschungsangriff auf Jerusalem ersuchte. Er hatte vermutlich von den Zwistigkeiten zwischen Balduin und Melisende vernommen und meinte, einem kühn geführten Schlag könne möglicherweise Erfolg beschieden sein. Mudschir ed-Din kam ihm soweit entgegen, daß er ihm erlaubte, Vorräte einzukaufen, versuchte jedoch, ihm den Weitermarsch auszureden. Timurtasch aber setzte nun blitzartig über den Jordan und schlug auf dem Ölberg sein Feldlager auf, indessen der fränkische Adel sich in Nablus zu einem Kronrat befand, zweifellos, um Vorkehrungen für Melisendes Leibgedinge zu treffen. Die Besatzung von Jerusalem unternahm einen plötzlichen Ausfall gegen die Turkmenen, die sich nun, da sich ihr Überraschungsschlag als verfehlt erwiesen hatte, wieder nach dem Jordan zurückzogen. Dort, am Flußufer, fiel das Heer des Königreichs über sie her und errang einen vollständigen Sieg.





Literatur:
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Runciman, Steven: Geschichte der Kreuzzüge, Sonderausgabe in 1 Band Verlag H.C. Beck München 1978 Seite 468,472,477-478,635,641 -