Ilghazi
Emir von
Mardin (1107-1122)
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Emir von Aleppo (1118-1122)
†
November 1122
Mayyafaraqin
Sohn des Statthalters
von Jerusalem
Ortoq
Mayer, Hans Eberhard: Seite 73,75
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"Geschichte der
Kreuzzüge"
Während der Regierung Rogers von
Antiochia hatte der
fränkische Druck auf Aleppo stetig zugenommen, bis die
Bevölkerung den ARTUQIDEN Ilgazi
von Mardin zu Hilfe rief, der die
Herrschaft übernahm (1118-1122) und sich mit Tugtakin von Damaskus
zu einer entschlossenen Offensive verband. Aleppo, von den Franken, den
ARTUQIDEN, Mosul und Damaskus begehrt, war dank seiner
geographisch
zentralen Lage der Angelpunkt des syrischen Gleichgewichtssystems. Die
Waage mußte sich zugunsten desjenigen senken, der ihm seine
Unabhängigkeit nahm, um so mehr, als die Stadt mit dem
Regierungsantritt Ilgazis aus
dem
seldschukischen Reiche ausschied,
ebenso wie Tugtakin 1109
Damaskus verselbständigt hatte. Im Jahre
1119 fiel Ilgazi in dem
Fürstentum Antiochia ein. Roger schlug
alle Warnungen und Lehren der Vergangenheit in den Wind und wartete das
Eintreffen der jerusalemitanisch-tripolitanischen Truppen nicht ab,
sondern trat Ilgazi bei
al-Balaz westlich von Aleppo mit 700
Rittern und 3.000 Fußsoldaten entgegen. Am 27. Juni wurden die
Franken eingekesselt und vollständig vernichtet; nur zwei Barone
von Rang entkamen. Roger
selbst fiel kämpfend mit der
Blüte seiner Ritterschaft; auch die Gefangenen wurden ermordet.
Die Schlacht, die die Franken als "Blutfeld" bezeichneten, bewies,
daß es der Macht des SELDSCHUKEN-Sultans
nicht bedurfte, die
Franken zu schlagen.
Zum Glück für die Franken nutzte Ilgazi seinen Sieg nicht
sofort aus. Balduin
II. konnte ihn zurückdrängen, nachdem er
die Regentschaft in dem verwaisten Fürstentum Antiochia
übernommen hatte.
Dank der Energie des Königs ließ der fränkische Druck
auf Aleppo nicht nach. Unerwartete Hilfe kam den Christen dabei von
König David dem Erneuerer von
Georgien, gegen den sich Ilgazi
in
einen Krieg einließ, der mit einer blutigen Niederlage für
ihn endete. Die Macht Ilgazis
war gebrochen; er starb 1222.
Runciman, Steven: Seite
253-254,417-418,420,424,430-431,438-442,454-462,465-468
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"Geschichte der
Kreuzzüge"
In Syrien, wo Tutusch
im Jahr 1095 starb, erwiesen sich
seine Söhne Ridwan von Aleppo
und Duqaq von
Damaskus unfähig, Ordnung zu halten. Jerusalem ging auf
die Söhne Ortoqs
über. Ihre Regierung war unwirksam und tyrannisch.
1098
Die Provinz Palästina befand sich noch in den Händen Soqmans und Ilghazis, der Söhne Ortoqs, die Duqaq von Damaskus
als ihren obersten Herrn anerkannten. Beim Vordringen el-Afdals zogen sie sich in die
Mauern Jerusalems zurück. Sie wußten, daß Duqaq ihnen
nicht sofort zu Hilfe kommen konnte; aber sie hofften, die schweren
Befestigungswerke Jerusalems und die Kampferprobtheit ihrer
turkmenischen Truppen würden es ihnen ermöglichen, bis zum
Eintreffen der Rettung auszuhalten. El-Afdals
Heer war mit den neusten
Belagerungsmaschinen, darunter vierzig Steinschleudern,
ausgerüstet; aber die ORTOQIDEN widerstanden
ihm vierzig Tage lang, bis die Mauern schließlich so schwer
beschädigt waren, daß sie sich ergeben mußten. Es
wurde ihnen gestattet, sich mit ihren Mannschaften nach Damaskus
zurückzuziehen, von wo aus sie weiterzogen, um sich mit ihren
Vettern in der Gegend von Diarbekir zu vereinigen.
Dschekermischs
vormaliger Verbündeter und Rivale, Soqman der Ortoqide von Mardin, war
zu Beginn des Jahres 1105
gestorben, als er sich unterwegs befand, um dem belagerten Tripolis zu
helfen; und Soqmans Bruder Ilghazi
und sein Sohn Ibrahim stritten
sich um sein Erbe.
Dscherkemisch
machte sich nunmehr,
wahrscheinlich auf Mohammeds Geheiß,
an die Vorbereitung eines
neuen Feldzugs gegen die Franken. Er schloß Ridwan von Aleppo,
Ridwans Unterführer,
den Aspahbad Sabaua, Ilghazi den Ortoqiden
und seinen eigenen Schwiegersohn
Albu ibn Arslantasch von Sindschar
zu
einem Bündnis zusammen. Diese Verbündeten legte Ridwan und
Albu nahe, es sei politisch
klüger und auch einträglicher,
dem Sultan mit einem Angriff auf Dschekermisch
einen Gefallen zu
erweisen. Sie zogen gemeinsam auf Nisibin, seine zweitgrößte
Stadt; dort aber gelang es seinen verkappten Beauftragten, zwischen
Ridwan und Ilghazi einen
Streit zu stiften, so daß Ridwan den
Ilghazi bei einem Festmahl
unter den Mauern von Nisibin
hinterrücks ergreifen und in Ketten legen ließ. Die
ORTOQIDEN-Truppen griffen nun Ridwan an und
zwangen ihn zum
Rückzug nach Aleppo.
Während all dieser heftigen Erschütterungen hatte Balduin von Le Bourg
seine Tage als Gefangener in Mossul zugebracht; sein Vetter Joscelin von Courtenay war bei Soqmans Tod in die Hände Ilghazis übergegangen, der sich
mit der Absicht trug, seinen Neffen
Ibrahim aus Mardin zu verdrängen. Ilghazia brauchte Geld und
Verbündete. Er fand sich folglich bereit, Joscelin für eine Summe von
zwanzigtausend Dinaren und die Zusage militärischer Hilfe
freizulassen. Joscelins
Untertenan in Turbessel versprachen bereitwillig das Lösegeld, und Joscelin wurde während des
Jahres 1107 auf freien Fuß gesetzt. Dank dieser Übereinkunft
war Ilghazi in der Lage, Mardin
zu erobern.
Zu Beginn des Jahres 1110 traf der Atabeg Maudud von
Mossul Anstalten zu einem Kriegszug gegen die Franken. Unterstützt von
Ilghazi
dem Ortoqiden und
seinen turkmenischen Truppen und von
Soqman el-Qutbu, dem Emir von
Mayyafaraqin, mraschierte er im April auf Edessa. Maudud belagerte Edessa bereits seit
zwei Monaten, hatte aber seine Befestigungen nicht durchbrechen
können. Als die Ritter aus Jerusalem mit wehenden Bannern und in
der Sonne gleißenden Rüstungen auftauchten, zog er sich nach
Harran zurück, in der Hoffnung, sie in einen unbedachten Angriff
hineinlocken zu können.
Angesichts der fränkischen Heeresmassen,
die einige
sechzehntausend Mann zählten, zog sich Maudud vorsichtig in die Mauern von
Schaizar zurück und ließ sich nicht zu offener Feldschlacht
herauslocken. In seinem Heer standen die Dinge nicht zum Besten. Toghtekin wollte nur Hilfe leisten,
wenn Maudud sich verpflichtete,
den Feldzug weiter nach Süden zu verlegen, was strategisch viel zu
gefahrvoll war. Der Kurde Bursuq
war krank und wollte in seine Heimat zurückkehren. Soqman starb plötzlich; und
seine Truppen zogen mit seinem Leichnam nach Norden ab. Ahmed-Il wurde sofort
fahnenflüchtig, um zu versuchen, einen Teil des Erbes zu
schnappen. Ayaz der Ortoqide
blieb; aber sein Vater Ilghazi
griff den Trauerzug mit Soqmans Bahre
an, in der vergeblichen Hoffnung, seine Schätze an sich zu
bringen. Da seine Streitkräfte solcherart täglich geringer
wurden, konnte Maudud nicht
zum Angriff übergehen; und den Winter so weit von seinem
Standquartier zu verbringen, war er nicht gewillt. Also trat er im
Herbst den Rückzug nach Mossul an.
Auf das Gerücht von des Sultans Heereszug eilte der ORTOQIDE Ilghazi nach Damaskus, um
sein Bündnis mit Toghtekin
zu bekräftigen, wurde aber vom Emir von Homs überfallen und
gefangengenommen; dieser wiederum, von
Toghtekin bedroht, ließ ihn unter der Bedingung ziehen,
daß er seinen Sohn Ayaz
an seiner Statt schickte. Ilghazi konnte
nach Mardin zurückkehren und seine Truppen zusammenziehen. Sodann
zog er sich wieder westwärts zurück, um sich mit Toghtekin zu vereinigen.
Yaruqtasch
wandte sich an Ilghazi den Ortoqiden
um Hilfe; aber als Ilghazis Truppen in
Aleppo eintrafen, stellten sie fest, daß Yaruqtasch inzwischen gestürzt
worden war und
Sultanschahs Minister, der Damaszener
Ibn el-Milhi, die Zügel der Regierung in der Hand hielt. Ilghazi zog sich folglich; er
beließ jedoch seinen Sohn Kizil
als seinen Vertreter in Aleppo und übernahm die Festung Balis am
Euphrat, die man ihm als Entgelt für seine Hilfe
überließ, für den Fall, daß il-Bursuqi, der jetzt in ar-Rahba
saß und behauptete, Aleppo sei ihm vom Sultan zugewiesen worden,
versuchen sollte, seinen Anspruch durchzusetzen. Ibn il-Milhi fand jedoch alsbald,
daß Ilghazi ein zu
unsicherer Bundesgenosse sei; er händigte Aleppo mitsamt Kizil dem Emir Kirkhan von Homs ein und machte
sich mit fränkischer Hilfe daran, Balis zurückzugewinnen. Aber Ilghazis Bündnis mit Toghtekin bewährte sich.
Während letzterer gegen Homs zog und Khirkan zum Rückzug
nötigte, entsetzte Ilghazi
Balis und zog im Sommer 1118 in Aleppo ein. Ibn il-Milhi war inzwischen bereits
durch einen schwarzen Eunuchen namens
Qaradscha verdrängt worden, der jetzt mitsamt Ibn el-Milhi und dem Fürsten Sultanschah vom ORTOQIDEN gefangengesetzt wurde.
Seit dem Sieg Rogers
von Antiochia bei Tel-Danith hatte die unglückliche Stadt
Aleppo keine Machtmittel mehr besessen, um die Übergriffe der
Franken zu verhindern. Sie hatte sich widerwillig dem Schutz Ilghazis des Ortoqiden unterstellt;
aber als Roger im Jahr 1119
Biza'a eroberte, war sie von drei Seiten eingeschlossen.
So bot sich Ilghazi, dem
hartnäckigsten unter den örtlichen Fürsten, jetzt
endlich seine große Gelegenheit: Sein Sinn stand weniger danach,
die fränkischen Staaten zu vernichten, als vielmehr Aleppo an sich
zu bringen; aber das erste Ziel schloß jetzt das letztere
unweigerlich ein. Während des Frühjahrs 1119 durchreiste Ilghazi seine Herrschaftsgebiete,
sammelte seine turkmenischen Truppen und traf Vereinbarungen mit den
Kurden im Norden und den arabischen Stämmen der syrischen
Wüste über die von ihnen zu stellenden Truppenverbände.
Der Form halber wandte er sich an Sultan
Mahmud um Beistand,
erhielt aber keine Antwort. Sein Bundesgenosse Toghtekin erklärte sich
bereit, von Damaskus heraufzukommen; und die Munqidhiten von Schaizar
versprachen, südlich von Rogers
Gebiet einen Ableitungangriff zu unternehmen. Gegen Ende Mai befand
sich das ORTOQIDEN-Heer,
angeblich vierzigtausend Mann stark, auf dem Marsch. Er selbst drang
mit seinem Hauptheer ins Gebiet von Edessa ein, griff aber seine
Festungs-Hauptstadt nicht an. Mitte Juni setzte er bei Balis über
den Euphrat und zog weiter nach Qinnasrin, einige fünfzehn Meilen
südlich von Aleppo, wo er sein Lager aufschlug, um auf Toghtekin zu warten. Am 20. Juni
1119 führte Roger das
gesamte antiochenische Heer, siebenhundert Reisige und viertausend Mann
Fußvolk, über die Eiserne Brücke und lagerte sich vor
der kleinen Festung Tel-Aqibrin. Ilghazi
war über Rogers
Bewegungen genau unterrichtet. Als Kaufleute verkleidete Späher
hatten sich im fränkischen Lager sorgfältig umgesehn und die
zahlenmäßige Unterlegenheit der Franken gemeldet. Obgleich Ilghazi das Eintreffen Toghtekins abwarten wollte,
drängten ihn seine türkischen Emire, zur Tat zu schreiten. Am
27. Juni rückte ein Teil seines Heeres vor, um die fränkische
Burg Athareb anzugreifen. Roger hatte gerade noch Zeit, unter Robert von Vieux-Ponts eiligst
einige Leute hinzuschicken; dann sandte er in Sorge, den Feind so nahe
zu wissen, bei Anbruch der Dunkelheit alle Wertsachen des Heeres auf die Burg Artah an der Straße nach
Antiochia. Bei Morgengrauen, am 28. Juni 1119, meldeten Kundschafter
dem Fürsten, daß das Lager eingeschlossen sei. Roger erkannte, daß er
entweder die feindliche Umzingelung durchbrechen oder zugrunde gehen
mußte. Erzbischof Peter von
Apamea nahm Roger in
seinem Zelt die Beichte ab und erteilte ihm Absolution für seine
vielen fleischlichen Sünden. Sodann ließ Roger mit Keckheit kundtun, er gehe
jetzt auf die Jagd. Zuvor sandte er einen Spähtrupp aus, der
jedoch in einen Hinterhalt geriet. Die wenigen Überlebenden
erklärten, es gebe keinen Ausweg aus der Umschließung. Roger stellte sein Heer in einer
Schlachtordnung von vier Abteilungen auf und behielt eine fünfte
in Reserve. Der Erzbischof erteilte ihnen nochmals den Segen; dann
stürmten sie in tadelloser Ordnung gegen den Feind. Es war von
Anfang an ein hoffnungsloses Beginnen. Es gab kein Entrinnen durch die
Horden turkmenischer Reiter und Bogenschützen. Die am Ort
angeworbenen einheimischen syrischen und armenischen Fußtruppen
gerieten als erste in Panik; aber nirgends war ein Platz, dahin sie
hätten entfliehen können. Sie drängten sich zuhauf
zwischen die Reiterei und behinderten die Pferde. Zu Beginn der
Schlacht brachen weniger als hundert Berittene aus der Umklammerung aus
und vereinigten sich mit Robert
von Vieux-Ponts, der zu
spät aus Athareb zurückkehrte, um noch eingreifen zu
können. Zur Mittagsstunde war alles vorüber.
Ilghazi hatte auf dem
Schlachtfeld nur kurz innegehalten, um die Beute unter seine Leute zu
verteilen, und war unverzüglich nach Sarmeda weitergezogen, wo Reinhold Mazoir sich ihm ergab.
Indes Ilghazi seinen Sieg in
Aleppo mit einem Festmahl beging, verfolgte er seinen Sieg nicht
weiter. Er schickte Rundschreiben an alle Monarchen der
mohammedanischen Welt, um ihnen seinen großen Sieg mitzuteilen;
und der Kalif sandte ihm als Gegengabe ein Ehrengewand und verlieh ihm
den Titel "Stern des Glaubens". Von Artha
kehrte er nach Aleppo zurück, wo er sich einer Reihe so
vergnüglicher Festlichkeiten hingab, daß seine Gesundheit
darunter zu leiden begann.
Toghtekin war inzwischen zu Ilghazi gestoßen; am 11.
August 1119 brachen die beiden islamischen Anführer auf, um die
fränkischen Festungen östlich des Orontes zu erobern. Sie
begannen mit Athareb, dessen kleine Besatzung sich sofort gegen
sicheres Geleit nach Antiochia ergab. Die Emire zogen weiter nach
Zerdana, dessen Herr, Robert der
Aussätzige, sich nach Antiochia begeben hatte. Auch hier
ergab sich die Besatzung, um ihr Leben zu retten. Ilghazi war inzwischen
herangerückt und hoffte, die Franken in der Nähe des Dorfes
Hab im Schlaf zu überrumpeln. Aber Balduin stand
bereit. Die Schlacht, die nun folgte, bot ein wirres Bild. Beide Seiten
nahmen den Sieg für sich in Anspruch, tatsächlich jedoch
schnitten die Franken besser ab. Die Turkmenen machten in Scharen kehrt
und ergriffen die Flucht; aber die Hauptmasse von Ilghazis Heer verließ das
Schlachtfeld in guter Ordnung. Ilghazi
und Toghetkin kamen mit
einem langen Zug von Gefangenen nach Aleppo zurück.
Ilghazi hatte nicht gewagt, die
Franken neuerlich anzugreifen. Sein Heer schmolz dahin. Die
turkmenischen Truppen waren hauptsächlich des Plünderns weegn
gekommen. Nach der Schlacht von Tel-Danith blieben sie
unbeschäftigt und langweilten sich; außerdem war ihre
Löhnung im Rückstand. Sie begannen, sich heimzubegeben, und
die arabischen Hauptleute der Gezira zogen mit ihnen. Ilghazi konte sie nicht hindern;
denn er war selbst wieder einmal krank und schwebte zwei Wochen lang
zwischen Leben und Tod. Als er sich erholt hatte, war es zu spät,
um das Heer neu zu versammeln. Er kehrte von Aleppo nach seiner
östlichen Hauptstadt Mardin zurück.
Im Jahr 1120 kehrte Balduin nach
Antiochia zurück. Bulaq,
der Statthalter Ilghazis zu
Athareb, hatte begonnen, Überfälle auf antiochenisches Gebiet
zu unternehmen, während Ilghazi
selbst gegen Edessa gezogen war. Beide Üerfälle wurden
zurückgeworfen; aber Ilghazi
zog jetzt weiter in die Nachbarschaft von Antiochia.
Während des Sommers 1121 machte sich ein neuer Faktor in der
östlichen Politik bemerkbar.
König David II. von Georgien
hatte seine Herrschaft bis südlich des Araxes-Tals ausgedehnt, wo
er mit dem Statthalter von Arran,
dem SELDSCHUKEN-Fürsten Toghrul,
zusammenstieß. Nachdem Davids
Streitkräfte ihm eine Niederlage bereitet hatten, forderte Toghrul
Ilghazi auf, sich mit ihm zu einem Heiligen Krieg gegen die
unverschämten Christen zusammenzutun. Es kam zu einem Feldzug, der
für die Mohammedaner verhängnisvoll endete Im August 1121
wurden die vereinigten Heere Toghruls und
Ilghazis von den Geoergiern
nahezu vernichtet; und Ilghazi
kam mit knapper Not mit dem Leben davon, indes er nach Mardin
zurückfloh.
Dennoch lieferte der schwere Schlag, welchen sie Ilghazi zufügten, Balduin eine
Gelegenheit, die er nicht vorübergehen ließ. Ilghazis Sohn
Suleiman, der kürzlich von
seinem Vater zum Statthalter von
Aleppo ernannt
worden war, machte sich voreilig seines Vaters Niederlage zunutze, um
sich für unabhängig zu erklären; und da er
außerstande war, sic gegen den Angriff zu halten, den Balduin
unverzüglich gegen ihn eröffnete, schloß er mit den
Franken Frieden und trat ihnen Zerdana und Athareb, die Früchte
von Ilghazis Sieg, ab. Ilghazi eilte herbei, um seinen
ungetreuen Sohn zu strafen, hielt es jedoch für klug, den Vertrag
mit Balduin zu
bestätigen.
Pons Unterwerfung erfolgte zur
rechten Zeit; denn Ilghazi,
angetrieben von seinem Neffen Balak,
dem vormaligen Fürsten von
Sarudsch und jetzigen Herrn
von Khanzit, war neuerlich auf dem Kriegspfad. Balduin hatte mit Ilghazi einen Vertrag eschlossen
und war überzeugt, ein Edelmann - der arabische Chronist verwendet
das Wort "Scheich" - werde sein Wort halten. Aber Ilghazi war kein Edelmann; und Toghtekin hatte ihm Hilfe
versprochen. Er belagerte Zerdana, das die Franken wiederaufgebaut
hatten, und hatte einen Teil der Befestigungswerke bereits erobert, als
Balduin
herannahte.
Glücklicherweise starb Ilghazi
im November in Mayyafaraqin,
und seine Söhne und Neffen teilten das ORTOQIDEN-Erbe auf.
Suleiman, der ältere Sohn,
übernahm Mayyafaraqin,
Timurtasch, der jüngere,
Mardin.
Aleppo fiel an einen Neffen namens
Badr ad-Daulah Suleiman;
und Balak
vergrößerte seine Besitzungen im Norden und nahm Harran im
Süden hinzu.
Kinder:
Ayaz
†
Kizil
†
Timurtasch
†
Suleiman
†
Literatur:
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Mayer, Hans Eberhard: Geschichte der
Kreuzzüge,
Verlag W. Kohlhammer GmbH 1995 Seite 73,75 - Runciman,
Steven: Geschichte der
Kreuzzüge,
Sonderausgabe in 1 Band Verlag H.C. Beck München 1978 Seite
253-254,417-418,420,424,430-431,436-437,438-442,454-462,
465-468,477,484 -