Ghazzan                                            Il-Chan von Persien (1295-1291)
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um 1260
1304

Sohn des Il-Chans Arghun

Brandes Jörg-Dieter: Seite 148
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"Die Mameluken. Aufstieg und Fall einer Sklavendespotie."

Im Jahre 1295 bestieg ein gläubiger Moslem. Ilkhan Ghazan, den persischen Thron. Damit vollzog sich in Persien ein grundlegender Wandel, denn nun ging das ganze orientalische Mongolentum im Islam, in ethnischer Hinsicht jedoch im Türkentum auf.
Ghazan war ein Urenkel des Eroberers Hülegü, der siebte Ilkhan und Enkel jenes Abaga, der 1281 von Kalaun vor Homs geschlagen worden war. Anders als viele seiner Vorgänger war Ghazan sicher kein tollkühner Eroberer, der seine Aufgabe darin sah, fremde Völker zu unterwerfen und fremde Kulturen dem Erdboden gleichzumachen. Im Gegenteil: er war gebildet, baute ein modernes Verwaltungssysterm auf, führte gerechte Steuern ein und kümmerte sich um den Wiederaufbbau der Landwirtschaft. Aber wie seine Vorgänger drängte es Ghazan zum Mittelmeer hin. Als die am Ende der Herrschaft von Ladschin in Syrien zu den Persern übergelaufenen Mameluken ihm über die verworrene Situation im Mameluken-Reich berichteten, ließ er im Sommer 1299 seine Reiter den Euphrat überschreiten. Damit begann der vierte und letzte Mongoleneinfall. Achtzig- bis hunderttausend Mongolen marschierten auf Homs.
Bei Schaqhab, auf einer öden, leicht welligen Steppe, stießen die beiden Armeen am 20. April 1303 aufeinander. Diesmal war die Katastrophe für die Mongolen vollständig und endgültig. Von dieser Niederlage sollte sich das mongolische Perser-Reich nie mehr erholen, sie leitete das Ende des Ilkhan-Reiches ein. Ghazan starb wenig später (1304) vor Gram über den Untergang seiner Armee und sein Nachfolger Oljaitu wagte keinen neuen Einfall nach Syrien mehr. Unter Oljaitus Nachfolger Abu Said, der bis 1334 herrschte, brach das Ilkhan-Reich dann endgültig auseinander.
 

Runciman, Steven: Seite 1207,1217-1218
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"Geschichte der Kreuzzüge"

Im Jahre 1295, kurz nach Arghuns Tod, führte der Ilkhan Ghazzan den Islam als Staatsreligion im Ilkhanat ein und schüttelte sein Lehnstreueverhältnis zum Groß-Khan im Fernen Osten ab. Ghazzan war ein guter Freund der Christen, denn er war von der Despina Khatun, der bezaubernden Gemahlin des Ilkhans Abaga, die der ganze Osten verehrte, aufgezogen worden; und seine Bekehrung verminderte in keiner Weise seinen Haß auf die Ägypter und Türken. Aber es reisten keine mongolischen Gesandtschaften mehr nach Rom, und es bestand keine Hoffnung mehr, daß Persien eine christliche Macht werden würde.
Im Jahr 1299, während der vielfach unterbrochenen Regierung des Mamelucken-Sultans an-Nasir, fiel der mongolische Herrscher Ghazzan, der seinen Titel von Ilkhan in Sultan umgeändert hatte, in Syrien ein und schlug die mameluckischen Verteidigungstruppen bel Salamia in der Nähe von Homs am 23. Dezember in die Flucht. Im Januar 1300 ergab sich Damaskus und anerkannte seine Oberhoheit. Im folgenden Monat kehrte er nach Persien zurück und gab bekannt, daß er in Bälde wiederkehren werde, um Ägypten zu erobern. Wenngleich Ghazzan auch Mohammedaner war, wären ihm christliche Verbündete doch willkommen gewesen.
Ein etwas diplomatischer Annäherungsversuch wäre nützlich gewesen, aber es wurde keiner unternommen; und die Gelegenheit hierzu war vorüber, als das mongolische Heer im Jahre 1303 bei Mardsch as-Saffar besiegt wurde. Fünf Jahre später, im Jahr 1308, fiel Ghazzan abermals in Syrien ein und drang diesmal bis Jerusalem selbst vor.
Bei seinem Tod im Jahr 1316 schwanden die Aussichten auf ein mongolisches Bündnis mit den Christen völlig dahin. Sein Neffe und Nachfolger Abu Said schwenkte zu einer Aussöhnung mit Ägypten herum. Er war der letzte große mongolische Herrscher Persiens. Nach seinem Tod im Jahr 1335 begann das vormalige Ilkhanat zu zerfallen.





Literatur:
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Brandes Jörg-Dieter: Die Mameluken. Aufstieg und Fall einer Sklavendespotie. Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1996 Seite 148 -
Runciman, Steven: Geschichte der Kreuzzüge, Sonderausgabe in 1 Band Verlag H.C. Beck München 1978 Seite 1207,1217-1218 -