Illegitimer Sohn des Grafen
Alfons I. Jordan von Toulouse
Thiele, Andreas: Tafel 130
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur
europäischen
Geschichte Band II, Teilband 1 Europäische Kaiser-, Königs-
und
Fürstenhäuser I Westeuropa"
BERTRAND
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†
Unehelich
Mit dem Vater im Orient und 1148/59 da inhaftiert.
Alfonso-Jordan
machte auf dem Weg von Akkon nach Jerusalem in Cäsarea halt und
starb
dort ganz plötzlich unter
großen Qualen. Die Todesursache war
möglicherweise eine akute Erkrankung, vielleicht eine Blinddarmentzündung;
aber jedermann argwöhnte sofort Gift, und Bertrand, der
Sohn
des Toten, beschuldigte seinen Vetter
Raimund
von Tripolis unumwunden der Anstiftung zum Mord. Andere wiederum
hielten Königin
Melisende für
die Schuldige, die sich zum Werkzeug der Gattin Raimunds, ihrer
geliebten Schwester Hodierna,
gemacht habe. Es ließ sich nichts beweisen; aber in seinem
Unmut über die Beschuldigung enthielt sich Raimund jeder
weiteren
Beteiligung am Kreuzzug.
In König Ludwigs Gefolge
waren sein Bruder Robert von Dreux,
sein künftiger Schwiegersohn
Heinrich von der Champagne, Graf
Thierry
von Flandern und der junge Bertrand,
Alfonso-Jordans Bastard-Sohn.
1149
Nur einer der Fürsten des Zweiten Kreuzzuges
verblieb
im Osten, und sein Aufenthalt war unfreiwillig. Der junge Bertrand
von
Toulouse, Graf Alfonsos Bastard-Sohn,
konnte den Gedanken nicht
ertragen, daß das reiche Erbe von Tripolis in den Händen
eines
Vetters blieb, den er im Verdacht hatte, der Mörder seines Vaters
zu sein. Er blieb bis zur Abreise König Ludwigs
in
Palästina; dann zog er mit seinen Leuten aus dem Languedoc nach
Norden,
als beabsichtige er, sich in einem nordsyrischen Hafen einzuschiffen.
Nachdem
er die Ebene, wo die Buqaia sich nach dem Meer hin öffnet,
durchquert
hatte, wandte er sich unversehens landeinwärts und
bemächtigte
sich der Burg Araima. Dort trotzte er den Truppen, die Graf
Raimund
von Tripolis hinschickte, um ihn wieder hinauszusetzen. Graf
Raimund
stieß bei seinen christlichen Fürstengenossen auf kein
Mitgefühl
und wandte sich folglich an Unur von
Damaskus um Hilfe. Unur und
Nur ed-Din
fielen über Araima her, das sich gegen so große Heerscharen
nicht lange zu halten vermochte. Die muslimischen Sieger
plünderten
die Burg vollständig aus und machten sie dem Erdboden gleich.
Sodann
überließen sie sie dem Grafen Raimund zur
Wiederherstellung
und zogen sich mit einer langen Kette von Gefangenen zurück. Bertrand
und
seine Schwester wurden Nur ed-Din
zugeteilt. Er nahm sie mit sich nach
Aleppo, wo sie zwölf Jahre in der Gefangenschaft verbringen
sollten.
1161
Auch fanden die Franken nicht viel Trost in der
Freilassung
der christlichen Gefangenen. Es befanden sich zwar einige bedeutende
örtliche
Kriegsleute unter ihnen, wie Bertrand
von Blancfort, der Großmeister
des Tempelritter-Ordens; aber zumeist waren es Deutsche, die
während
des Zweiten Kreuzzuges in Gefangenschaft geraten waren; und
schließlich
war Bertrand von Toulouse, der Anwärter auf Tripolis,
unter ihnen, dessen Wiederauftauchen hätte peinlich werden
können,
wäre seine Gesundheit nicht durch die lange Gefangenschaft
gebrochen
gewesen.
Literatur:
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Runciman, Steven: Geschichte der Kreuzzüge,
Sonderausgabe in 1 Band Verlag H.C. Beck München 1978, Seite
584,585,591,660
- Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln
zur
europäischen Geschichte Band II, Teilband 1 Europäische
Kaiser-,
Königs- und Fürstenhäuser I Westeuropa, R.G. Fischer
Verlag
1993 Tafel 130 -