Begraben: Aigai
Einziger Sohn des Königs Philipp
II. von Makedonien aus dem Hause der ARGEADEN
und der Philinna
aus Larissa
Thiele, Andreas: Band 236
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen
Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser
Ergänzungsband"
PHILIPP III. ARRHIDAIOS
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* 358 v.u.Z. † 317 v.u.Z.
ermordet
Philipp III. Arrhidaios war geisteskrank und folgte 323 v.u.Z. seinem Halbbruder Alexander III. formal mit seinem Neffen Alexander IV. als König unter den Regenten, besonders seines Schwagers Kassandros und wurde zur Legitimierung der Interessen der Diadochen verwendet. Er wurde mit seiner Frau durch Polyperchon ermordet.
oo EURIDIKE,
Nichte, Regentin
† 317 v.u.Z. ermordet
Bengtson Hermann: Seite 255
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"Philipp und Alexander der Große. Die Begründer
der hellenistischen Welt."
Als Olympias, die Mutter Alexanders des Großen, 317 v.u.Z. nach Makedonien zurückgerufen wurde, hatte sie nichts Eiligeres zu tun, als das regierende Herrscherpaar in Makedonien, Philipp III. Arrhidaios und Eurydike, gefangenzusetzen. Wir wissen nicht, ob die Überlieferung hier korrekt ist, die davon berichtet, dass Olympias die Gefangenen in unvorstellbarer Weise gequält habe. Schließlich habe sie einen Thraker damit beauftragt, Philipp III. zu erstechen, während Eurydike zu Selbstmord durch Erhängen gezwungen wurde.
Fox Robin Lane: Seite 53,62,307,308
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"Die Suche nach Alexander."
Für seinen geistig zurückgebliebenen Sohn Philipp
wollte
Philipp
II. von Makedonien die vom
Satrapen von Karien angebotene
Hand
von dessen Tochter annehmen, was Alexander
der Große, der sich selbst als Bräutigam anbot, mit
seinen Freunden verhinderte.
Wenige Tage nach Alexanders
Tod
in Babylon wurde die Infanterie dazu aufgestachelt, den erwachsenen, aber
geistig beschränkten Philipp Arrhidaios,
den 35 Jahre alten Sohn Philipps II.
und eines thessalischen Mädchen zu unterstützen. Vielleicht
fürchteten diese Soldaten eine Herrschaft des Adels. Sie könnten
aber auch einen rein makedonischen König vorgezogen haben.
Olympias hatte Philipp
III. in den Tod geschickt, indem sie ihn Thrakern zur Hinrichtung
übergab. Diese schändeten ihn und durchbohrten ihn mit Speeren.
Im Jahre 316 v.u.Z. erhielten Philipp III.,
seine junge Frau und seine Schwiegermutter von Kassandros
ein
königliches Begräbnis in Aigai, dem heutigen Vergina.
Philipp III. war
Anfang 40 gewesen, als er auf Befehl der Olympiasermordet
wurde.
Seine Frau war etwa 23 Jahre alt. Allerdings sind die Beinschienen und
der Bogenbehälter in der Grabkammer der Frau gefunden worden, und
Philipp
heiratete in der Tat eine junge Frau, die für ihre Tapferkeit
im Kampf bekannt war. Aber ihre Familie war illyrisch und die Beinscheinen
passen nicht zu ihren Beinknochen.
Bengtson Hermann: Seite 15-18,33,40-42
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"Die Diadochen. Die Nachfolger Alexanders des Großen."
Im Hoflager Alexanders
in Babylon lebte ein Stiefbruder, Philipp
Arrhidaios, er war ein Sohn Philipps
II. und der Philinna, einer
Thessalerin. Bei den Verwandtenmorden Alexanders
nach dessen Regierungsantritt war er verschont geblieben, weil er als schwachsinnig
galt. Was ihm eigentlich gefehlt hat, vermelden die Quellen nicht. Ob Olympias,
die Mutter Alexanders, die Schuldige
gewesen ist, die ihn von der Thronfolge ausschalten wollte, wird wohl für
immer ein Geheimnis bleiben. Philipp Arrhidaios
war Mitglied der königlichen Familie; Alexander
hatte ihn als Geisel mitgeführt; damit hatte sich
Philipp abgefunden, jedenfalls ist er auf dem Alexander-Zug
niemals unangenehm aufgefallen.
Das makedonische Fußvolk, die Pezhetairen, entschieden
sich für Arrhidaios; man rief
ihn unter dem Namen Philipp zum König
aus. Aus den Reihen der Pezhetairen wurde ihm eine Leibwache zur Verfügung
gestellt.
Der Konflikt wurde dadurch gelöst, dass man ein
Doppel-Königtum vorschlug. Das Reich hatte nun einen neuen König,
Philipp
III. Arrhidaios, denn das Kind
Alexanders
war noch nicht geboren. Aber um welchen Preis. Denn dass Philipp
Arrhidaios nur ein Werkzeug in den Händen seiner Vormünder
sein würde, daran hat niemand gezweifelt. Krateros wurde zum
"Vorsteher der königlichen Belange" ernannt, das heißt, er sollte
die Obliegenheiten wahrnehmen, denen Philipp Arrhidaios
auf Grund seiner geistigen Behinderung nicht gewachsen war.
In Triparadeios (321 v.u.Z.) erhoben sich die Soldaten,
von Eurydike, der Gattin Philipps
III., aufgehetzt, und nicht nur Antipater, auch Seleukos
und Antigonos gerieten in Lebensgefahr.
Antipater
führte anschließend die Könige nach Makedonien, das damit
Sitz der Zentralregierung wurde.
Die Königin Eurydike
hatte im Frühjahr 317 v.u.Z. an der Spitze des Reiches eine Veränderung
vorgenommen. Im Namen des Königs Philipp
III. Arrhidaios, ihres Gatten, hatte sie die Reichsverweserschaft
und die Strategie von Europa Polyperchon entzogen und Kassander
übertragen. Dabei waren die Rechte der makedonischen Heeresversammlung
ignoriert worden, denn natürlich hätte diese Veränderung
durch die Heeresversammlung sanktioniert werden müssen. Im Jahre 317
v.u.Z. war Olympias aus Epirus nach
Makedonien zurückgekehrt und hatte an ihren Feinden furchtbare Rache
genommen. Auch Philipp III. Arrhidaios und
Eurydike,
die Königin, wurden beseitigt (Herbst 317 v.u.Z.). Im übrigen
hatte der König in seiner sechsjährigen Regierungszeit nichts
von Bedeutung geleistet. Er war von seiner Frau abhängig gewesen,
die ihn nach ihren Wünschen zu lenken verstanden hatte. Eurydike
war mit dem makedonischen Aufgebot der Olympias
und den Epiroten entgegen gezogen. Die Soldaten ließen
Eurydike im Stich und lieferten sie dadurch dem Schicksal aus,
das Olympias über sie verhängte.
Philipp
III. wurde umgebracht, Eurydike
zum Selbstmord gezwungen.
Geschichte mit Pfiff: 5/2001 Seite 15
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Makedonen-Geheimnis
Seit der Entdeckung des Königsgrabes von Vergina
in Nord-Griechenland 1977 schrieb man die darin gefundenen verbrannten
Überreste Makedonen-König Philipp II.
zu. Diese Annahme stellt ein griechischer Anthropologe nun in Frage.
Philipp II. (Abb.
Re.: antikes Goldmedaillon-Porträt) war öfter schwer verwundet
worden, so auch in der Schlacht von Methone 354 v. Chr., wo ein Pfeil sein
rechtes Auge durchbohrte. Spuren dieser Wunde glaubten britische Forscher
1984 entdeckt zu haben, doch der griechische Kollege wertet diese Formationen
um die Augenhöhle als normale anatomische Variationen. Das gesamte
Skelett weise keine Verletzungsspuren, aber einen interessanten Knochenbefund
auf: kaum verformte Gebeine mit Längsrissen zeigten, dass der Tote
damals nicht gleich verbrannt wurde. Bei sofortiger Verbrennung bewirkt
das noch vorhandene Kolalgen starke Deformationen und Brüche. Wandern
die Knochen erst später ins Feuer, bekommen sie typische Längsrisse
und splittern weniger. Antike Quellen schweigen über eine spätere
Kremation Philipps II., berichten aber
von der Totenfeier eines anderen Familienmitglieds:
Philipp III., Alexanders Halbbruder, hatte nach
Alexanders Tod sechs Jahre die Königswürde inne, bevor
er 317 v. Chr. ermordet wurde. Nachfolger Kassander
ließ
Philipp
III. ein halbes Jahr später exhumieren, die Gebeine verbrennen
und eine prächtige Bestattung feiern.
War der Tote von Vergina jener
Philipp III., dem die Geschichtsbücher nur wenige Zeilen
widmen? Dann hätte er - als Letzter seines Geschlechts - die
reichen Grabbeigaben erhalten und wohl auch die Waffen des Halbbruders
geerbt. Am goldenen Brustpanzer im Museum von Thessaloniki klebte dann
das Blut Alexanders des Großen...
Errington Malcolm: Seite 61,109,118,122,123,218
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"Geschichte Makedoniens."
Auch Philipps bekannte
und schließlich berüchtigte Zuneigung zu schönen Frauen
tat ihr Teil zur Kontaktpflege: von der Thessalierin Philinna,
zu der er wohl jetzt eine Beziehung aufnahm, wurde Arrhidaios
geboren, der im Jahre 323 von den Makedonen als König anerkannt wurde.
Meleagros forderte die Soldaten auf, sich der
königlichen Schätze zu bemächtigen, doch mittem im Aufruhr
ließ jemand den Namen Arrhidaios
fallen. Arrhidaios, Sohn Philipps
II. und der Philinna von Larissa,
war tatsächlich im Lager.
Andernorts dürfte die Entwicklung ähnlich verlaufen
sein und Anlaß für Polyperchon selbst gegeben haben,
mit König Philipp Arrhidaios im
Frühjahr 317 in den Süden aufzubrechen. Selbst Olympias
zeigte
keine Begeisterung für Polypercheon und zögerte, seiner
Aufforderung zu folgen.
Am Bosporus war inzwischen eine königliche makedonische
Flotte von
Antigonos' Schiffen
unter Kassandros'Offizier Nikanor
vernichtet worden; und am Hof selbst versuchte es die Königin Eurydike,
die der von Polyperchon betriebenen Rückkehr der
Olympias haßerfüllt entgegensah, mit einem Aufstand:
sie ließ nämlich verlauten, daß König Philipp
Polyperchon entlassen hätte.
Der Grund, Olympias' Rückkehr
zu fördern, war Polyperchons Anliegen, alle königlichen
Personen, einschließlich der Olympias,
unter seine Obhut zu bringen. Ohne daß er über ein Monopel des
königlichen Namens verfügte, war seine ohnehin schwache Stellung
nicht haltbar.
Eurydike hatte es
geschickt verstanden, die Verschiedenheit der Interessen der zwei regierungsunfähigen
Könige und ihres weiblichen Anhangs herauszustellen und für ihre
Auffassung Anhänger zu gewinnen. Sie hatte sogar ein Heer sammeln
können, was Polyperchon dazu zwang, Olympias
von Epeiros über den Pindos nach Makedonien mit einem Heer zu begleiten.
Doch letzten Endes wollten Eurydikes
Soldaten nicht gegen die alte Königin Olympiasund
Polyperchon
kämpfen: Philipp und Eurydike
wurden gefangengenommen.
Während sich Polyperchon bislang bemüht
hatte, mit dem tradionellen adligen Konsens zu regieren, fand er jetzt
keine Mittel, um Olympias in dem Ausbruch
ihres aufgestauten Zornes zu bändigen. Sie war es, die nach ihrer
Rückkehr nach Makedonien das Sagen hatte. Ihr Hauptbeweggrund war
Rache; an einen regierungsfähigen Konsens dachte die erbitterte Gattin,
Mutter unnd Großmutter von makedonischen Königen, dar nicht.
Eurydike
und Philipp
ließ sie peinigen,
bevor sie Philipp
ermorden ließ
und Eurydike zum Selbstmord trieb.
So wurde aber dem Kassandros,
ohne daß er selbst überhaupt etwas getan hatte, die Rolle des
Rächers des Königspaares Philipp
und Eurydike zugespielt. Das Wüten
und die Unfähigkeit seiner Gegner hatte ihm - der fornmell als Aufständischer
angesehen werden mußte - und seinem Vorhaben einen gänzlich
unverdienten Schein der Legitimität verliehen.
Die Ermordung des Philipp Arrhiadaios
hatte
den einen König weggerafft; die Grausamkeiten der
Olympias
und der verlorene Bürgerkrieg hatten Alexander
IV. in der Preaxis abqualifiziert. Kassandros
kam als Friedensbringer, als tatkräftiger Helfer zu denjenigen, die
seinem Vater zur Seite gestanden hatten.
Eine der ersten Taten des Kassandros
nach dem Bürgerkrieg war das prunkvolle Begräbnis des von Olympias
ermordeten Philipp Arrhidaios in der
Begräbnisstätte der makedonischen Könige bei Aigai. Mit
ihm zusammen wurde die Leiche seiner Frau (der Philipp-Enkelin
Eurydike)
bestattet; auch ihre von Perdikkas ermordete Mutter, Philipps
Tochter Kynnane, wurde in Aigai beigesetzt.
Wahrscheinlich gehört gerade das Grabmal des königlichen Paares
zu den prunkhaften Gräbern, die inn Aigai in den letzten Jahren entdeckt
wurden.
In Babylon (323) waren es eben die Fußsoldaten,
die Philipps Sohn Arrhidaiosgegenüber
Alexanders
Baby
bevorzugten; am Hyphasis und dann wieder in Opis war es das Fußvolk,
das gegen den König eigene Vorstellungen entwickelte und teilweise
auch durchsetzte.
322 v.u.Z.
oo Eurydike II., Tochter des Königs Amyntas
IV. und der Kynane
338 v.u.Z. †
317
v.u.Z. ermordet
Sie war die Nichte ihres Gatten, Regentin und Gegnerin
des Reichsverwesers Antipatros.
Literatur:
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Bengtson Hermann: Die Diadochen. Die Nachfolger
Alexanders des Großen. C. H. Beck'sche Verlagsbuchhandlung
München 1987 Seite 15-18,33,40-42 - Bengtson Hermann: Herrschergestalten
des Hellenismus. Verlag C.H. Beck München 1975 Seite 15,23,118 - Bengtson
Hermann: Philipp und Alexander der Große. Die Begründer der
hellenistischen Welt. Eugen Diederichs Verlag München 1997 Seite 11,22,125,187,252,255
- Droysen Johann Gustav: Geschichte Alexanders des Großen.
Akademische Verlagsgesellschaft Athenaion Kettwig 1990 - Droysen
Johann Gustav: Geschichte des Hellenismus. Primus Verlag 1998 Band I Seite
68,275,277/Band II Seite 6,7,56,59,61,68,76,89,95,133, 140,150,152,158
- Errington Malcolm: Geschichte Makedoniens. C.H. Beck Verlag München
1986 Seite 61,109,118,122,123,203,218 - FISCHER WELTGESCHICHTE.
Band 6 Der Hellenismus und der Aufstieg Roms. Die Mittelmeerwelt im Altertum
II. Fischer Bücherei KG, Frankfurt am Main 1965 Seite 34,42,45,52
- Fox Robin Lane: Die Suche nach Alexander. Georg Westermann Verlag
GmbH Braunschweig 1990 Seite 53,62,307,308 - Geyer, Fritz: Alexander
der Große und die Diadochen. Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig
1925 Seite 115,122,129 - Grant, Michael: Von Alexander bis Kleopatra.
Die hellenistische Welt. Gondrom Verlag GmbH & Co KG, Bindlach 1984
Seite 15,16,17, 104,22 - Herm Gerhard: Die Welt der Diadochen. Alexanders
Erben kämpfen um die Herrschaft. C. Bertelmann Verlages GmbH, München
1978 Seite 40,52 - Hölbl Günther: Geschichte des Ptolemäerreiches.
Politik, Ideologie und religiöse Kultur von Alexander dem Großen
bis zur römischen Eroberung. Wissenschaftliche Buchgemeinschaft Darmstadt
1994 Seite 13,17,78,283 A 27 - Kreißig Heinz: Geschichte des
Hellenismus. Akademie-Verlag Berlin 1982 Seite 43,78,80,82,85 - Lauffer
Siegfried: Alexander der Große. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH
& Co. KG München 1993 Seite 36,40,190,195 - Thiele, Andreas:
Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte
Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser
Ergänzungsband, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 236 -