Jüngerer Sohn des makedonischen Reichsverwesers
Antipater
Thiele, Andreas: Tafel 239
**************
"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen
Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser
Ergänzungsband"
JOLLAS
------------
†
Jollas war der Mundschenk Alexanders
des Großen und sollte ihn letztlich vergiftet haben. Sein
Grab wurde dem Erdboden gleichgemacht.
Seine erprobte Treue und die nüchteren Klarheit,
mit der er militärische wie politische Verhältnisse auffaßte,
machten ihn für das hohe Amt eines Reichsverwesers vollkommen geeignet;
die Vermählung mit seiner Tochter schien das sicherste Mittel, die
hohe Familie der LYNKESTIER zu gewinnen; seine Söhne
Kassandros,
Archias und Iolaos erhielten erst später Bedeutung.
Antipatros selbst soll seinen Sohn Kassandros
gesandt haben, zu rechtfertigen, was er getan; vielleicht wünschte
er zugleich, dem König, bei dem sich bereits sein Sohn Iolaos als
Mundschenk
befand, in seinem ältesten Sohn ein neues Unterpfand seiner Treue
zu geben.
Darum hatte Perdikkas sich bei Antipatros
um die Hand seiner Tochter Nikaia beworben;
Antipatros
erklärte sich gern bereit dazu; er sandte Nikaia
unter Begleitung der Archias und ihres Bruders Iolaos nach
Asien.
Ihm die Stütze zu entziehen, mag Perdikkas
um die Tochter des Antipatros geworben haben; jetzt kam sie, von
Archais
und Iolaos begleitet, nach Asien, um sich mit Perdikkas zu
vermählen.
Olympias, die Königin-Mutter,
hat vor Antipatros' Haß nach Epeiros flüchten müssen;
sie glaubt es, und viele mit ihr, daß Antipatros am Tode Alexanders
schuld gewesen, daß sein Sohn Iolaos ihm Gift gereicht habe.
War es nicht Antipatros gewesen, der sie, die
Mutter des Welteroberers, mißehrt und zur Flucht nach Epeiros gezwungen,
der ihre Tochter Kleopatra vor ein
makedonisches Gericht geladen und auf den Tod verklagt hatte? War es nicht
dessen
Sohn Iolaos gewesen, der ihrem großen Sohne, wie alle Welt sagte,
das Gift gereicht hatte?
Nach diesem Ausgang des Königs und der Königin
wütete Olympias weiter gegen deren
Freunde; sie ermordet Kassandros'
Bruder Nikanor, sie ließ das Grab seines Bruder Iolaos
aufwühlen, sie ließ Hunderte von Kassandros'
Freunden hinrichten.
Literatur:
-----------
Droysen Johann Gustav: Geschichte des Hellenismus.
Primus Verlag 1998 Band I Seite 63,457/Band II Seite 50,58,114,152 - Errington
Malcolm: Geschichte Makedoniens. C.H. Beck Verlag München 1986 Seite
119 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln
zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs-
und Fürstenhäuser Ergänzungsband, R.G. Fischer Verlag 1994
Tafel 239 -