Sohn des makedonischen Adligen Orontes,
Bruder vom Reichsverweser Perdikkas
Thiele, Andreas: Tafel 237
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen
Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser
Ergänzungsband"
ALKETAS
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† 319 v.u.Z.
Alketas erhielt von König Alexander
hohe Kommandos, ermordete im Auftrage seines Bruders Perdikkas
Alexanders Halbschwester Kynane,
stand in Kleinasien mit Eumenes gegen Krateros und Antigonos
und
wurde 321 v.u.Z. zum Tod verurteilt. Er floh mit seinem Schwager Attalos
nach Pisidien, wurde dort in der Schlacht bei Kretopolis besiegt und beging
Selbstmord.
Mehrere dieser Geschlechter, wie schon bemerkt, waren
fürstlichen Ursprungs; so das BAKCHIADEN-Geschlecht von Lynkestis;
so das Geschlecht des Polyperchon, fürstlich im tymphäischen
Lande; so das des Orontes, dem die Landschaft Orestis gehört
zu haben scheint; des Orontes älterer Sohn Perdikkas
erhielt die Führung der Phalanx von Orestis, derselben, wie es scheint,
welche demnächst, als er selbst Hipparch wurde, an seinen Bruder
Alketas überging.
Vor Massaga (328) gelang es der Phalanx Alketas‘,
der es der König geboten hatte, kaum, die Sterbenden vor der Wut der
Feinde zu sichern und sie ins Lager zurückzubringen. Gemeinsam mit
Polyperchon
war Alketas‘ Phalanx mit am Hydaspes.
Perdikkas sandte Truppen unter Alketas
gegen Kynane mit dem Befehl, sie, wo
er sie fände, anzugreifen, sie lebend oder tot einzubringen. Aber
die Makedonen, der kühnen Fürstin, der Tochter Philipps
gegenüber, weigerten den Kampf, forderten Vereinigung beider Heere,
die Vermählung der jungen Fürstin mit ihrem König. Es war
die höchste Zeit, dass sich Alketas seiner blutigen Vollmacht
bediente; vergebens, dass Kynane kühn
und beredt von ihrem königlichen Blut, von dem schnöden Undank
des Alketas und Perdikkas, von dem Verrat, mit dem man sie
umgarnt, sprach; Alketas ließ sie, wie es sein Bruder Perdikkas
forderte, ermorden. Der laute Unwille des Heeres, der zu offener Empörung
gegen den Reichsverweser auszubrechen drohte, wurde mit Mühe und nur
dadurch beschwichtigt, dass Eurydike
mit Philipp Arrhidaios verlobt wurde.
Der Reichsverweser stellte, bevor er gegen Ptolemaios
aufbrach, seinen Bruder Alketas, den Satrapen von Armenien Neoptolemos,
den Satrapen von Kilikien, Philotas, dessen Satrapie Philoxenos
erhielt,
unter Eumenes‘ Befehl.
In den südlichen Landschaften Kleinasiens stand
noch Alketas, des Perdikkas Bruder; er hatte sich namentlich
die Pisidier so zu gewinnen gewußt, dass er sich auf die Treue dieses
wilden und kriegsgewohnten Bergvolkes vollkommen verlassen konnte. Bald
hatte er eine bedeutende Streitmacht um sich versammelt. Es war natürlich,
dass sich alles, was Perdikkas noch anhing, nach Kleinasien zog.
Jetzt, da Einigkeit am notwendigsten gewesen wäre, zeigte sich weder
Attalos
noch Alketas geneigt, sich dem Kardianer Eumenes, gegen den
sie schon zu Perdikkas‘ Lebzeiten ihre Eifersucht nicht verhehlt
hatten, zu fügen. Attalos wandte sich mit seiner Flotte nach
dem karischen Lande.
Im Jahre 321 weigerten sich Attalos und Alketas
erneut,
unter dem Befehl des Eumenes zu kämpfen.
Antigonos hatte,
als er noch in Kappadikien in den Winterquartieren stand, Nachrichten von
den Bewegungen des Alketas und Attalos erhalten, welche ihn
bewogen, schnell aufzubrechen. Beim ersten Angriff wankten die Phalangen
des Alketas; umsonst versuchte Attalos, Polemon, Dokimos
das Gefecht zu halten; bald war die Flucht allgemein, sie selbst und viele
Hauptleute wurden gefangen. Das Gemetzel war nicht bedeutend, die meisten
Makedonen des geschlagenen Heeres warfen die Waffen weg und ergaben sich
Antigonos.
Alketas
war mit seinen eigenen Hypaspisten, den Pagen und den treuen Pisidiern,
die in seinem Heer gewesen waren, südwärts geflohen; er warf
sich in die Stadt Termessos, welche, etwa vier Tagesmärsche südwärts
und jenseits des Gebirges gelegen, die Pässe beherrscht, die aus dem
Tal des Kataraktes nach der Alpenlandschaft Milyas hinaufführten.
Etwa 6.000 Pisidier waren mit ihm, Leute von ausgezeichneter Tapferkeit
und Anhänglichkeit; sie wiederholten ihm feierlichst das Versprechen,
dass sie ihn nimmer verlassen würden, er möge den Mut nicht sinken
lassen. Indes rückte
Antigonos
mit seiner gesamten Macht heran; er forderte Alketas auf, sich zu
ergeben. Die Alten in der Stadt schickten zu Antigonos,
um mit ihm abzusprechen, wie sie Alketas ausliefern könnten.
Antigonos
ging auf den Antrag ein; sowie die junge Mannschaft hinaus war, schickten
die Alten einige starke und zuverlässige Männer, Alketas zu
fangen. Darauf war der Feldherr nicht gefaßt; sobald er sah, dass
keine Rettung sei,
stürzte er sich in sein Schwert. Dann wurde
der Leichnam auf eine Bank gelegt, mit einem alten Laken überdeckt
vor das Tor gebracht, wo Antigonos‘ Leute
ihn Empfang nahmen.
Antigonos aber,
nachdem er den Leichnam des Alketas drei Tage ang dem öffentlichen
Hohne preisgegeben, ließ ihn endlich, da er schon zu verwesen begann,
unbeerdigt hinwerfen. Mitleidige Pisidier haben ihn, so ehrenvoll sie vermochten,
begraben.
Literatur:
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Droysen Johann Gustav: Geschichte des Hellenismus.
Primus Verlag 1998 Band I Seite 62,32,42, 60-61,68,91,93,94,103-105 - Geyer,
Fritz: Alexander der Große und die Diadochen. Verlag von Quelle &
Meyer in Leipzig 1925 Seite 124 - Thiele, Andreas: Erzählende
genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische
Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband,
R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 237 -