Achaios der Jüngere                       Seleukiden-Prinz
-------------------------                      Gegen-König (220-213 v. Chr.)
    213 v.u.Z. hingerichtet
 

Sohn des Prinzen Andromachos von Syrien aus dem Hause der SELEUKIDEN
 

Illustriertes Lexikon des Altertums: Seite 14
*****************************
Achaios, seleukidischer Feldherr
---------
   †

Sohn des Andromachos und Cousin oder Onkel des Antiochos III.

In dessen ersten Regierungsjahren war Achaios Reichsverweser in Kleinasien. Er besiegte Attalos I. von Pergamon und gewann so ehemaliges seleukidisches Gebiet zurück (223-222 v. Chr.); 220 v. Chr. rief sich Achaios in Laodikeia selbst zum König aus. 216 v. Chr. rächte sich Antiochos III., und 215-213 v. Chr. wurde Achaios in der Festung von Sardes belagert. Er wurde dazu überredet, an einem Fluchtversuch teilzunehmen, doch von seinen Begleitern verraten und gefesselt an Händen und Füßen an Antiochos III. ausgeliefert. Achaios wurde enthauptet, sein verstümmelter Leichnam in eine Eselshaut eingenäht und gekreuzigt.



Thiele, Andreas: Band III Tafel 249
**************
"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband"

ACHAIOS DER JÜNGERE
----------------------------------
   213 hingerichtet

Achaios der Jüngere wurde Vize-König von Kleinasien zu Sardes, eroberte große Teile von Kleinasien von Pergamon zurück, begann gegen die königliche Hauptlinie zu rebellieren und nahm um 220 v.u.Z. den Titel König an. Er eroberte zeitweise Nord-Syrien dazu, stützte sich gegen den NeffenAntiochos III. auf Ägypten und Rhodos. Er mußte nach zweijähriger Belagerung in Sardes kapitulieren und wurde von Antiochos III. hingerichtet.

  oo LAODIKE  VON PONTOS
                  †
Tochter des Königs Mithridates II. (Cousine)
vgl. Seleukiden Ia



Droysen Johann Gustav: Band III Seite 44,47,235,301,310,379,380,387,395,407,408,412
********************
"Geschichte des Hellenismus."

În den Notständen zu Anfang der Regierung des dritten Antiochos finden wir diese Verbindung der Zivil- und Militärgewalt in einer Hand; Achaios erhält „die Dynastie“, das heißt die Gesamtgewalt für die Länder diesseits des Tauros, die Satrapien von Medien und Persien und die über diese oberen Provinzen.
An dieser Stelle ist eines besonderen Umstandes zu erwähnen. Als Antiochos der Große gen Babylonien ziehen will, empören sich seine Truppen wegen mangelnden Unterhaltes; sie beruhigen sich, als Zufuhr kommt, nur die Kyrrhesten, etwa 6.000 Mann, nicht; sie müssen in förmlicher Schlacht bezwungen werden, sie finden meist den Tod. Auf ihre Empörung besonders hatte Achaios, der das Diadem angenommen, seine Hoffnung gesetzt, aber seine Truppen weigern sich, gegen ihren angestammten König zu ziehen.
Der König Seleukos Soter zog mit dem Anfang des Jahres 222 mit sehr bedeutender Heeresmacht über den Tauros; seiner Mutter Bruder, der kühne Achaios, war mit ihm, derselbe, dessen Vater in Alexandreia gefangen war. Der Pergamener wurde zurückgedrängt; bereits in Phrygien stand das seleukidische Heer; mag es wahr sein, dass der junge König es nicht zu führen verstand, er wurde von Nikanor und dem Galater Apaturios ermordet. Eine Angabe läßt vermuten, dass es auf Anstiften der ihm Nahestehenden geschah; jedenfalls Achaios war ohne Schuld, er ließ sofort die Mörder ergreifen, hinrichten; er wies das Diadem zurück, das ihm das Heer, dessen vollste Hingebung er besaß, anbot; er führte den Krieg mit rascher Entschiedenehit weiter. Es war ein Sohn des Seleukos vorhanden; so riefen die Truppen, die in Syrien zurückgeblieben waren, des Königs Bruder zum Thron. Achaios war mit der Gewalt über die Länder jenseits des Tauros, die er eben jetzt dem Reich wiedereroberte, betraut. In der Tat über Erwarten schnell waren die Erfolge, die Achaios gewann; selbst die feste Burg von Sardeis fiel in seine Gewalt, Attalos wurde auf das kleine dynastische Gebiet seiner Vorgänger zurückgeworfen.
Ja er legte dem König Briefe vor, - Polybios hält sie für untergeschoben -, in denen Achaios angab, dass er von Alexandreia aus aufgefordert sei, sich der Gewalt zu bemächtigen, dass ihm jeden mögliche Unterstützung an Geld, Truppen und Schiffen versprochen sei, wenn er das königliche Diadem annehme. Dass Ägypten um jeden Preis gern Achaios gewonnen hätte, war zu natürlich, als dass Antiochos nicht an die in jenen Briefen bezeichneten Tatsachen hätte glauben sollen; so setzte Hermeias es durch, dass der Feldzug nach Koilesyrien fürden komenden Frühling beschlossen wurde. An Achaios‘ Treue, wie glänzende Anerbietungen ihm auch Alexandrien aus gemacht würden, war nicht im entferntesten Grund zu zweifeln; seinen Erfolgen in Kleinasien hatte man es zu danken, dass Ägypten dort auf der Westküste außer Ephesos und Samos nichts mehr behauptete, dass Attalos auf seine Residenz zurückgedrängt war, dass die freien Städte der syrischen Hoheit zurückgegeben waren.
 
 
 
 

  oo Laodike von Pontos, Tochter des Königs Mithridates II.
            †                          Cousine
 
 
 
 

Literatur:
-----------
Bengtson Hermann: Herrschergestalten des Hellenismus. Verlag C.H. Beck München 1975 Seite 190, 192,193,195,237 - Droysen Johann Gustav: Geschichte des Hellenismus. Primus Verlag 1998 Band Seite 44,47,235,301,310,379,380,387,395,407,408,412 - FISCHER WELTGESCHICHTE. Band 6 Der Hellenismus und der Aufstieg Roms. Die Mittelmeerwelt im Altertum II. Fischer Bücherei KG, Frankfurt am Main 1965 Seite 161,162,163 - Hölbl Günther: Geschichte des Ptolemäerreiches. Politik, Ideologie und religiöse Kultur von Alexander dem Großen bis zur römischen Eroberung. Wissenschaftliche Buchgemeinschaft Darmstadt 1994 Seite 53,112-114-116 - KLEINES LEXIKON DES HELLENISMUS. Harrassowitz Verlag Wiesbaden 1993 Seite 98,285,334,344,422,535,542,596, 610,623,714,720 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 249 -