Theodosios                                     Prinz von Byzanz
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um 635 656 oder 660 ermordet
 

Sohn des Kaisers Konstantin III. von Byzanz und der Gregoria
 

Norwich John Julius: Band I Seite 383
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"Byzanz. Der Aufstieg des oströmischen Reiches."

Noch mehr aber lastete man ihn an, dass er 660 skrupellos die Ermordung seines Bruders Theodosios angeordnet hatte, nachdem er ihn gezwungen hatte, Priester zu werden. Der wahre Grund lag nicht, wie er vorgab, in der Verschwörung Theodosios' gegen ihn, sondern darin, dass Konstanz ihn eigentlich hätte zum Mit-Kaiser ernennen müssen, den Gedanken an eine Teilung seiner Macht aber nicht ertragen konnte.

Thiess Frank: Seite 540,589,598,619
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"Die griechischen Kaiser. Die Geburt Europas."

 Konstantin hatte zwei Söhne, Herakleios und Theodosios, und Philagrius überzeugte den Kaiser davon, daß die Gefahr bestünde, die beiden Kinder könnten nach dem Tode einem Anschlag der bösen Stiefmutter zum Opfer fallen.
Da er trotz seiner Eigenliebe merkte, daß er sich nach und nach um das Vertrauen in seine Fähigkeiten brachte, entwickelte sich in ihm neben Anwandlungen von zorniger Entschlußkraft eine bösartige Mißgunst gegen seinen Bruder Theodosios, dessen Beliebtheit wuchs, während die seine absank.
Der Kaiser wurde nur durch die selbstaufopfernde Treue eines Sohnes des Stabstrompeters gerettet und konnte als Matrose verkleidet zusamemn mit seinem Bruder Theodosios nach Konstantinopel fliehen. Es geschah nun etwa sehr Auffälliges: während die Bevölkerung über die Ankunft des Kaisers nicht triumphierte, empfing sie seinen geretteten Bruder Theodosios mit Freude. Vielleicht würde Konstans sich damit abgefunden haben, hätten nicht die an der Schlacht beteiligten Soldaten ganz offen zu verstehen gegeben, daß der junge Theodosios sich an der Spitze seiner Schiffseinheit tapfer geschlagen hatte, während man Gleiches vom Kaiser nicht zu berichten wußte.
Diesmal scheint der Patriarch Petrus die Rolle des Mephistopheles gespielt zu haben und dem Kaiser gesagt haben, wie er sich auf gute Art des unbequemen Bruders entledigen könne. Da nämlich Konstans ihn üblicherweise zum Mitregenten hätte ernennen müssen, diese Ehrung aber schon 654 seinem ältesten Sohn Konstantin hatte zuteil werden lassen, war das einfachste Mittel zu seiner Entfernung die Priesterweihe. Theodosios wurde vom Patriarchen feierlich unter die Diakone aufgenommen. Dergleichen fromme Beförderungen waren, sofern man sie an einem Mitgliede des kaiserlichen Hauses vornahm, stets verdächtig, und Theodosios, der für sein Amt nicht die geringste Eignung mitbrachte, wird verstanden haben, worauf sein Bruder hinauswollte.
Die Stimmung gegen Konstans, die schon wärend des Prozesses gegen den greisen Papst sich spürbar verschlechtert hatte und durch seine Mißerfolge in Armenien und zur See nicht besser geworden war, ließ ihn fürchten, daß eine zweite Verschwörung glücken könnte, wenn man Theodosios gegen ihn ausspielte. Er beschloß, der Hydra den Kopf abzuschlagen. Er gab den Befehl, seinen Bruder zu töten [12 Das Jahresdatum der Ermordung ist aus den Quellen nicht mit Sicherheit zu erschließen. Ostrogorsky hat es in das Jahr 660 verlegt (Geschichte 78)), Kaestner, 74, ist der Meinung, daß der Mord bald nach der Rückkehr aus der Seeschlacht erfolgt sein dürfte. Für Kaestners Datierung spricht die größere psychologische Wahrscheinlichkeit. Nach der Niederlage an der lykischen Küste und der brutalen Verurteilung Martins konnte die Lage, in der Konstans sich befand, angesichts der schon einmal aufgeflackerten Rebellion leicht zu einer zweiten Verschwörung führen, deren Führer dann in Theodosios den Kaiser sahen, dem das Volk zugejubelt hätte. Im Jahre 660, nach dem erfolgreichen Slawenkrieg und dem Frieden mit Muawija, lagen die Dinge nicht mehr so, daß er Theodosios noch fürchten mußte.].
Falls der Mord an Theodosios, wie man annehmen darf erst ein Jahr nach der Schlacht an der lykischen Küste stattgefunden hat, fiel er ungefähr mit der am 17. Juli 656 erfolgten Ermordung des Kalifen Utman zusammen.
 
 
 
 

Literatur:
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Norwich John Julius: Byzanz. Der Aufstieg des oströmischen Reiches. Econ Verlag GmbH, Düsseldorf und München 1993 Band I Seite 383 - Thiess Frank: Die griechischen Kaiser. Die Geburt Europas. Paul ZsolnayVerlag Gesellschaft mbH Hamburg/Wien 1959 Seite 540,548,589,598,619 -