Lexikon des Mittelalters: Band VI Spalte 1861
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Pelagonia, Schlacht von (1259)
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In Pelagonia, der westmakedonischen Beckenlandschaft um
die an der Via Egnatia gelegene Stadt Pelagonia (heute Bitola), einem Suffraganbistum
des Erzbistums Ohrid, kam es im Frühsommer oder Herbst 1259 zur Entscheidungsschlacht
zwischen den Truppen des Reiches von Nikaia unter dem Sebastokrator
Johannes
Palaiologos und einem Koalitionsheer aus Kontingenten des
Fürsten
von Epeiros, Michael
II., seiner Söhne
Nikephoros
und Johannes
und seiner Schwiegersöhne Wilhelm II. von Achaia
und
Manfred
von Sizilien. Widersprüchliche Darstellungen in den Quellen
(Akropolites, Pachymeres, Gregoras, Chronik von Morea, Sanudo) erschweren
eine Rekonstruktion der Ereignisse. Feststeht, daß Michael II.
und seine Söhne mit ihren Trupen das Schlachtfeld vor dem eigentlichen
Kampf verließen, weil Michael
von
Wilhelms Plänen,
seine Herrschaft in Zentral-Griechenland auf seine Kosten auszubauen, erfahren
hatte. Wilhelm II. und ein Großteil seiner Barone gerieten
in byzantinische Gefangenschaft, während Manfreds
Kontingent
von 400 Rittern kampflos kapitulierte. Das langfristig wirsamste Ergebnis
der Schlacht war, daß Byzanz durch Gebietserwerb bei der Freilassung
Wilhelms
II. wieder in Morea Fuß fassen konmnte (Dölger, Geg. Nr.
1895).