Illegitimer Sohn des Despoten Michael
I. Angelos von Epiros
Lexikon des Mittelalters: Band VI Spalte 600
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Michael II. Dukas Komnenos (Angelos), Herrscher von Ep(e)iros
ca. 1231-1267/68
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zwischen Mai 1267 und August 1268
Illegitimer Sohn Michaels I. von Epiros, Despotes
oo heilige Theodora Petraliphas
Kehrte nach 1230 aus dem Exil nach Epiros zurück
und konnte in den folgenden Jahren die Herrschaft in Epiros und Teilen
Thessaliens konsolidieren. Michael II. verteidigte in mehreren Konflikten
seit 1251 die Selbständigkeit Epiros gegen das nikänische Kaisertum
und, nach 1261, gegen das restaurierte Byzantinische Kaiserreich 1258/59
schloß er mit Wilhelm II. von Achia und König
Manfred von Sizilien, dem er Korfu
und epirotische Küstenplätze überließ, ein Bündnis
gegen Nikaia, ließ aber vor der entscheidenden Schlacht bei Pelagonia
seine Verbündeten im Stich. Sein daraufhin von nikänischen Truppen
besetztes Herrschaftsgebiet konnte Michael II. aber zum größten
Teil wiedererobern. In den folgenden Jahren kämpfte Michael II.
Dukas Komnenos mit wechselndem Erfolg gegen das Byzantinische Reich,
bis es 1264 zu einem dauerhaften Frieden kam.
MICHAEL II.
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* 1205, 1266/68
unehelich
Michael II. Dukas-Nothos-Angelos-Komnenos war ab 1231/36 Archon von Epiros-Ätolien und ab 1249 nikäischer Despot. Er stand gegen Venedig, Serbien und besonders gegen Bulgarien.
oo THEODORA DUKAINA-PETRALIPHAINA, Tochter des
Johannes
um 1256
1254 Trennung und Nonne: "Heilige Theodora von Arta"
Bevor sich Johannes Vatatzes
Konstantinopel zuwenden konnte, gab es jedoch noch einen anderen Feind
zu besiegen. Etwa neun Jahre zuvor hatte sich die Region Epiros von Thessalonike
gelöst und unter Michael II., einem unehelichen Sohn des
Staatsgründers Michael I., wieder als unabhängiges Despotat
eingerichtet. Auch Epiros hatte von der mongolischen Eroberung Bulgariens
profitiert und einen großen Teil des von
Zar Johannes Asens Truppen 1230
eroberten Territoriums zurückgewonnen. Bei Ochrid und Prilap grenzte
es nun an das Reich von Nikäa. Johannes Vatatzes
griff Epiros nicht an, denn ein Krieg konnte sich in solch wildem,
unzugänglichem Bergland jahrelang hinziehen. Vielmehr schloß
er 1249 mit Despot Michael einen Freundschaftsvertrag, den er durch
eine Verlobung seiner Enkelin Maria,
einer Tochter Helena Asens und
Theodors II. Laskaris, mit Michaels
Sohn Nikephoros besiegelte.
So wäre alles in bester Ordnung gewesen, hätte
nicht der alte Querulant Theodor Dukas seinen
Neffen Michael II. überredet, vom Vertrag zurückzutreten
und erneut die Waffen gegen das Reich von Nikäa zu erheben. Dessen
Truppen nahmen daraufhin 1251 Prilap ein und stießen bis zum Axios
(Wardar) vor. Kaiser Johannes
Vatatzes brauchte nun nicht mehr auf eine Gelegenheit zu warten.
Mit dem größten Heer, das er ausheben konnte, setzte er noch
einmal nach Europa über und zwang den Despoten 1253 zur Kapitulation.
Michael hatte nun Grund genug, seine Torheit zu bedauern; er mußte
nicht nur das gerade erworbene Gebiet abtreten, sondern auch den Landstrich
West-Makedoniens, den er dem bulgarischen Zaren abgenommen hatte, und zudem
noch einen Teil Albaniens. Sein Sohn Nikephoros wurde als Geisel
an den Hof seines zukünftigen Schwiegervaters mitgenommen, auf dass
er sich in Zukunft anständig benehme. Und auch der alte, blinde unausstehliche
Theodor Dukas mußte die Reise
über das Marmarameer antreten, um seine Tage - reichlich verdient
- im Gefängnis zu beschließen.
Eine weitere dynastische Heirat, vorgesehen schon für
das Jahr 1249, aber erst sieben Jahre später feierlich begangen, fand
zwischen Irene Laskaris' und
Johannes Vatatzes' Enkelin Maria
und Nikephoros, dem Sohn Michaels II. von Epiros statt. Diese
Ehe sollte das Band zwischen Epiros und Nikäa festigen. Leider hatte
sie jedoch den gegenteiligen Effekt, da Theodor
unklugerweise im letzten Augenblick als Bedingung Durazzo und die makedonische
Stadt Serwia gefordert hatte. Die Mutter des Bräutigams, die ihren
Sohn ins Lager der Kaiserlichen an der Maritza begleitet hatte, mußte
zustimmen, da sie sonst in Gefangenschaft geraten wäre. Als sie mit
der Kunde zurückkam, dass man sie gezwungen habe, zwei höchst
bedeutende Städte des Despotats preiszugeben, wurde in verständlicher
Wut sogleich ein Feldzug gegen Thessalonike eingeleitet, wobei das Despotat
Epiros zusätzlich um serbische und albanische Unterstützung nachsuchte.
Innerhalb weniger Tage stand Makedonien unter den Waffen.
Zweifellos war Michael Palaiologos
der geeignete Feldherr für eine solche Situation. Der Kaiser war ihm
jedoch alles andere als gewogen. Er und Michael
kannten einander von Kindesbeinen an. Sie hätten verschiedener nicht
sein können. Theodor, der intellektuelle
und durch seine Krankheit eher introvertierte Thronfolger, erkannte in
dem glänzenden und gutaussehenden Aristokraten, der viele Fähigkeiten
zu besitzen schien, die ihm fehlten, den Konkurrenten. Außerdem hatte
er von seinem Vater das instinktive Mißtrauen gegenüber Michael
übernommen, das ans Pathologische grenzte, wenn er aufgebracht war.
Etwas früher in diesem Jahr hatte er ihn, ohne offensichtlichen Grund,
des Hochverrats angeklagt, so dass Michael,
der um sein Leben fürchtete, im Seldschuken-Sultanat Zuflucht suchte,
wo er das christliche Söldnerheer des Sultans gegen die mongolischen
Eindringlige befehligte. Michael hatte
Theodor
daraufhin Treue geschworen und dieser ihm seinerseits mit einem feierlichen
Eid für die Zukunft Sicherheit gelobt. Doch erst nach einigem Zaudern
übertrug er ihm nun den Oberbefehl, und selbst danach konnte er seinen
Argwohn nicht völlig überwinden. Da er wohl fürchtete, Michael
könnte sich gegen ihn wenden, überließ er ihm so wenig
Truppen, dass damit nichts auszurichten war. Zwar kämpften sie tapfer
und gelangten sogar bis Durazzo, allein sie vermochten die Flut aus Epiros
nicht aufzuhalten. Im Frühsommer stand Nikephoros' Heer
vor den Toren Thessalonikes, und Michael Palaiologos,
der erneut in Ungnade fiel und bald darauf mit dem Kirchenbann belegt wurde,
mußte fortan in einem nikäischen Gefängnis schmachten.
Nur wenige der bei der gemeinsamen Krönung Anwesenden
dürften daran gezweifelt haben, dass Michael
VIII. Palaiologos sein Volk wieder in die angestammte Hauptstadt
führen würde. Bevor dies jedoch geschehen konnte, galt es einen
Feind zu besiegen. Zu Beginn des Jahres 1258 war nämlich der natürliche
Sohn FRIEDRICHS II., Manfred
von Sizilien, in Epiros eingefallen, hatte Korfu besetzt und
mehrere Küstenstädte, unter anderem Durazzo, Awlona und Butrinto,
eingenommen. Der Despot Michael von Epiros, der seinen Makedonienfeldzug
nicht abbrechen wollte, da der Fall Thessalonikes unmittelbar bevorzustehen
schien, verbündete sich statt dessen mit Manfred
gegen Nikäa, gab ihm die Hand seiner ältesten Tochter
Helena und überließ ihm
die eroberten Gebiete gewissermaßen als ihre Mitgift. Manfred
griff sofort zu und überstellte als Zeichen seines guten Willens seinem
Schwiegervater 400 bewaffnete Ritter aus Deutschland. Schon bald danach
schloß sich dem neuen Bündnis Wilhelm von Villehardouin
an, der lateinische Fürst von Achäa im Norden des Peloponnes,
der Michaels zweiten Tochter Anna zur Frau nahm. Das eigentliche
Ziel des Feldzugs stellte natürlich Konstantinopel dar. Doch dies
setzte die Einnahme Thessalonikes als der europäischen Hauptstadt
des Reichs von Nikäa voraus.
Michael von Epiros weilte mit seinen Truppen immer
noch im Winterquartier bei Kastoria. Völlig unvorbereitet flohen sie
in die Hafenstadt Awlona, die sich noch in der Hand Manfreds
befand. Dort bat Michael seine Verbündeten dringend um Hilfe;
nicht vergeblich, denn Manfred sandte
sogleich eine weitere Reiterabteilung, und Fürst Wilhelm eilte
persönlich an der Spitze eines großen Heeres von Achäa
herbei. Den Zahlen kann man bekanntlich nicht trauen. Wenn man jedoch die
Truppen der westlichen Verbündeten insgesamt auf 45.000 Mann
schätzt, dürfte man der Wahrheit wohl recht nahe kommen. Sie
waren der Streitmacht, die Johannes Palaiologos zur Verfügung
stand, der ihnen nach Norden bis Pelagonia (Bitolj oder Monastir) entgegenzog,
mit ziemlicher Sicherheit zahlenmäßig überlegen. Dort prallten
dann einige Wochen später - das genaue Datum ist unbekannt, vermutlich
jedoch im Frühsommer
- die beiden Heere aufeinander.
Die Koalition brach beinahe sofort auseinander. Johannes
hatte Befehl von seinem Bruder erhalten, die Uneinigkeit zwischen den drei
Heeren auszunutzen, was er auch mit bemerkenswertem Erfolg tat. Eine glänzende
Guerillataktik besorgte den Rest. Der Despot Michael und sein
Sohn
Nikephoros
ließen sich ohne den geringsten Anhaltspunkt
weismachen, ihre Verbündeten wollten sie an den Feind verraten; sie
entwichen im Schutz der Dunkelheit aus dem Lager, flohen beinahe mit Mann
und Maus und suchten schließlich auf Kephallonia Zuflucht. Ein anderer
Sohn
Michaels von Epiros, der sogenannte Bastard Johannes,
den Villehardouin wegen seiner unehelichen Geburt verhöhnt
hatte, lief aus gekränktem Stolz zur Streitmacht Nikäas über.
Als es zur Schlacht kam, sah sich Johannes Palaiologos als Anführer
eines einigermalen disziplinierten Heers nur noch der französischen
und deutschen Reiterei Villehardouins und Manfreds
gegenüber. Sie war den kumanischen Bogenschützen schutzlos ausgeliefert.
Manfreds
Ritter
ergaben sich und gerieten in Gefangenschaft; dasselbe widerfuhr dann auch
Villehardouin, den man in der Nähe von Kastoria in einem Heuhafen
aufgestöbert und nur an seinen vorstehenden Schneidezähnen erkannt
haben soll. Johannes marschierte anschließend mit seinen Leuten
weiter durch Thessalien, während Alexios Strategopulos direkt
nach Epiros zog und mit seinen Truppen die Hauptstadt Arta einnahm. Damit
war der Sieg vollständig.
oo Theodora Dukaina-Petraliphaina, Tochter des
Johannes
um 1256
Sie trennten sich 1254 und Theodora wurde die Nonne "Heilige
Theodora von Arta".
Kinder:
Demetrios-Michael
1304 verschollen
Anna zu Kalamata und Clermont
4.11286
um 1258
1. oo 2. Wilhelm II. von Villehardouin
1.5.1278
2. oo Nikolas II. de St. Omer
1294
Helena Erbin von Korfu, Durazzo, Valona und Berat
1242 1271
2.6.1259
oo 2. Manfred König von Sizilien
1231 26.2.1266
Nikephoros I.
um 1240 1296
Johannes Dukas
um 1289 Selbstmord
Er wurde 1280 eingekerkert und geblendet.
oo N.N. Tornikissa, Tochter des Sebastokratos Konstantin
Illegitim
Johannes I. Dukas Komnenos
1289
Literatur:
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Browning Robert: Byzanz. Roms goldene Töchter.
Die Geschichte des Byzantinischen Weltreiches. Gustav Lübbe Verlag
GmbH Bergisch Gladbach 1982 Seite 164 - Hampe, Karl Dr. phil.: Geschichte
Konradins von Hohenstaufen. K.F. Koeler Verlag Leipzig 1894 Seite 148 -
Herde
Peter: Karl I. von Anjou. Verlag W. Kohlhammer Stuttgart Berlin Köln
Mainz 1979 Seite 48,87 - Kiesewetter, Andreas: Die Anfänge
der Regierung König Karls II. von Anjou (1278-1295). Das Königreich
Neapel, die Grafschaft Provence und der Mittelmeerraum zu Ausgang des 13.
Jahrhunderts, Matthiesen Verlag 1999 Seite 346 - Norwich John Julius:
Byzanz. Der Aufstieg des oströmischen Reiches. Econ Verlag GmbH, Düsseldorf
und München 1993 Band III Seite 233,239,242 - Thiele, Andreas:
Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte
Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser
Ergänzungsband, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 205 -