Sohn des Gregorius; Vetter und Schwager des Kaisers
Herakleios
I. von Byzanz
Norwich John Julius: Band I Seite 335
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"Byzanz. Der Aufstieg des oströmischen Reiches."
Und ausgerechnet aus Afrika kam schließlich die Erlösung. Als Exarch in Karthago regierte damals ein gewisser Herakleios, der zwanzig Jahre zuvor im Krieg gegen Persien einer von Maurikios' wichtigsten Befehlshabern gewesen war. Als sein Stellvertreter amtierte sein Bruder Gregor. Die beiden Männer waren mitterweile nicht mehr die Jüngsten und zu alt, um selbst noch aktiv etwas zu unternehmen, was über den Abbruch der Beziehungen mit Konstantinopel und die Einstellung der Kornversorgung hinausging, von der die Hauptstadt abhing, aber sie brachten im Verlauf des Jahres 608 ein beachtliches Heer zusammen, rüsteten eine Kriegsflotte und unterstellten sie dem Befehl ihrer Söhne: die Landtruppen Niketas, einem Sohn Gregors, und die Flotte einem Sohn von Herakleios, der denselben Namen trug wie sein Vater.
Thiess Frank: Seite 330,333,335-337,385,487
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"Die griechischen Kaiser. Die Geburt Europas."
Doch um dieselbe Zeit befand sich der Neffe des
Herakleios,
Niketas, schon in der Pentapolis und marschierte
auf Alexandreia. Die improviserte Abwehr des Kaisers stieß auf einen
organisierten Angriff, hinter dem die noch in Angst verklemmte Begeisterung
des Volkes stand. Sobald die ersten Siege errungen waren, konnte sie in
eine Explosion unterdrückten Hasses ausbrechen.
Auch hier konnte Herakleios die Truppen nicht
der Gefahr eines feindlichen Vorstoßes im Rücken aussetzen.
Dem glaubte er am besten zu begegnen, wenn er die in ihrer Haltung unsichere
Urbevölkerung durch Geld auf seine Seite zog und, soweit sie kriegswillig
war, in die aufständischen Truppen einreihte. Es gelang ihm, denn
schon im Winter des Jahres 608 auf 609 vereinigte sich die Hauptarmee unter
Niketas
in der Pentapolis mit den vorausgeschickten Truppen des Unterführers
Bonakis.
Als Niketas auf Alexandreia marschierte, ging
der Stadtkommandant der nubischen Grenzfestung Mareotis mit seinen Soldaten
zu ihm über. Auch das westlich von Alexandreia gelegene Kastell Kabsen
öffnete ihm die Tore. Erst vor der Hauptstadt trat ihm ihr Komamndant
Apollonios am Drachenkanal entgegen und erklärte auf des Niketas
Vorschlag, sich neutral zu verhalten, "wir werden für den Kaiser bis
zum letzten Blutstropfen kämpfen". Immerhin hielt Apollonios sich
an sein Versprechen, kämpfte, wurde geschlagen und getötet, und
Niketas
schickte den abgeschlagenen Kopf des ehrenwerten Generals auf einer Lanze
in die Stadt. Die Eroberung Alexandreias vollzog sich ohne nennenswerten
Widerstand. Fast alle liefen zu Niketas über.
In Palästina wütete Bonosos zwar auf gewohnte
Art gegen die aufrührerische Bevölkerung, doch in Ägypten
stellte Niketas mit eiserner Hand die Ruhe zwischen den rasenden
Parteien wieder her, ordnete die kopflos Verwaltung durch Einsetzung verläßlicher
Männer, verbot den Parteihader und verkündete einen neuen Steererlaß
auf drei Jahre, mit dem er der verschüchterten und verarmten Bevölkerung
den angenehmsten Beweis für den neuen Geist gab, der mit der Niederwerfung
der kaiserlichen Armeen eingezogen war.
Der Patricius Niketas, dem der Kaiser seine
Schwester
Gregoria vermählt hatte [14 Die sich bei
Muralt, Chronographie, Seite 272, auf Grund des Nikephoros (de Boor, 10,8)
findende Notiz "fille d'Heraclius", kann sich nur auf die Tochter des verstorbenen
Exarchen beziehen, falls sie überhaupt richtig ist. Da Niketas
der Sohn Gregorios', des Bruders des Exarchen war, hätte
er mit Gregoria seine Kusine geheiratet. Am Tage vorher (7.I.613)
heiratete Herakleios seine Nichte
Martina. Daß diese
ptolemäischen Verbindungen in Konstantinopel nicht gleichmütig
hingenommen wurden, läßt sich bei dem Interesse, das jeder Vorgang
am Hofe fand, verstehen.], sollte Jerusalem in Verteidigungszustand setzen
und die wertvollen Heiligtümer retten. Einen schmerzlicheren Auftrag
hätte der Eroberer Ägyptens kaum von seinem kaiserlichen
Schwager erhalten können. Er hat ihn nach besten Kräften durchgeführt.
Niketas hatte den Befehl erhalten, sich mit seinen
Truppen nach Ägypten zurückzuziehen. Er ist ihnen, nachdem er
seinen Auftrag erfüllt hatte, gefolgt.
Niketas, der während der Rebellion gegen
Phokas seine militärische Begabung bewiesen hatte,
genoß seit der Eroberung Ägyptens nicht mehr das Vertrauen seines
Schwagers.
oo Gregoria, Schwester des Kaisers Herakleios
†
Kinder:
Gregoria
†
oo Konstantin III. Kaiser von Byzanz
3.5.612 †
24.5.641
Literatur:
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Norwich John Julius: Byzanz. Der Aufstieg des
oströmischen Reiches. Econ Verlag GmbH, Düsseldorf und München
1993 Band I Seite 335 - Thiess Frank: Die griechischen Kaiser. Die
Geburt Europas. Paul ZsolnayVerlag Gesellschaft mbH Hamburg/Wien 1959 Seite
330,333,335,348,465,468,487 -