Maria, Maraa, Kyra Despina          Sultanin der Osmanen
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1416/17 14.9.1487
                Jezovo bei Serrhai

Begraben: Jezovo
 

Einzige Tochter des Fürsten Georg Brankovic von Serbien aus seiner 2. Ehe mit der Irene Kantakuzene, Tochter des Protostrators Theodor von Morea; Urenkelin des Kaisers Matthäos Kantakuzenos
 

Thiele, Andreas: Tafel 371
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 2 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser II Nord-, Ost- und Südeuropa"

MARIA
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    1487

 1435
  oo MURAD, Osmanen-Sultan
               1451

Maria von Serbien hatte großen Einfluß und vermittelte immer wieder zugunsten ihres Vaters; sie kehrte 1451 zurück und behielt weiterhin viel Einfluß und Ansehen und vermittelte auch 1455; sie protegierte die Kirche stark und beeinflußte bis zuletzt den Patriarchen von Byzanz.



Norwich John Julius: Band III Seite 464
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"Byzanz. Der Aufstieg des oströmischen Reiches."

Also wurde der alte Kaiserfreund Georgios Sphrantzes an diese beiden Höfe entsandt, um diplomatische Abklärungen zu treffen. Er befand sich gerade in Trapezunt, als er im Februar 1451 vom Tod Murads II. vernahm. Sofort kam ihm eine neue Idee. Die Sultans-Witwe Matria (türkisch Mara) Brankovich, eine Tochter Gergios', war mit Murad fünfzehn Jahre verheiratet gewesen. Aus dieser Ehe gab es keine Kinder, aber sie war dadurch auch Stiefmutter von Murads neunzehnjährigen Sohn Mehmed. Als Konstantin von der Idee erfuhr, war er davon sichtlich fasziniert. Es bestanden bereits familiäre Bande zwischen den beiden Häusern, denn Konstantins Nichte Helena, die Tochter seines Bruders Thomas und Katharina Zaccharias, hatte Marias Bruder Lazar geheiratet. Wie der Blitz eilte ein Gesandter nach Serbien, um sich mit den Eltern der vorgesehenen Braut zu beraten. Sie gaben entzückt unsd bereitwillig ihr Einverständnis; allein Maria widersetzte sich, und ihre Weigerung war unumstößlich. Vor Jahren, so erklärte sie, habe sie gelobt, ihr Leben der Ehelosigkeit, Keuschheit und Mildtätigkeit zu weihen, sollte es ihr je gelingen, den Ungläubigen zu entrinnen; kein Argument könne sie dazu bewegen, ihre Meinung zu ändern. Der weitere Gang der Dinge rechtfertigte ihre Entscheidung vollauf.

Runciman Steven: Seite 48,51,58-59,178
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"Die Eroberung von Konstantinopel 1453"

Serbien, wo Georg Brankovich 1427 seinem Onkel Stephan Lazarovich als Despot nachgefolgt war, wurde zu noch strengerer Vasallengefolgschaft gezwungen und der Despot genötigt, ein Bündnis mit den Ungarn, denen er Belgrad abgetreten hatte, zu brechen. Er erhielt außerdem Weisung, dem Sultan seine Tochter Mara in die Ehe zu geben; sein Zögern, dieser Weisung nachzukommen, beschwor einen türkischen Kriegszug gegen ihn herauf.
Murad besaß zahlreiche christliche Freunde und stand angeblich stark unter dem Einfluß seiner schönen serbischen Gemahlin, an der er sehr hing. Er starb am 13. Februar 1451 in Adrianopel und hinterließ seinem Nachfolger ein glanzvolles Erbe.
Während Phrantzes in Geoergien weilte, hörte er vom Tod Sultan Murads, und als er in Trapezunt eintraf und diese Neuigkeit mit Kaiser Johannes erörterte, erfuhr er,  daß des Sultans christliche Witwe, Mara von Serbien, die eine Nichte der Kaiserin von Trapezunt war, mit Geschenken und Ehren überhäuft, heim zu ihrem Vater geschickt worden war. Dies brachte Phrantzes auf einen glänzenden Gedanken. Er schrieb unverzüglich an Konstantin: Hier sei die rechte Gemahlin für ihn. Die Sultana war noch jung; sie war reich; sie war außerdem am türkischen Hof sehr beliebt gewesen und besaß angeblich beträchtlichen Einfluß auf ihren Stiefsohn, den neuen Sultan. Die Sultana machte jedoch den ganzen Plan zunichte. Sie hatte gelobt, falls sie dem ungläubigen Harem entkommen sollte, werde sie den Rest ihres Lebens in unverehelichtem Stand guten Werken widmen.
Einige Wochen später wurde Georg Brankovich bei einer tätlichen Auseinandersetzung im ungarischen Lager verwundet. Er siechte einige Monate dahin und starb am Weihnachtsabend im Alter von neunzig Jahren. Seine langjährige diplomatische Erfahrung und der Einfluß seiner Tochter Mara der verehrten Stiefmutter des Sultans, hatten es ihm ermöglicht, sich zu halten. Sein Erbe war weniger klug. Georg vermachte das Despotat seiner Witwe und seinem jüngsten Sohn Lazar, und dieser grollte seiner Mutter, weil er das Erbe mit ihr teilen mußte. Ihr plötzlicher und verdächtiger Tod wenige Monate später, nötigte Mara, an den Hof des Sultans zu fliehen; ihre älteren Brüder, die beide viele Jahre zuvor auf Befehl Murads II. geblendet worden waren, entwichen, der eine mit ihr nach Konstantinopel, der andere nach Rom.

Babinger Franz: Seite 13,16,27,69,156,165,173,175
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"Mehmed der Eroberer. Weltenstürmer einer Zeitenwende."

Der serbische Despot Georg Brankovic hatte vergeblich gehofft, durch die am 4. September 1435 vollzogene Verehelichung seiner etwa 16-jährigen Tochter Mara mit Murad II. sich dessen Gunst zu erkaufen.
Georgs Schwiegersohn, der mächtige Graf Ulrich von Cilli (um 1406-1456), Gemahl seiner jüngsten Tochter Katharina (seit 20. April 1434) und sohin Schwager der Sultanin Mara, entzog ihm den sehnlich erhofften Beistand. Lähmender noch traf ihn aber die Schreckenskunde, daß seine beiden Söhne wegen eines geheimen Briefwechsels mit ihrem Vater auf Geheiß ihres eigenen Schwagers Murad II. am Ostertag (16. April 1441) in Banden geschlagen und kurz darauf zu Toqat geblendet (8. Mai 1441) worden seien. Die Fürbitte der Schwester Mara, die, obwohl sie ihrem christlichen Glauben treu geblieben war, nicht ohne Einfluß auf ihren Gatten war, kam zu spät zur Verhütung dieses Unheils.
Der qaramanische Krieg, der unvermeidlich bevorstand, sowie die bedenklichen Bewegungen in Albanien, Serbien und Griechenland ließen Murad II. einen raschen Friedensschluß mit den Mächten des Abendlandes nur allzu geraten erscheinen. Die Sultanin Mara, Georg Brankovic' Tochter, vermittelte die heiklen Verhandlungen.
Besser erging es der anderen ebenbürtigen Frau Murads II., der 'Sultanin' Mara, Tochter des Serben-Despoten Georg Brankovic. Ob die Furcht vor dessen Rache oder aber die Gesandtschaft aus Semendria, die mit Beileidsbezeigungen und mit dem Ersuchen nach Adrianopel gekommen war, die Sultans-Witwe in ihre Heimat reisen zu lassen, den Stiefsohn bewogen haben, Mara freizugeben und sie sogar mit reichen Geschenken und glänzendem Gefolge nach Serbien zurückzuschicken, ist nicht ausgemacht. Mara jedenfalls, eine gewiegte Diplomatin, verstand es zeit ihres Lebens ausgezeichnet, sich Mehmed II. für ihre jeweiligen Unternehmungen gefügig zu machen. Es hat sogar den Anschein, daß sie aus dem großherrlichen Schatz ausreichende Mittel zu ihrem Unterhalt empfing. Auf das gute Einvernehmen zwischen Mara und Stiefsohn läßt allein die Tatsache schließen, daß sie bis ins höchste Alter auf türkischem Boden verblieb und auf ihrem Witwensitz Jezovo (südöstlich von Saloniki) ihr reichbewegtes Leben beschließen konnte.
Solange Georgs Witwe lebte, konnte sie als Mutter Frieden stiften. Als sie aber am 3. Mai 1457 zu Rudnik verstarb, flohen noch in gleicher Nacht des Despoten ältester Sohn, der blinde Gregor, seine Schwester, die ehemalige Sultanin Mara, sowie Irenes Bruder Thomas Kantakuzenos mit ihren Habseligkeiten zur Pforte nach Adrianopel, wo sie natürlich freundlichen Empfang fanden. Nur der blinde Stjepan blieb noch im Serbenlande.
Der Familienzwist im Hause der BRANKOVICI bereitete ihm überhaupt keinerlei Kopfzerbrechen. Die zu ihm geflohenen Geschwister des Despoten Lazar erhielten vom Sultan angemessenen Unterhalt zugesichert, der sich für dieses Entgegenkommen vorbehielt, ihren Anteil an der serbischen Schattenherrschaft jeweils für sich selbst zu beanspruchen. Am 20. Janaur 1458 schied Lazar aus dem Leben. Das Despotat fiel an den blinden Stjepan, der es zusammen mit seiner ehrgeizigen Schwägerin noch ein Jahr hindurch regieren konnte. Mehmed II. freilich war den beiden nicht hold und er betrachtete Gregor, den gleichfalls geblendeten ältesten Despoten-Sohn, als seinen Mann.
Wenige Wochen hernach stellte Mehmed II. seiner Stiefmutter, der 'Sultanin' (amirissa) Mara, der 'Herrin des messianischen Edelfrauen', seiner 'Mutter' - so heißt es im Text - eine Urkunde über das von ihr erworbene Kloster der Hagia Sophia zu Saloniki aus, aus der hervorgeht, daß er sich damals schon im Feldlager unterwegs nach dem Westen befand.
Nur Georgs Schwester Mara verlebte in der Nähe des Athos zu Jezovo (Eziova, heute Daphni) in der Landschaft Serres, umgeben von serbischen Edelleuten und Mönchen, unangefochten und in stetem Einvernehmen mit ihrem Stiefsohn Mehmed II., den Rest ihrer Tage. Sie selbst kam nur selten nach Stambul, ward aber als 'Stiefmutter des Großtürken' (maregna del Gra Turco) bei Friedensverhandlungen mit der Pforte oft um Vermittlung ersucht. Die Gesandten des Abendlandes nahmen zu diesem Zweck gar manches Mal den Umweg über den Witwensitz zu Amirissa, von dem sich noch heute Trümmer mit ihrem erbrochenen und geplünderten Grab erhalten haben, um den Rat dieser staatsklugen weisen Fürstin einzuholen, bevor sie ihren Weg zur Pforte fortsetzten. Gar mächtig war der Schutz, den die gottesfürchtige Frau ihren christlichen Glaubensgenossen angedeihen ließ. Unter ihrem Einfluß wurden zu Stambul mehr als einmal Patrairchen ein- und abgesetzt. Im Alter von etwa 70 Jahren, kaum über 85, wie fast immer zu lesen ist, starb sie am Freitag, dem 14. September 1487, und wurde unweit ihres Palastes zu Jezovo von ihren Getreuen zur letzten Ruhe bestattet.
 
 
 
 

 4.9.1435
  oo Murad II. Osmanen-Sultan
  x   1404 3.2.1451
 
 
 
 

Literatur:
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Babinger Franz: Mehmed der Eroberer. Weltenstürmer einer Zeitenwende. R. Piper GmbH&Co. KG, München 1987 Seite 13,16,27,69,156,165,173,175,294,309,320,371,422 - Hoensch, Jörg K.: Matthias Corvinus. Diplomat, Feldherr und Mäzen. Verlag Styria Graz Wien Köln 1998 Seite 37 - Norwich John Julius: Byzanz. Der Aufstieg des oströmischen Reiches. Econ Verlag GmbH, Düsseldorf und München 1993 Band III Seite 464 - Runciman Steven: Die Eroberung von Konstantinopel 1453 C.H. Beck'sche Verlagsbuchhandlung München 1966 Seite 48,51,58-59,62,64,178 - Schwennicke, Detlef: Europäische Stammtafeln. Stammtafeln zur Geschichte der Europäischen Staaten. Neue Folge Band III Teilband 1, Herzogs- und Grafenhäuser des Heiligen Römischen Reiches und andere europäische Fürstenhäuser, Verlag von J.A. Stargardt Marburg 1984 Tafel 187 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 2 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser II Nord-, Ost- und Südeuropa, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 371 -