Longinus                                       Konsul von Byzanz
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um 430 nach 498
 

Sohn des N.N. und der Lali; Jüngerer Bruder des Kaisers Zenon von Byzanz
 

Thiele, Andreas: Tafel 490
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband"

ANASTASIOS I.
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* um 431, 518

Er führte bis 498 Thronkriege gegen Zenons Bruder Longinus und brach mit dem Sieg die Vormacht der Isaurier, die sich in Südost-Kleinasien angesiedelt hatten.



Norwich John Julius: Band I Seite 200,210,211,213
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"Byzanz. Der Aufstieg des oströmischen Reiches."
 

Was dann geschah, ist unklar, denn die ganze Geschichte über den Illos-Aufstand beruht auf so bruchstückhafter und gelegentlich widersprüchlicher Überlieferung, dass man immer wieder auf Spekulationen und Raten angewiesen ist. Der oberste Magistrat scheint sich klugerweise erneut nach Anatolien zurückgezogen zu haben. Jedoch brach fast unmittelbar nach seiner Abreise in Syrien ein Aufstand los, wo ein gewisser Leontios einen Versuch in letzter Minute unternahm, die althergebrachte Religion wiedereinzusetzen; Illoswurden Boten nachgejagt mit dem Befehl, er habe den Oberbefehl über die östlichen Heere zu übernehmen und die Herrschaft des Kaisers wiederherzustellen. Da er vermutlich für die Gelegenheit, die sich in den Augen seines Herrn erneut zu beweisen, dankbar war, begab er sich unverzüglich nach Syrien. Erst bei seiner Ankunft wurde er gewahr, dass der dortige Oberbefehlshaber ausgerechnet des Kaisers inkompetenter und liederlicher Bruder Longinos war, der diese Maßnahme, die er für eine Usurpation seiner Autörität hielt, schärfstens mißbilligte. Es kam zu einem heftigen Streit, der dazu führte, dass Illos Longinos verhaftete und gefangensetzte.
Eine derartige Aktion gegen einen so einflußreichen und mächtigen Rivalen war natürlich hoch riskant. Als die Neuigkeit in Konstantinopel eintraf, nahm der Kaiser die Nachricht jedoch noch schlechter beraten auf. Er befahl die unverzügliche Freilassung seines Bruders, erklärte Illos zum Staatsfeind und ließ sein gesamtes Eigentum konfiszieren und verkaufen.
Gegen Ende des Jahrzehnts ging es dem Kaiser offensichtlich sowohl körperlich als auch geistig immer schlechter. Sein Sohn, der ebenfalls Zenon hieß, war bereits in jungen Jahren in schlechte Gesellschaft geraten und bald darauf gestorben - wie es hieß, von homosexuellen Exzessen und Geschlechtskrankheiten aufgezehrt. Als erwartungsgemäßer Nachfolger galt deshalb des Kaisers liederlicher Bruder Longinos, dessen Stern höher und höher gestiegen war, während der seines Feindes Illos sank. Bis 490 - als er zum zweiten Mal zum Konsul ernannt wurde - kontrollierte er de facto den ganzen Staat.
Am 9. April 491 starb Zenon an einem epileptischen Anfall. Es heißt, die Menge habe Zenons Witwe Ariadne mit dem Ruf empfangen: "Gib dem Reich einen orthodoxen Kaiser! Gib dem Reich einen römischen Kaiser!" Klar, was damit gemeint war: keine Häretiker und keine Isaurier mehr. Longinos wurde übergangen und die Vorhersage des Wahrsagers erwies sich als richtig: Die Wahl fiel auf Anastasios, ehemals Silentiar. Dies war vor allem Ariadnes Einfluß zu verdanken, die ihn rund sechs Wochen später heiratete.
Sie verkörperten im wesentlichen die isaurische Faktion und wurden von Zenons aufgebrachten Bruder Longinos angeführt, der Anastasios nie verziehen hatte, dass er auf einem Thron saß, der seiner Meinung nach rechtmäßig ihm hätte zukommen sollen. Es dauerte nicht lange, bis Longinos eine Gruppe anrüchiger Unruhestifter und Randalierer um sich geschart hatte, hauptsächlich, wenn nicht ausschließlich Isaurier. Die darauf ausbrechenden Straßenkämpfe führten zu Bränden, bei denen mehrere der schönsten Bauwerke der Stadt, darunter auch ein großer Teil des Hippodroms, beschädigt oder völlig zerstört wurden.
Der Kaiser schlug zurück. 492 wurde Longinos verhaftet und nach Alexandria verbannt, wo man ihn zwang, Priester zu werden. Die Kämpfe in der Stadt hielten jedoch an und eskalierten bald zu einem eigentlichen Bürgerkrieg. Im folgenden Jahr kam es zu noch gravierenderen Unruhen, Herrscherstatuen wurden umgestürzt und durch die Straßen geschleift. Nur unter großen Schwierigkeiten ließ sich die Ordnung wiederherstellen. Daraufhin wurde ein Edikt erlassen, das sämtliche Isaurier aus der Hauptstadt verbannte. Unter ihnen befanden sich auch Lali, Zenons alte Mutter, sowie seine übrigen Familienmitglieder; ihr gesamter Besitz - selbst Zenons Amtsroben - wurden beschlagnahmt und verkauft. Nun wurde es, zumindest in der Hauptstadt endlich ruhig.
 
 
 
 

Literatur:
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Norwich John Julius: Byzanz. Der Aufstieg des oströmischen Reiches. Econ Verlag GmbH, Düsseldorf und München 1993 Band I Seite 200,210,211,213 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 490 -