Jüngerer Sohn des Photeinos
Skleros; Schwager des Kaisers
Johannes
I. Tzimiskes von Byzanz
Tinnefeld Franz: Seite 261
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"Die Braut aus Byzanz - Fragen zu Thephanos Umfeld und
gesellschaftlicher Stellung vor ihrer abendländischen Heirat."
Konstantinos Skleros, kriegserprobt, "Patrikios"
* ca. 930, † 991
Sohn des Photeinos Skleros und der Gregoria
oo SOPHIA PHOKAINA
†
Der junge Konstantin Skleros habe seinen älteren
Bruder und Vorgesetzten Bardas
im Kampf mit einem russischen Hünen verwickelt gesehen, sei ihm zu
Hilfe geeilt und habe zu einem gewaltigen Schlag ausgeholt. Der Russe habe
das Schwert auf sein Pferd abgelenkt, was dieses den Kopf kostete. Der
Reiter sei darauf zu Boden gestürzt und dort habe ihn Konstantin
in aller Ruhe erwürgt.
Konstantin, der sich auf dem Schlachtfeld von
Arkadiapolis mit Ruhm bedeckt hatte, war mit der Schwester von Bardas
Phokas verheiratet.
Wolf Gunther: Seite 225-227
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"Die "große Frage": Wer war Theophanu"
Ob Theophanu Geschwister
hatte, wissen wir nicht, wohl aber jetzt mit einiger Sicherheit, wer ihre
Eltern waren: der Patrikios Konstantinos Skleros (ca.
930-11.3.991), jüngerer Bruder des bekannten Bardas
Skleros (ca. 920-6.3.991) und der Maria Sklerina
(† um 969) der ersten
Gemahlin des späteren Kaisers Johannes
Tsimiskes, der väterlicherseits aus dem Hause der KURKUAS
stammend, mütterlicherseits ebenfalls mit den PHOKASDES
verwandt war. So führt Theophanu Sklerina
972 mit Recht die Bezeichnung "neptis" des Kaisers
Johannes Tsimiskes. Theophanus
Mutter war Sophia Phokaina, die Tochter des Kuropalates
Leon Phokas der Jüngere, Domestikos des Westens
und Bruder des Kaisers
Nikephoros II. Phokas sowie des 953 in muslimische Gefangenschaft
geratenen Feldherrn Konstantinos Phokas.
Väterlicherseits entstammte Theophano
dem Geschlecht der SKLEROI,
"einem der ältesten und reichsten byzantinsichen Geschlechter". Die
Schwester des Vaters war mit dem damaligen Domestikos des
Ostens Johannes Tsimiskes verheiratet;
sie starb vor 969, da Tsimiskes sich
Ende 969 mit der Kaiserin-Witwe
Theophano der Älteren zu verbinden suchte.
Von Theophanos Vater
selbst, dem Patrikios Konstantinos Skleros, wissen
wir recht wenig. Er war wohl jünger als der bedeutendere
Bardas, geboren etwa 930, verheiratet etwa um 958/59
mit Sophia Phokaina, der Tochter des damaligen Kuropalates
Leon Phokas und Nichte des späteren
Kaisers
Nikephoros Phokas. Konstaninos Skleros stand zeilebens
im Schatten des älteren Bruders Bardas,
für den er immer wieder, auch bei Unterhandlungen mit Kaiser
Basileios II. (976-1025),
tätig war.
In dem Vertrag zwischen Byzanz und Bagdad von 983 war
vorgesehen, daß Konstantinos Skleros unter Beibehaltung des
wohl schon vor 969 innegehabten Ranges eines Patrikios
zurückkehren und einen hohen Posten erhalten könne. Aber
er blieb an der Seite des Bruders Bardas.
Im September 967 geriet Konstantinos wohl mit seinem Bruder nahe
der Station Dandaxina in Gefangenschaft, wo er bis April 898 verbleib.
Im Oktober unterwarfen sich beide Brüder
Kaiser Basileios II., zu dem des
Bardas Sohn Romanos
schon vorher übergewechselt war. Den Winter 990/91 verbrachten die
Brüder Bardas und Konstantinos
auf ihren Besitzungen in Didymokichon (48 km südlich von Adrianopolis),
wohl beide schon krank; beide starben auch innerhalb einer Woche: Bardas
am 6. März, Konstantinos am 11. März 991 - etwa
drei Monate später war auch des Konstantinos Tochter,
Kaiserin Theophanu,
tot. Über das Schicksal der Sophia Phokaina,
Konstantinos'
Gemahlin,
ist nichts bekannt. Es erscheint fraglich, ob sie 976 noch lebte, da seitdem
Konstantinos
nie von der Seite des Bruders Bardas
wich.
Tinnefeld Franz: Seite 253
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"Die Braut aus Byzanz - Fragen zu Thephanos Umfeld und
gesellschaftlicher Stellung vor ihrer abendländischen Heirat."
Nach der höchst plausiblen Konstruktion von Gunther
Wolf war Theophanos Onkel über
seine vor 969 verstorbene erste Gattin Maria Skleraina, die
also aus dem Geschlecht der SKLEROI stammte.
Maria
hatte zwie Brüder, Bardas
und Konstantinos Skleros. Bardas
war
ein erfolgreicher Feldherr und der erste bedeutende Vertreter seines Geschlechtes;
sein jüngerer Bruder Konstantinos stand ihm an Tapferkeit
nur wenig nach. Dieser Konstantinos, verheiratet mit einer Sophia
Phokaina (weibliche Form von Phokas), dürfte der Vater unserer
Theophano
gewesen sein [27 Seibt (wie Anmerkung 28), 59-60. Über die
Kombination des Patrikos-Titels
mit Ämtern siehe Oikonomides,
47f. In der Zeit vor der Heirat
Theophanos
wird ihr mutmaßlicher Vater Konstantinos Skleros (Belege bei
Seibt, a.a.O.) nur anläßlich seiner Heirat mit Sophia und
noch in einem anderen Fall erwähnt, als er sich an der Seite seines
Bruders
Bardas durch Tapferkeit
bewährte. Im Jahr 976, als Bardas Skleros
sich in Kleinasien als Gegen-Kaiser ausrufen ließ, und in einer Schlacht
des folgendens Jahres finden wir ihn wieder im Gefolge seines Bruders.
Als dieser 979 von Basileios II. geschlagen
wurde, reiste er als Gesandter in seiner Angelegenheit nach Bagdad; mit
ihm lebte er dort längere Zeit bis zu seiner Rückkehr nach Kleinasien
986. Beide Brüder starben im März 991 - also drei Monate
vor Theophano - kurz nacheinander in
der thrakischen Festung Didymoteichon.]. Der General
Bardas
Skleros, also Theophanos
mutmaßlicher Onkel, trug in den 60-er Jahren den hohen Hoftitel
eines Magistros, sein Bruder Konstantinos den Titel
eines Patrikios.
oo Sophia Phokaina, Tochter des Leon Phokas
†
Sophia war die Nichte des Kaisers
Nikephoros II. von Byzanz
Kinder:
Theophanu
945/59 † 15.6.991
14.4.972
oo OTTO II. Kaiser des Römischen Reiches
Ende 955 †
7.12.983
Literatur:
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Collenberg, Weyprecht Hugo Graf Rüdt von:
Wer war Theophano? Seite 53 - Horst, Eberhard: Geliebte Theophanu.
Deutsche Kaiserin aus Byzanz, Rohwolt Taschenbuch Verlag GmbH 1997 - Norwich
John Julius: Byzanz. Der Aufstieg des oströmischen Reiches. Econ Verlag
GmbH, Düsseldorf und München 1993 Band II Seite 271,274 - Tinnefeld
Franz: Die Braut aus Byzanz - Fragen zu Thephanos Umfeld und gesellschaftlicher
Stellung vor ihrer abendländischen Heirat. in: Wolf, Gunther:
Kaiserin Theophanu. Prinzessin aus der Fremde - des Westreichs Große
Kaiserin, Böhlau Verlag Köln/Weimar/Wien 1991 Seite 253,261 -
Wolf
Gunther: Die "große Frage": Wer war Theophanu" in: Wolf, Gunther:
Kaiserin Theophanu. Prinzessin aus der Fremde - des Westreichs Große
Kaiserin, Böhlau Verlag Köln/Weimar/Wien 1991 Seite 225-227 -