Ältester Sohn des Feldherrn Germanus
aus seiner 1. Ehe mit der Pessara N.; Großneffe von
Kaiser Justinian
I.
Thiele, Andreas: Tafel 491
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen
Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser
Ergänzungsband"
JUSTINUS
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†
568 ermordet
Justinus wurde 540 schon Konsul, wurde Chef
der Hofgarde und Magister militum und galt ab 550 als Thronerbe.
Er kämpfte auf dem Balkan und gegen Persien und wurde von Justin
II. ermordet.
Germanus starb im Jahre 550 als Oberkommandierender
einer Heeresgruppe. Germanus hinterließ zwei Söhne,
Justin und Justinian; der ältere war wie sein Vater ein
hervorragender Soldat. Auch zwei Brüder des Germanus, Boraides
(wiederum ein thrakischer Name) und Justus, kamen in die Hauptstadt
und erreichten verantwortungsvolle Positionen in der Militärhierarchie.
In der Hauptstadt wurden Truppen bereitgestellt, die
von dem Eunuchen Scholasticus und von Justin, dem ältesten
Sohn des Germanus, kommandiert wurden. Im Frühjahr 551
wollte man den Barbaren eine Lektion erteilen, doch man kam nicht weit.
Bei Adrianopel wurde die Armee durch einen neuen Slawenvorstoß völlig
aufgerieben.
Um 557 hatten die Awaren die Ebenen nördlich des
Kaukasus erreicht. Der König der christlichen Alanen vermittelte Kontakte
zum römischen Befehlshaber in Lazika, Justin,
dem Sohn des Germanus und Neffen des Kaisers. Sie verlangten
Siedlungsland und Anerkennung als foederati, im Klartext: Sie forderten
die Zahlung von Subsidien durch die Römer. Für Justin
kam das Anliegen sicherlich nicht überraschend, und da er einsah,
daß es sich hier nicht um einen der üblichen Grenzzwischenfälle
handelte, die vor Ort geklärt werden konnten, schickte er die Gesandten
nach Konstaninopel weiter.
Praktisch kamen für die Nachfolge nur Angehörige
der kaiserlichen Familie in Frage. Die Auswahl mußte aber zwischen
zwei Anwärtern getroffen werden, die man schwerlich zugunsten der
jüngeren Verwandten übergehen konnte: zwischen Justin,
dem Sohn des Germanus, und Justin,
dem Sohn von Justinians Schwester Vigilantia.
Justin, der Sohn des Germanus, war
um 525 geboren. Wie die meisten Männer in der Verwandtschaft
Justinians hatte er in der Armee Karriere
gemacht. Wohl kamen ihm Prestige und Popularität seines Vaters zugute,
doch als Kommandeur hatte er sich ebenfalls ausgezeichnet. Zuletzt war
ihm mit Lazika und Thrakien die Überwachung heikler Frontabschnitte
zugewisen worden, wo er mit den Awaren geschickt verhandelte. Seine Militärpflichten
hielten ihn aber von der Hauptstadt fern, so daß er die politische
Planungsarbeit Justinians eher als
Außenstehender erlebte.
Beide Kandidaten hatten anscheinend ein gutes persönliches
Verhältnis zueinander. Einige Quellen berichten auch, sie hätten
einige Jahre vor dem Tod des Kaisers einen Vertrag geschlossen, nach dem
jeder den andern im Fall der Wahl unterstützen sollte. Alle Welt wartete
auf eine offizielle Ankündigung, doch vergeblich. Inzwischen beobachtete
Justin, der Sohn des Germanus, an der Spitze seiner Armee weiterhin
die kriegerischen Awaren jenseits der Donau.
In der Nacht zum 14. November starb Justinian
plötzlich ohne jedes Anzeichen einer Krankheit. Der einzige Beamte
an seinem Totenbett war Callinicus, der einzige Zeuge der letzten
Worte des Kaisers, die Justin, den
Sohn seiner Schwester Vigilantia, zu seinem Nachfolger bestimmten.
Thiess Frank: Seite 41,46
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"Die griechischen Kaiser. Die Geburt Europas."
Auch die einflußreichsten Würdenträger
der Kirche hatten fraglos vordem ihr Plazet gegeben, und als am nächsten
Tage der zweite Thronprädentent, der Großneffe des
verstorbenen Kaisers und Sohn des Germanus - auch erhieß
Justin - vom Tode Justinians erfuhr,
war es schon zu spät, um noch viel zu unternehmen. Er schien sich
mit den Tatsachen abzufinden und mit ihm wer sonst noch auf den Thron gehofft
hatte. Trotzdem blieb Tiberios sehr
aufmerksam und ließ für alle Fälle auch den Zirkus militärisch
umstellen. Diese Vorsicht macht - auch im Hinblick auf später Vorgänge
- nachdenklich. Sollte Justin Grund
gehabt haben, den ältesten Sohn des Germanos zu fürchten?
Es sieht so aus. Nicht nur hatte dieser seine militärische Befähigung
bereits unter Beweis gestellt, sondern er besaß auch einen Bruder
(der wieder Justinian hieß) und dem wir noch als Strategen
von hohem Rang begegnen werden.
Doch sei es, daß Justin nicht recht Lust
hatte, das hochverräterische Spiel mitzumachen, sei es, daß
er es für gut hielt, sich unwissend zu stellen und abwartend den Dingen
ihren Lauf zu lassen, er folgte seiner Abberufung durch den Kaiser und
wurde nach kurzem Aufenthalt als Befehlshaber der Leibwache
von Justin nach Alexandria geschickt,
wo er sich freilich nicht lange seiner Stellung als Provinzstatthalter
(dux) erfreuen sollte. Er ist im Bette umgebracht worden.
Zu derselben Zeit (567) gelang es, die Verschwörung gegen den
Kaiser aufzudecken. Man darf für wahrscheinlich halten, daß
geplant war, nach der Vergiftung des Kaisers den Sohn des Germanos auf
den Thron zu setzen [4 Auch Groh, der dem Euagrius Glauben schenkt,
sieht sich gezwungen, Zusammenhänge zwischen Justins Ermordung
und der Verschwörung für wahrscheinlich zu halten. Daß
keineswegs nur die byzantinsiche, sondern die gesamte Weltgeschichte bis
in unsere Tage von Mordtaten förmlich durchsetzt ist, kann des Kaisers
Schuld an dieser Untat nicht verringern. Ebensowenig sollte man die Zwangslage,
in der sich Justin befand übersehen.
Er war von Justinian
zum Nachfolger
bestimmt worden und hatte die Herrschaft legal, dazu unter Umständen
angetreten, die ihm Maßnahmen aufzwangen, von denen er sich eine
Rettung des Imperiums vor dem Ruin versprach.].
Literatur:
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Browning Robert: Justinian und Theodora. Herrscher
in Byzanz. Manfred Pawlak Verlagsgesellschaft mbH, Herrsching 1988 Seite
27,214,220,224 - Mann Golo: PROPYLÄEN WELTGESCHICHTE. Eine
Universalgeschichte. Vierter Band. Rom Die römische Welt. Verlag Ullstein
GmbH, Frankfurt am Main - Berlin, Propyläen Verlag 1986 Seite 644
- Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur
europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs-
und Fürstenhäuser Ergänzungsband, R.G. Fischer Verlag 1994
Tafel 491 - Thiess Frank: Die griechischen Kaiser. Die Geburt Europas.
Paul ZsolnayVerlag Gesellschaft mbH Hamburg/Wien 1959 Seite 41,43,46,118,122
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Justinus
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um 520 † 568 ermordet
Ältester Sohn des Feldherrn Germanus
aus seiner 1. Ehe mit der Pessara N.
Thiele, Andreas: Tafel 491
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen
Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser
Ergänzungsband"
JUSTINUS
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†
568 ermordet
Justinus wurde 540 schon Konsul, wurde Chef
der Hofgarde und Magister militum und galt ab 550 als Thronerbe.
Er kämpfte auf dem Balkan und gegen Persien und wurde von Justin
II. ermordet.
Auch die einflußreichsten Würdenträger
der Kirche hatten fraglos vordem ihr Plazet gegeben, und als am nächsten
Tage der zweite Thronprätendent, der Großneffe des verstorbenen
Kaisers und Sohn des Germanos - auch er hieß Justin -, vom
Tode Justinians erfuhr, war es schon zu spät, um noch viel zu unternehmen.
Er schien sich mit den tatsachen abzufinden und mit ihm wer sonnst noch
auf den Thron gehofft hatte.
Diese Vorsicht macht - auch im Hinblick auf spätere
Vorgänge - nachdenklich. Sollte Justin Grund gehabt haben, den ältesten
Sohn des Germanos zu fürchten? Es sieht so aus. Nicht nur hatte dieser
seine militärische Befähigung bereits untter Beweis gestellt,
sondern er besaß auch eionen Bruder (der wieder Justinian hieß)
und dem wir noch einem Strategen von hohem Rang begegnen werden.
Zu jener Zeitr befand sich der Sohn des Germanus als
militärischer Oberbbefehlshabe von Armenien im Orient.
Justins Zustimmung glaubten die Verschwörer gewiß
zu sein. Doch sei es, daß
Literatur:
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Browning Robert: Justinian und Theodora. Herrscher
in Byzanz. Manfred Pawlak Verlagsgesellschaft mbH, Herrsching 1988 Seite
27,214,220,224 - Mann Golo: PROPYLÄEN WELTGESCHICHTE. Eine
Universalgeschichte. Vierter Band. Rom Die römische Welt. Verlag Ullstein
GmbH, Frankfurt am Main - Berlin, Propyläen Verlag 1986 Seite 644
- Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur
europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs-
und Fürstenhäuser Ergänzungsband, R.G. Fischer Verlag 1994
Tafel 491 - Thiess Frank: Die griechischen Kaiser. Die Geburt Europas.
Paul ZsolnayVerlag Gesellschaft mbH Hamburg/Wien 1959 Seite 41,43,46,118,122
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