Germanus                                       Prinz von Byzanz
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   550
     Serdika (Sofia)
 

Sohn des Dorotheus; Neffe des Kaisers Justinian I. von Byzanz
 

Thiele, Andreas: Tafel 491
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband"

GERMANUS
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    550

Neffe Justinians I., genaue Filiationenn ist nicht greifbar

Germanus wurde Patricius und Magister militum per Thracias und war ein Gegner der Kaiserin Theodora, da er ihr als Thronfolger zu suspekt war und weil er als integer-sauber galt, an den kein Hofklatsch heranreichte, was ungeheuer viel bedeutete. Er sicherte Afrika 536 durch die Schlacht bei Cellas Vatari und wurde dort Statthalter. 540/41 wurde er Oberbefehlshaber gegen Persien, danach durch Theodoras Intrigen jahrelang zurückgesetzt. Er blieb gegenüber dem sehr mißtrauischen Onkel ganz loyal, lehnte etliche Umsturzpläne zu seinen Gunsten strikt ab und gewann das kaiserliche Vertrauen nach Theodoras Tod voll zurück und galt wieder als Thronerbe. Er erhielt den Oberbefehl gegen die Ostgoten und starb auf dem Weg nach Italien.

  1) oo PESSARA N.
                

  2) oo MATHASWINTHA, Prinzessin der Ostgoten
                 

Enkelin König Theoderichs des Großen, Tochter des Prinzen Eutharich, Witwe des Königs Witiges



Norwich John Julius: Band I Seite 295,328,334
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"Byzanz. Der Aufstieg des oströmischen Reiches."

Kaiser Justinian sah sich nach einem neuen Oberbefehlshaber um, den er nach Italien schicken konnte. Die Wahl fiel auf seinen Vetter Germanos. Zu Theodoras Lebzeiten wäre diese Ernennung undenkbar gewesen. Sie hatte Germanos noch weniger gemocht als Belisar und ihn schlechtgemacht, wo sie nur konnte. Doch Theodora war tot. Germanos war ein fähiger, erfahrener Soldat, zwar ohne die Brillanz seines Vorgängers, doch zuverlässig, effizient und absolut loyal. Außerdem zeichnete ihn ein Vorteil aus, der seine Position noch beträchtlich zu stärken versprach, sobald er erst in Italien war. Er hatte vor kurzem Matasuntha geheiratet, die Witwe des glücklosen, ungeliebten König Witiges, der acht Jahre zuvor in der Gefangenschaft in Konstantinopel gestorben war. Es war zu erwarten, dass ihr als Enkelin des großen Theoderich die überwiegende Loyalität des gotischen Adels sicher war, ebenso wie Germanos mit etwas Glück die Unterstützung der italienischen Landbesitzer würde erringen können.
Arbeitete Justinian vielleicht bewußt auf die Wiederherstellung eines Weströmischen Reiches hin, in dem italische und gotische Teile der Bevölkerung vereint waren und das von Germanos, seinem künftigen Nachfolger, von Ravenna aus als Cäsar regiert wurde? Er mag an so etwas durchaus gedacht haben, als er sich von seinem Vetter an der Spitze der Armee verabschiedete. Diese war übrigens um einiges größer, als Justinian sie Belisar zugestanden hatte. Matasuntha, die stolze, schöne Frau von Germanos, stand an dessen Seite. Sie erwartete ihr erstes Kind. Ob Germanos sein Ziel erreicht hätte, ist schwer zu sagen. Im Herbst des Jahres 550 wurde er vom Fieber befallen und starb in seinem Lager in Serdika (dem heutigen Sofia). Er hat Italien nie betreten und seinen und Matasunthas Sohn nie gesehen.
 
 
 
 

  1. oo Pessara N.
              

  2. oo 2. Mathaswintha, Tochter des Prinzen Eutharich
                                   Enkelin des Ostgoten-Königs Theoderichs des Großen
 
 
 
 

Kinder:
1. Ehe

  Justina
        

546
  oo Johannes, Neffe des Gegen-Kaisers Vitalian
           

   Justinus
        568 ermordet

  Justinian
        um 582

2. Ehe

  Germanus
  550/51 605
 
 
 
 

Literatur:
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Bridge Anthony: Theodora. Aufstieg und Herrschaft einer byzantinischen Kaiserin. Heinrich Hugendubel Verlag Kreuzlingen/München 1999 Seite 69,194,207 - Browning Robert: Justinian und Theodora. Herrscher in Byzanz. Manfred Pawlak Verlagsgesellschaft mbH, Herrsching 1988 Seite 27, 29,63,68,158,166,171,178,182,214,223 - Ensslin Wilhelm: Theoderich der Große. F. Bruckmann KG München 1959 Seite 330 - Mann Golo: PROPYLÄEN WELTGESCHICHTE. Eine Universalgeschichte. Vierter Band. Rom Die römische Welt. Verlag Ullstein GmbH, Frankfurt am Main - Berlin, Propyläen Verlag 1986 Seite 621,634,636,644 - Norwich John Julius: Byzanz. Der Aufstieg des oströmischen Reiches. Econ Verlag GmbH, Düsseldorf und München 1993 Band I Seite 295,328,334 - Steiner Jean: Theodora. Von der Zirkusdirne zur Kaiserin. Editions Rencontre Lausanne 1970 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 491 - Thiess Frank: Die griechischen Kaiser. Die Geburt Europas. Paul ZsolnayVerlag Gesellschaft mbH Hamburg/Wien 1959 Seite 242,250 -