Tochter des N.N. (Germanin)
Norwich John Julius: Band I Seite 218,224
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"Byzanz. Der Aufstieg des oströmischen Reiches."
Aus derselben Quelle (Prokop) erfahren wir, wie Justin
mit seinen beiden Brüdern vom Heimatdorf Bederiana rund 100 Kilometer
südlich von Naissus zu Fuß nach Konstantinopel wanderte, "auf
ihren Schultern Säcke, in die sie daheim hartes Brot gesteckt hatten".
Seine Frau Lupicina war von
noch bescheidenerer Herkunft; sie war Sklavin und Konkubine des
Mannes gewesen, dem
Justin sie abgekauft
hatte.
Trotz Theodoras Herkunft
war Justinian entschlossen, dass sie
seine Frau werden sollte. Dabei gab es zwangsläufig gewisse Hindernisse.
Eines war das Gesetz, das die Heirat von Senatoren und anderen ranghohen
Männern mit Schauspielerinnen ausdrücklich verbot. Ein zweites,
viel ernster zu nehmendes Hindernis stellte die unnachgiebige Opposition
der Kaiserin dar. Bei der Einsetzung ihres Mannes hatte sie den Namen
Lupicina zugunsten des vornehmeren, wenn auch weniger ausgefallenen
Euphemia abgelegt. Im Grunde war sie aber eine einfache Bäuerin
geblieben, und nachdem sie nun in ihrer unmittelbaren Umgebung jemanden
von noch niedriger Abkunft als sie selbst gefunden hatte, machte sie Theodora
auf jede erdenkliche Weise schlecht. Solange Euphemia
lebte, war an eine Heirat daher selbst nicht zu denken; doch zu seinem
Glück starb sie im Jahre 524.
Günther Rigobert: Seite 19
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"Römische Kaiserinnen. Zwischen Liebe, Macht und
Religion."
Die Gattin des oströmischen Kaisers Leo I. (457-474) und die Frau des Kaisers Justin I. (518-527) waren germanischer Herkunft. Einige Kaiserinnen entstammten den städtischen Oberschichten der Provinzen. Lupicina, die als Kaiserin dann Euphemia hieß, Gattin des schon genannten Justin I., war eine Germanin und als Sklavin verkauft worden. Justin lernte sie bei ihrem Eigentümer kennen, verliebte sich in sie, kaufte sie frei und heiratete sie.
Bridge Anthony: Seite 56,63
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"Theodora. Aufstieg und Herrschaft einer byzantinischen
Kaiserin."
Justinian war überrascht
und bestützt, daß Justins
Gemahlin dem bloßen Gedanken an eine solche Heirat unerbittlichen
Widerstand entgegensetzte. Mochte sie selst auch ihr Leben als eine Sklavin
mit dem unwürdigen Namen Lupicina begonnen haben - jetzt, da
sie die Kaiserin Euphemia war, wollte
sie es keinesfalls zulassen, daß ihre Nachfolgerin auf dem Thron
eine lüsterne kleine Hure aus dem Hippodrom sein sollte, die nicht
dadurch besser wurde, daß sie ein hübsches Lärvchen besaß.
Dabei wäre es geblieben, und Justinian
hätte seine Heirat auf unbestimmte Zeit hinausschieben müssen,
wenn die alte Dame nicht plötzlich im passenden Augenblick um das
Jahr
523 gestorben wäre; das genaue Todesdatum ist nicht bekannt.
Im Kaiserpalast lebte Justin
nach dem Tod der alten Euphemia ziemlich
traurig und einnsam und pflegte ein übles Geschwür am Fuß,
das er infolge einer Pfeilverletzung auf einem seiner früheren Feldzüge
davongetragen hatte.
Browning Robert: Seite 27,33,56
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"Justinian und Theodora. Herrscher in Byzanz."
Justin wart mit einer
gewissen Lupicina verheiratet, die nach Äußerungen seiner
Feinde fremdstämmig unnd früher eine Sklavin gewesen sei.
Er habe sie von einem anderen gekauft, um sie zur Konkubine zu machen.
Die Ehe blieb kinderlos.
Justin, die Kaiserin
Euphemia
und Justinian
waren persönlich
eifrigge Verfechter der Lehren des Konzils von Chalcedon.
Damit die Sache nicht allzu unziemlich aussah, überredete
er seinen Onkel dazu, Theodora die
Würde des Patriziats zu verleihen. Doch gab es da noch zwei weitere
Hinternisse. Die betagte Kaiserin Euphemia,
sonst neimals an staatspolitischen Dingen interessiert, blieb unerbitttlich.
Für jenes Weibsbild war im Palast kein Platz. Auch untersagte das
Gesetz ausdrücklich die Eheschließung eines Senators mit
einer Schauspielerin. Im Jahr 524 aber starb Euphhemia,
und wenig später erließ Justin
ein sehr bemerkenswertes Edikt.
oo Justin I. Kaiser von Byzanz
x um 450 †
1.8.527
Literatur:
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Bridge Anthony: Theodora. Aufstieg und Herrschaft
einer byzantinischen Kaiserin. Heinrich Hugendubel Verlag Kreuzlingen/München
1999 Seite 56,61,63 - Browning Robert: Justinian und Theodora. Herrscher
in Byzanz. Manfred Pawlak Verlagsgesellschaft mbH, Herrsching 1988 Seite
27, 33,56 - Günther Rigobert: Römische Kaiserinnen. Zwischen
Liebe, Macht und Religion. Militzke Verlag Leipzig 2003 Seite 19 - Norwich
John Julius: Byzanz. Der Aufstieg des oströmischen Reiches. Econ Verlag
GmbH, Düsseldorf und München 1993 Band I Seite 218,224 - Thiess
Frank: Die griechischen Kaiser. Die Geburt Europas. Paul ZsolnayVerlag
Gesellschaft mbH Hamburg/Wien 1959 Seite 358 -