Manuel I. und Bertha von Sulzbach
Deutsch-Byzantinische Bündnispolitik in der ersten
Hälfte des 12. Jahrhunderts
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.2 Zur verwendeten Literatur
1.2.1 Quellen
1.3 Anmerkungen zu Hochzeiten als staatspolitisches Mittel
im Mittelalter
2. Motive und Voraussetzungen der Heirat
2.1 Byzanz vor dem Tod Johannes II.
2.2 Die Situation im Westreich
3. Verhandlungen
3.1 Der Briefwechsel zwischen Johannes II. und Konrad
III.
3.1.1 Konrad an Johannes (12. Februar 1142)
3.1.2 Johannes an Konrad (April 1142)
3.2 Johannes‘ Tod (5. April 1143) und Manuels Thronbesteigung
3.3 Die ersten Jahre der Herrschaft Manuels I. (1143-46)
3.4 Verhandlungen zwischen Manuel I. und Konrad III.
und deren Abschluss
3.5 Bertha
4. Änderung der Lage durch die Ehe (Beurteilung und Ausblick)
5. Quellen- und Literaturverzeichnis
5.1 Quellen
5.2 Literatur
1. Einleitung
Anhand der Ehe Kaiser Manuels I. mit Bertha von Sulzbach soll die deutsch-byzantinische Beziehungsgeschichte des 12. Jahrhunderts betrachtet werden. Aus welcher Motivation heraus wurde die Hochzeit vereinbart, und welchen Einfluss auf die Politik der beiden Reiche hatte diese verwandtschaftliche Bindung?
Manuel I. wird in der Literatur als der letzte große byzantinische Kaiser vor der Eroberung Konstantinopels durch die Kreuzfahrer 1204 angesehen. Seine Regierungszeit 1143-80 war durch einen ewigen Zweifrontenkrieg im Osten und Westen bestimmt, einen Konflikt, der charakteristisch für fast die gesamte Existenz des Byzantinischen Reiches ist, hier aber durch die akute Bedrohung der Normannen aus Süditalien gekennzeichnet war. Und so war auch der Kampf gegen die Normannen das Leitmotiv der Politik Manuels I., das er durch ein Bündnis mit dem Westreich zu verfolgen suchte. Erst nach einer vernichtenden Niederlage vor Brindisi 1156 und der Weigerung des westlichen Kaisers FRIEDRICH I. BARBAROSSA (1152-1190), das Bündnis mit Byzanz fortzusetzen, musste Manuel seine Pläne aufgeben. Die von Manuels Vater Johannes II. geplante Verheiratung seines jüngsten Sohnes mit einer Tochter des deutschen Herrschers sollte zu einer Entspannung an der Westfront führen, da die in Italien ansässigen Normannen sowohl mit Konstantinopel als auch mit dem westlichen Kaiser verfeindet waren. Die Verhandlungen über die Hochzeit sind in einem Briefwechsel dokumentiert, der von Otto von Freising in seinen Gesta Frederici überliefert ist.
Als Johannes II. durch einen Jagdunfall 1143 recht plötzlich ums Leben kam, bestimmte er überraschend seinen jüngsten Sohn Manuel zu seinem Nachfolger. Die Hochzeit, die noch nicht vollzogen war, gewann dadurch an Brisanz und außenpolitischer Wirkung. Erst nach drei Jahren und umfangreichen Nachverhandlungen heirateten Manuel und die in Irene umbenannte Bertha 1146 in Konstantinopel. Die Ehe blieb bis zu Berthas Tod eine politische Zweckehe, auch wenn der Deutschen von ihrem Ehemann Respekt entgegengebracht wurde.
1.2 Zur verwendeten Literatur
1.2.1 Quellen
Auf byzantinischer Seite gibt es drei wichtige Autoren, die die Zeit der KOMNENEN in erzählenden Werken beschreiben. Anna Komnena setzt sich in ihrer “Alexiade” vornehmlich mit der Regierungszeit ihres Vaters, Alexios I., des ersten KOMNENEN-Herrschers, auseinander (1081-1118). Für diese Arbeit ist ihr Werk deswegen weniger von Bedeutung als die Werke von Niketas Choniates und Johannes Kinnamos, die beide die Herrschaft von Johannes II. (1118-43) und seinem Sohn Manuel I. (1143-80) beschreiben. Niketas Choniates, wie Anna Komnena nach Einschätzung von Charles M. Brand eine “außergewöhnliche Persönlichkeit” mit einem Bildungsstand “weit über dem Niveau der Zeitgenossen”, versucht in seiner “Historia” die Gründe für die Eroberung Konstantinopels durch die Kreuzfahrer 1204 zu rekonstruieren. Dabei benutzt er offensichtlich auch das Werk von Johannes Kinnamos als Grundlage. Brand bezeichnet Niketas Choniates als “großen Historiker” und vergleicht ihn mit Thukydides. Johannes Kinnamos dagegen wird als der am wenigsten wichtigste der drei Geschichtsschreiber gesehen. Als gewöhnlicher byzantinischer Bürokrat teilte er die Verehrung, die ein Großteil der Bevölkerung dem Basileus entgegenbrachte, und verleiht seiner Bewunderung für Manuel, auf dessen Regierungszeit er hauptsächlich eingeht, in immer wiederkehrenden Lobreden Ausdruck. Sein Werk bricht 1176 abrupt ab, obwohl es sein Plan war, die gesamte Regierungszeit Manuels bis 1180 zu beschreiben.
Wichtigster Chronist auf westlicher Seite ist Otto von Freising, der in seinen Gesta Friderici zwar hauptsächlich die Regierungszeit FRIEDRICH BARBAROSSAS behandelt, aber auch auf dessen Vorgänger eingeht. Gerade die Überlieferung zu KONRAD III., dessen Schwägerin Bertha war und der während der Heiratsverhandlungen westlicher Kaiser war, ist für diese Arbeit von Bedeutung. Otto von Freising überliefert den Briefwechsel zwischen KONRAD III. und Johannes II. bzw. Manuel I. Eine Einschätzung der politischen Bedeutung der Ehe Manuels I. mit Bertha von Sulzbach und den dahinterstehenden Vereinbarungen zwischen Konrad III. und Manuel ist ohne Otto von Freisings “Gesta Frederici” nicht denkbar.
Fehler! Keine Indexeinträge gefunden. Die beiden wichtigsten Arbeiten für das Thema dieser Arbeit sind die Artikel von Hanna Vollrath: “Konrad III. und Byzanz” und J. Irmscher: “Bertha von Sulzbach, Gemahlin Manuels I.”. Irmscher konzentriert sich weitgehend auf eine Beschreibung der Person Berthas, wobei Vollrath detaillierter auf die Verhandlungen KONRADS III. mit Johannes II./Manuel I. eingeht und alte Irrtümer der Wissenschaft ausräumt, zum Beispiel den “Vertrag” von Thessalonike, auf denn noch verwiesen wird. Zur Italienfrage war Jan Paul Niederkorns Arbeit “Die Mitgift der Kaiserin Irene. Anmerkungen zur byzantinischen Politik König Konrads III.” sehr hilfreich. Einen großen Unterschied macht die Wissenschaft bei der Beurteilung der politischen Beziehungen im Hinblick auf das unter anderem von Werner Ohnsorge formulierte Zweikaiserproblem. Ohnsorge analysiert die Korrespondenz zwischen dem westlichen und dem östlichen Kaiser vor allem nach den jeweiligen prestigeträchtigen Titelansprüchen. Vollrath hingegen lässt diese fast vollkommen außer Betracht und betont die pragmatisch-realistische Komponente, die auch von Ralph-Johannes Lilie gestützt wird: Für die Byzantiner war die Titelfrage zwar eine nicht unbedeutende Prestigefrage, wurde jedoch den realen Gegebenheiten - Abwehr der normannischen Gefahr - nötigenfalls untergeordnet.
1.3 Anmerkungen zu Hochzeiten als staatspolitisches Mittel im Mittelalter
Dynastische Eheschließungen waren im Osten wie im
Westen ein Teil der politischen Kultur. Johannes
II., der Vater Manuels
I., heiratete um 1105 eine Cousine des ungarischen Königs
namens Piroschka, die wie später
Bertha von Sulzbach in Irene
umbenannt wurde. Ziel der Verbindung war die Sicherung eines Abkommens
gegen die Normannen, die sich ebenfalls durch Heirat mit Frankreich verbündet
hatten (Bohemund, Sohn Robert Guiscards, heiratete
eine Tochter Philips I.).
Auch eine Vermählung zweier Repräsentanten
des östlichen und des westlichen Kaiser-Reichs war keineswegs ein
Novum: Im Jahre 972 verheiratete OTTO DER GROSSE
(936-973) seinen Sohn, der ihm als OTTO
II. nachfolgte (973-983), mit der byzantinischen PrinzessinTeophano,
Nichte des oströmischen Kaisers Johannes
I. Tzimiskes (969-976).
Die Vermählung war Besiegelung einer Vereinbarung, nach der OTTO
den byzantinischen Besitz in Italien räumte und Byzanz als Gegenleistung
seine Kaiserwürde anerkannte. Die Hochzeit von Manuel
I. und Bertha von Sulzbach war
also nichts Ungewöhnliches.
2. Motive und Voraussetzungen der Heirat
2.1 Byzanz vor dem Tod Johannes II.
Das Jahr 1071 markierte für Byzanz einen vorläufigen
Tiefpunkt seiner Geschichte. Im Osten, bei Mantzikert in Armenien, erlitt
das byzantinische Heer eine vernichtende Niederlage gegen die Seldschuken,
die sich nun im heutigen Anatolien um die Stadt Ikonion festsetzen konnten
und zeitweise ganz Kleinasien beherrschten. Im Westen verlor Konstantinopel
mit Bari den letzten Stützpunkt in Italien an das expandierende Volk
der Normannen. Der normannische Anführer Robert Guiscard
errichtete im traditionell griechisch beeinflussten Süd-Italien
eine Herrschaft, die bald auch die byzantinischen Besitzungen in Griechenland
und sogar Konstantinopel selber bedrohen sollte. Die Politik der Byzantiner
stand fortan unter dem Eindruck der ständigen Bedrohung durch die
Normannen. Aus der der Niederlage bei Mantzikert folgenden sozialen und
politischen Krise ging die Dynastie der KOMNENEN
hervor: Alexios I. (1081-1118),
der als Vertreter der Militäraristokratie den schwachen und unbedeutenden
Kaiser Nikephoros
III. (1078-81) vom Thron
stieß, stabilisierte das vollkommen in die Defensive geratene Reich,
ordnete die Finanzen und begann wieder eine militärisch offensive
Politik, die die Reichsgrenzen sicherte und vorschob. Der in diese Zeit
fallende Durchzug des ersten Kreuzzuges (1096-99) beschwor für die
Byzantiner eine seit Theoderich im
kollektiven Bewusstsein verankerte Furcht vor einem Barbareneinbruch herauf.
Anna Komnena beschreibt in apokalyptischem
Ton die Kreuzfahrer, unter denen sich auch eine normannische Abteilung
unter Bohemund, einem Sohn Robert Guiscards befand.
Johannes II. (1118-43)
setzte das Werk seines Vaters fort. Von Zeitgenossen wurde er als bedeutendster
Herrscher seiner Dynastie angesehen. Dank seiner effektiven Verwaltungs-
und Finanzpolitik war Byzanz wieder die führende Kraft im Mittelmeer,
stärker als die anderen Mittelmeeranrainer im einzelnen, jedoch nicht
stark genug, einer Koalition der Gegner standhalten zu können. Die
Bedrohung aus Osten und Westen gleichzeitig ging
Johannes auf verschiedene Weisen an. Im Westen sicherte er durch
glänzende Siege über Petschenegen und Serben den Balkan. Um die
Normannen unter Roger II. (1101-54)
in Schach zu halten, nahm er Verbindungen zu den deutschen Königen
LOTHAR III. VON SUPPLINBURG
(1125-37) und dessen Nachfolger KONRAD
III. (1137-52) auf, auf
die weiter unten noch genauer eingegangen wird.
Im Osten unternahm Johannes
militärische
Expeditionen gegen das seldschukische Emirat von Ikonion (Rum), auf dessen
Zerschlagung er jedoch zugunsten eines Feldzuges gegen die lateinischen
Kreuzfahrerstaaten in Syrien verzichtete. Hierbei hatte er insbesondere
das reiche Antiochia im Auge. Johannes verfolgte
besondere Pläne: Sein jüngster Sohn
Manuel sollte die südöstlichen Teile des Byzantinischen
Reiches (Cicilia, Antiochia, Attalia, Zypern) und eventuelle Neueroberungen
in Palästina im Rahmen einer Sekundogenitur verwalten. Dank seiner
ausgewiesenen Bewunderung für den Westen und Lateiner-Freundlichkeit
war Manuel für diese Rolle geradezu
prädestiniert. Eine lateinische Prinzessin als Ehefrau
Manuels hätte ihn im Ansehen in den Kreuzfahrerstaaten
noch weiter steigen lassen und als übergeordneten Herrscher akzeptabel
gemacht. Pläne zur Hochzeit Manuels
mit der einzigen Tochter des Fürsten von Antiochia,
Maria [Richtigstellung: Konstanze],
waren 1136 durch deren rasche Verheiratung mit Raimond von Poitiers
zerstört worden - die antiochische Stadtaristokratie wollte die Herrschaft
eines Byzantiners verhindern. Eine gerade auch für die Stabilisierung
der Westgrenze interessante Alternative hierfür bot nun das Bündnis
mit dem deutschen Herrscher. Die eheliche Verbindung zwischen dem byzantinischen
und
dem deutschen Reich wäre gleichzeitig auch eine wirksame Bekräftigung
eines Abkommens gegen die Normannen unter Roger
in Süd-Italien. Zur Verwirklichung dieses Planes nahm Johannes
II. also Kontakt mit dem deutschen Hof auf.
Ein Bündnis mit den Seldschuken im Osten stand nicht
zur Debatte, da derartige Verträge aus dem religiösen Gegensatz
resultierend schnell gebrochen werden konnten.
2.2 Die Situation im Westreich
Nach dem Tod des letzten SALIERS
HEINRICH V. 1125 wählten die Fürsten nach dem
Prinzip der freien Wahl Herzog Lothar von Sachsen-Supplinburg
zum neuen Herrscher, der sich recht bald über Heirat mit dem Haus
der WELFEN verbünden sollte. HEINRICHS
Neffe KONRAD, der väterlicherseits
STAUFER
und mütterlicherseits
SALIER
war, hatte sich eigentlich selber Chancen auf den Thron ausgerechnet und
ließ sich 1127 zum Gegen-König ausrufen. Nach anfänglichen
Erfolgen in Italien musste er sich jedoch unterwerfen (1135) und hielt
fortan loyal zu LOTHAR.
1130 musste in Rom ein neuer Papst gewählt werden.
Es kam zum Schisma; zuerst wurde Innozenz II. in unkanonischer Form
gewählt, danach von einer ordnungsgemäßen Mehrheit Anaklet
II. Beide Rivalen konnten sich auf Hilfe von außerhalb stützen:
Anaklet
rief den Normannenstaat zu seiner Unterstützung und krönte Roger
II. zum König.
Innozenz musste nach Frankreich flüchten,
konnte jedoch die norditalienischen Städte und mit Hilfe Bernhards
von Clairvaux LOTHAR III. für
sich gewinnen, der sich 1133 in Rom von Innozenz zum Kaiser krönen
ließ. Aus dem mit dem Ringen um den Vatikan einhergehenden deutsch-normannischen
Gegensatz heraus kamen Kontakte LOTHARS
mit Byzanz zustande. Erste Gespräche einer byzantinischen Gesandtschaft
1137 mit LOTHAR III. wurden durch dessen
Tod im gleichen Jahr unterbrochen. Zuvor konnte
LOTHAR auf einem Italienzug gemeinsam mit Papst Innozenz
II. (Anaklet war inzwischen verstorben) den Normannen Apulien
vorübergehend entreißen.
LOTHAR hatte vor
seinem Tod eigentlich seinen Schwiegersohn Heinrich den Stolzen,
einen WELFEN, durch Übergabe der
Reichsinsignien zu seinem Nachfolger designiert. Doch Kurie und Fürsten
in Deutschland beeilten sich, KONRAD
zum neuen König zu wählen, der aufgrund der geistlichen Unterstützung
auch “Pfaffenkönig” genannt wurde. Heinrich übergab KONRAD
zwar die Reichsinsignien, verweigerte aber die Huldigung, und der staufisch-welfische
Gegensatz wurde zum Dauerkonflikt. Wie sein Vorgänger besaß
auch KONRAD gute Kontakte zur Kurie
Papst
Innozenz II., die er als Begleiter LOTHARS
auf dessen Italienzügen geknüpft hatte. Aus diesem Grund sah
er keinen Anlass, an der Bündnispolitik mit Byzanz etwas zu ändern,
woraufhin die beiden außen- und innenpolitischen Hauptgegner KONRADS
- Normannen und WELFEN - miteinander
Gespräche aufnahmen.
3. Verhandlungen
3.1 Der Briefwechsel zwischen Johannes II. und Konrad III.
KONRAD III. empfing 1139 eine Gesandtschaft von Johannes, die angesichts der Machfülle Rogers II. in Süd-Italien auf neuerliche Verhandlungen drängte und die Hochzeit Manuels mit einer deutschen Prinzessin königlichen Geblüts anregte. KONRAD schickte seinerseits eine Legation nach Konstantinopel, die zwischen Mai 1140 und März 1141 in Byzanz gewesen sein muss. Auf die wiederum von Byzanz geschickten Briefe Ende 1141/Anfang 1142 antwortete KONRAD am 12. Februar 1142 mit einem von Otto von Freising überlieferten Schreiben.
3.1.1 Konrad an Johannes (12. Februar 1142)
Aus dem Brief KONRADS geht
hervor, dass die deutsche Seite grundsätzlich an einer Übereinkunft
mit Byzanz gegen Roger II. interessiert
sei und zur näheren Verbundenheit auch eine Vermählung der Schwester
der Ehefrau KONRADS gutheiße. Auf
einem Reichstag, dem die Gesandtschaft Johannes‘
nicht mehr beiwohnte, habe der Kaiser die Unterstützung der Fürsten
in dieser Frage gefunden, und auch der Papst sei unterrichtet. Die Kernpunkte
des Abkommens sind somit klar: Bündnis und Heirat. Weitere Details
sollten wohl von KONRADS Gesandten,
Robert von Capua und Kaplan Albert, ausgehandelt werden.
Erwähnenswert ist auf jeden Fall noch die Art, in
der sich KONRAD als “Kaiser der
Römer” präsentiert. Er war ja noch nicht einmal zum Kaiser
gekrönt (und sollte es auch nie werden), nannte jedoch Johannes
nur “Kaiser von Konstantinopel”. Sich selber aber sah er in der römischen
Kaisertradition, bezeichnete das byzantinische Reich als die Tochter des
deutschen Reiches und leitete von diesem “Verwandtschaftsverhältnis”
auch eine weitere, rhetorisch elegante, Bündnislegitimation ab.
3.1.2 Johannes an Konrad (April 1142)
Johannes’ Antwort
(wohl im April 1142 verfasst) wurde von seinen “getreuesten und vertrautesten
Leuten” überbracht, die die Details des Abkommens mit KONRAD
ausarbeiten und seine künftige Schwieger-Tochter zur Hochzeit nach
Byzanz bringen sollten. Namentlich gab es noch Verhandlungsbedarf über
die “Angelegenheiten Apuliens und der Lombardei” - vermutlich ist hiermit
die Mitgift Berthas gemeint, ein angesichts
päpstlicher Ansprüche nicht ganz unproblematisches Versprechen,
von dem weiter unten noch zu sprechen sein wird. Die Tatsache, dass die
Gesandten Johannes explizit geschickt
wurden, um Bertha als Braut in Empfang
zu nehmen, zeigt, dass eine grundsätzliche Übereinkunft zwischen
den beiden Herrschern gefunden worden war und kein Zweifel daran bestand,
dass die gegebenen Differenzen noch ausgeräumt werden könnten.
KONRADS (aus byzantinischer
Sicht) Anmaßung des römischen Kaisertitels erwähnt
Johannes in seinem sachlich-kurzen Schreiben gar nicht, lässt
jedoch keinen Zweifel an seiner herausragenden Würde, indem er sich
als im Purpur geborener König, Augustus und Kaiser der Römer
bezeichnet. Den deutschen Herrscher tituliert er schlicht mit “König”.
Als Bertha 1142 nach Konstantinopel kam, konnte die Hochzeit jedoch noch nicht durchgeführt werden, da sich Johannes mit allen seinen Söhnen auf einem Kriegszug gegen Antiochia befand. Und als der Zug gegen Antiochia vorbei war, hatte die Lage so dramatische Veränderungen erfahren, dass an eine schnelle Hochzeit nicht zu denken war: Manuel, jüngster Sohn Johannes II., wurde unerwarteterweise sein Nachfolger.
3.2 Johannes‘ Tod (5. April 1143) und Manuels Thronbesteigung
Die Expedition gegen Antiochia, das eigentlich Treue geschworen
hatte (und dessen Fürstin Maria auch zwischenzeitlich als Ehefrau
für Manuel vorgesehen war, siehe
oben), stand von Anfang an unter bösen Vorzeichen. Johannes‘
ältester Sohn und designierter Nachfolger
Alexios erlag am 2. August 1142 bei Attalia der Malaria, und
auch der Zweitgeborene Andronikos
starb bald, nachdem er seinen Bruder zur Bestattung nach Konstantinopel
gebracht hatte. Isaak, der drittälteste
Sohn, befand sich in Konstantinopel, als schließlich Johannes
II. am 5. April 1143 selber zu Tode kam. Noch auf dem Sterbebett
bestimmte er seinen jüngsten Sohn zu seinem Nachfolger.
Die beiden byzantinischen Historiographen Johannes
Kinnamos und Niketas Choniates berichten hierzu übereinstimmend,
dass Johannes‘ Tod auf einen Jagdunfall
zurückzuführen ist - er stach sich mit den eigenen vergifteten
Pfeilen in den Finger, als er einen Eber töten wollte. Danach habe
er Manuel zu seinem Nachfolger bestimmt,
was von allen Anwesenden anerkannt worden sei, und sei dann verschieden.
Andere Quellen berichten jedoch von einem weitaus weniger
glatten Abgang der Ereignisse. Es hält sich hartnäckig das Gerücht,
dass Johannes‘ Tod kein Unfall, sondern
ein Attentat gewesen sei, möglicherweise im Auftrage Fürst
Raymonds von Antiochia. Manche gehen sogar so weit, dass sie Manuel
der Mittäterschaft oder Mitwisserschaft beschuldigen, was jedoch nicht
eindeutig nachgewiesen werden kann und zweifelhaft ist.
Umstritten bleibt auch die Frage der Nachfolgeregelung.
Hier berichten Kinnamos und Choniates widersprechende Quellen
von einer Parteinahme Johannes Axuchos‘
gegen
Manuel und einer klaren Parteinahme
der lateinischen Söldner für Manuel,
was beides recht schlüssig erscheint. Die Gegnerschaft Johannes
Axuchos, eines ursprünglich wohl einem Turkvolk angehörenden
Jugendfreundes Johannes II.,
der nun Oberbefehlshaber des Landheeres war (Großdomestikos),
ist auch von Hanna Vollrath unter Verwendung der Werke des Kinnamos
und Choniates nachgewiesen worden. Auf Manuels
Lateinerfreundlichkeit wurde oben bereits eingegangen.
3.3 Die ersten Jahre der Herrschaft Manuels I. (1143-46)
Die Thronbesteigung Manuels
hatte die Bedeutung einer möglichen ehelichen Verbindung mit dem deutschen
Herrscher deutlich erhöht. Da im Mittelalter die Gültigkeit von
Vereinbarungen oder Verträgen mit dem Tod eines Verhandlungspartners
erlosch, waren sowieso Neuverhandlungen mit KONRAD
erforderlich. Doch Manuel zeigte vorerst
keine grundsätzliche Bereitschaft, die Politik seines Vaters ohne
weiteres fortzuführen. Bis zu einem vorläufigen Abschluss der
Verhandlungen mit Deutschland, besiegelt durch die Hochzeit von Manuel
und der in Irene umbenannten
Bertha von Sulzbach, sollten nach der
Thronbesteigung des KOMNENEN 1143 noch
drei Jahre vergehen, eine vermutlich für Bertha
und
damit die gesamte deutsche Seite aufgrund ihrer Länge nicht besonders
ehrenvolle Wartezeit.
Offensichtlich dachte Manuel
zwischenzeitlich auch ernstlich über ein Abkommen mit den Normannen
nach. Kinnamos berichtet von einer normannischen Delegation in Byzanz,
und Manuels Beauftragter Basilios Xeros
handelte sogar einen Vertrag mit dem Normannen-König
Roger II. aus. Dem unbedarften Beobachter scheint eine direkte
Verständigung mit Roger zwar wesentlich
erfolgsversprechender als ein Bündnis mit dem deutschen Reich, von
dem selber ja zu diesem Zeitpunkt keine direkte Gefahr ausging (was sich
dann einige Jahre später mit dem zweiten Kreuzzug schnell änderte).
Auch war Manuel von der für ihn
vorgesehenen Braut wohl nicht gerade begeistert - sie war weder schön
noch lebenslustig und entsprach auch ganz und gar nicht seinem mediterranen
Geschmack.
Trotz allem gab es jedoch mehr Gründe gegen eine
Verständigung mit den Normannen. Deren größter war sicherlich
die Hoffnung Manuels, irgendwann die
italienischen Gebiete wiederzugewinnen. In der Tat unternahm er ja später
mehrere Versuche, sich in die italienischen Verhältnisse einzumischen
- mit Gewalt und unter massivem finanziellen Einsatz, der zum Ruin des
byzantinischen Staates beitragen sollte und außerdem im Westen Konstantinopels
Ruf unendlichen Reichtums förderte. Manuel
sah sich in der Tradition großer Vorgänger und hatte zumindest
zeitweise die Wiederherstellung der byzantinischen Macht in den Grenzen
der Herrschaft Justinians oder sogar
Konstantins
vor Augen. Die Normannen wurden weiterhin als Eindringlinge angesehen.
Im gleichen Maße überheblich und unangemessen schien Manuel
auch das Verhalten Rogers, der in den
Verhandlungen mit Byzanz darauf bestand, auf einer Ebene mit dem Kaiser
zu stehen und sogar den Titel “Basileus” für sich beanspruchte.
Aus byzantinischer Sicht war er ein Emporkömmling, für den nach
antiker Tradition einzig der Titel “Dux” angemessen gewesen wäre.
So verwarf Manuel
schließlich doch die Pläne einer Verständigung mit Roger
zugunsten der “verlockenden Verbindung” nach Deutschland und wandte
sich um 1145 wieder dem deutschen Reich zu. Er schickte Boten, um die Gespräche
seines Vaters mit KONRAD III. wieder
aufzunehmen und zu einem eigenen Abschluss zu bringen.
3.4 Verhandlungen zwischen Manuel I. und Konrad III. und deren Abschluss
Von den Neuverhandlungen Manuels mit KONRAD überliefert wiederum Otto von Freising ein Schreiben Konrads, der 1145 auf eine Gesandtschaft Manuels unter Führung des Nikephoros antwortet. Das mit Johannes abgesprochene Abkommen wird als “ewiges Bündnis dauernder Freundschaft” erneuert und soll durch die Hochzeit Manuels mit Bertha, die inzwischen wohl von KONRAD adoptiert wurde (im Brief bezeichnet er sie als seine “geliebte Tochter”), gleichfalls bekräftigt werden. Auffallend im Brief ist jedoch der diesen Vereinbarungen vorausgehende Absatz. Der byzantinische Verhandlungsführer Nikephoros soll KONRAD so beleidigt haben, dass es beim deutschen Herrscher auch nicht mehr Zorn erweckt hätte, wenn der Gesandte “unseren einzigen Sohn HEINRICH vor unseren Augen ermordet” hätte. Erst nach drei Tagen und freundlicheren Worten habe sich KONRAD besänftigt. Weiterhin verspricht KONRAD, Manuel nicht nur mit einer von ihm erbetenen Anzahl von Rittern beizustehen, sondern sogar auch, dass er selber kommen werde, falls Manuel seiner benötige. KONRAD entspricht auch dem Wunsch Manuels, ihm vertraute Gesandte zu schicken, unter anderem Bischof Embrich von Würzburg.
Mit diesem Schreiben gingen nun also Manuel und KONRAD ein förmliches Freundschafts- und Verteidigungsbündnis ein. Mit den Rittern, die KONRAD zu schicken versprach, war wahrscheinlich eine gemeinsame Expedition gegen Roger II. gemeint. Das Versprechen KONRADS, selber an der Spitze seiner Ritter nach Byzanz zu kommen, erfüllte sich mit dem 2. Kreuzzug, wenn auch ganz anders, als Manuel es sich wohl erbeten hätte.
Über die Ursache der Verstimmung, die Nikephoros hervorrief, gibt es keine eindeutigen Angaben. Verschiedene Wissenschaftler sehen hier ein Indiz für das Zweikaiserproblem: Nikephoros habe KONRADS Ansprüche auf den westlichen Kaisertitel und seine Ebenbürtigkeit, wenn nicht sogar Überlegenheit dem byzantinischen Kaiser gegenüber nicht anerkannt und ihn dadurch beleidigt. Hanna Vollrath auf der anderen Seite führt einen anderen möglichen Grund für die Verstimmungen an. Er steht auch mit der Verzögerung der Eheschließung Manuels mit Bertha in Zusammenhang. Die Tatsache, dass sich Bertha nun schon seit geraumer Zeit sozusagen in “Wartestellung” befand, sie kam ja schon 1142 nach Konstantinopel und wartete nun schon drei Jahre, bedeutete eine Demütigung Berthas und ihres Adoptiv-Vaters KONRAD. Die geringere Geburt der Deutschen, die ja keine Verwandte KONRADS, sondern lediglich die Schwester seiner Frau Gertrud war, konnte als Grund für die Zurückweisung der Ehe von byzantinischer Seite geltend gemacht werden. Und die Drohung einer Zurückweisung der Braut mit gleichzeitigem Abbruch der Bündnisverhandlungen war wahrscheinlich die Ursache für KONRADS Zorn.
Dass Manuel Bertha dann doch als seine Braut akzeptierte, hängt sicher nicht nur mit ihrer formellen Aufwertung durch die Adoption durch KONRAD III. zusammen. Auch die Konzessionen, die der deutsche Herrscher scheinbar machte - er versprach Manuel 2.000 Ritter zu schicken, falls Byzanz bedroht sei, weiterhin nennen hier mehrere Historiker Italien als Mitgift – waren nicht die Ursache für Manuels Sinneswandel, wie Jan Paul Niederkorn überzeugend darlegt. Der byzantinische Herrscher hatte, nachdem die Verhandlungen mit den Normannen abgebrochen worden waren, ganz einfach keine Alternative mehr zu einem Bündnis mit Deutschland, auch für seine Politik gegenüber Ungarn.
3.5 Bertha
Bertha von Sulzbach
entstammte einer Seitenlinie der BABENBERGER, die ihren Stammsitz
im befestigten Städtchen Sulzbach am Ostfuß des Fränkischen
Juras hatte. Ihr Vater war Graf Berengar II. von Sulzbach, ihre
Schwester Gertrud heiratete KONRAD
III.
Bertha war nicht
gerade für ihre Schönheit bekannt. Zu ihrem Tod 1160 schreibt
Kinnamos, dass sie ihre Zeitgenossen bei weitem an Klugheit, Anstand und
Barmherzigkeit für die Bedürftigen übertraf, erwähnt
jedoch bezeichnenderweise nichts über die an anderen Stellen höflich
bezeugte Schönheit ihrer Person.
Manuel hingegen hatte
eine Schwäche für schöne Frauen, wie Choniates ausdrücklich
anführt - dass er ein Verhältnis mit seiner Nichte Theodora
Komnena hatte, war allgemein bekannt, wurde dem jungen Kaiser
aber nachgesehen. Trotz der fehlenden sexuellen Hingezogenheit zu Bertha
behandelte Manuel seine Frau mit Achtung.
Dem Bild eines abendländischen Ritters nacheifernd suchte er sich
vor seiner Frau auszuzeichnen, wozu ihm die Rückeroberung Kerkyras
von den Normannen 1149 Gelegenheit bot.
Bertha gebar Manuel
zwei Töchter, Maria und
Anna.
Anna
starb im gleichen Jahr wie ihre Mutter, Maria
wurde in Ermangelung eines männlichen Thronfolgers 1163 elfjährig
mit dem ungarischen Prinzen Bela verlobt,
eine Verbindung, die wieder gelöst wurde, als 1168/69 ein Sohn Manuels
auf die Welt kam. Maria wurde 1183,
kurz nach Manuels Tod, ermordet.
4. Änderung der Lage durch die Ehe (Beurteilung und Ausblick)
Nur ein knappes Jahr nach dem formellen Abschluss des Bündnisses mit der Hochzeit Manuels und Berthas 1146 begann der 2. Kreuzzug, der von KONRAD III. und Ludwig VII. von Frankreich über Byzanz geführt wurde. Konrads Armee wurde jedoch schon auf dem Weg durch Kleinasien durch die Seldschuken weitgehend aufgerieben, so dass sich der deutsche Herrscher erschöpft und krank in byzantinischen Schutz begeben musste. Mit byzantinischer Hilfe zog KONRAD dann doch noch nach Palästina, errang aber auch dort keinen Erfolg. Auf dem Rückweg trafen die beiden Herrscher wieder zusammen, und ihr Treffen endete 1148 in Thessalonike mit einer Bekräftigung des 1145 vereinbarten Bündnisses, was oftmals fälschlicherweise in der Wissenschaft als “Vertrag” bezeichnet wurde. Kinnamos berichtet von der Verhandlung, dass Manuel KONRAD an die Mitgift Berthas, Unteritalien, erinnert. Nach Niederkorn wurde ein gemeinsamer Feldzug gegen die Normannen vereinbart, wobei Byzanz Gebiete in Apulien erhalten sollte, sowie die Heirat zwischen KONRADS Sohn HEINRICH und einer Prinzessin aus dem KOMNENEN-Haus, die Bertha aussuchen sollte. Ein Kurswechsel des Papstes, der entgegen früherer Feindschaften 1149 die Normannen wegen innerrömischer Querelen zu Hilfe gerufen hatte, zögerte jedoch den gemeinsamen Krieg hinaus. KONRAD musste Rücksicht auf den Papst nehmen, was hieß, dass Manuel weitere Zugeständnisse bezüglich Süd-Italiens machen sollte. Als in der italienischen Frage schließlich ein Kompromiss gefunden zu sein schien, machte KONRADS Tod 1152 alle Pläne zunichte.
Die Ehe zwischen Bertha von Sulzbach und Manuel I. sicherte das hauptsächlich gegen die Normannen gerichtete Bündnis der beiden Kaiser-Reiche, solange beide Vertragspartner noch am Leben waren. Der Nachfolger KONRADS III., FRIEDRICH BARBAROSSA, verfolgte andere Pläne. Gleichzeitig scheiterte auch Manuels Versuch, mit deutscher Hilfe wieder in Italien Fuß zu fassen. Nach dem Tod Rogers II. 1154 sah Manuel seine Chance gekommen und schickte Truppen und Gesandtschaften über die Adria. Dank der Uneinigkeit der Normannen und der Finanzkraft der Byzantiner konnten schnell Erfolge erzielt werden, die jedoch nicht von Dauer waren. 1156 wurde die byzantinische Streitmacht vor Brindisi vernichtet, und sowohl FRIEDRICH BARBAROSSA als auch der Doge von Venedig wiesen Byzanz’ Bündnisangebote zurück. Für Venedig war ein die Küsten der Adria beherrschendes Byzanz existenzgefährdend, da es den venezianischen Handel kontrolliert hätte. Die überaus teure italienische Expedition Manuels hinterließ nicht nur leere Staatskassen, sondern auch ein dem byzantinischen Reich zunehmend feindselig gegenüberstehendes Europa. Zudem hatte die Konzentration auf den Westen eine Vernachlässigung der Ostgrenzen mit sich geführt.
Abschließend bleibt die Beurteilung der Ehe zwischen
Bertha von Sulzbach und Manuel I. zwiespältig.
Zwar hielt das Bündnis mit dem westlichen Reich bis zum Tod KONRADS
III. und gemeinsame Unternehmungen, die hauptsächlich Byzanz
genutzt hätten, waren in Planung. Doch kamen sie nie zur Ausführung,
und am Ende hatte Byzanz nichts gewonnen, aber viel verloren. Der Italienfeldzug,
den Manuel dann doch noch unternahm,
war kostspielig und ohne lohnenden Ausgang. Dennoch führt es wohl
zu weit, dies als Anfang vom Ende des Byzantinischen Reiches zu nehmen.
Noch immer war Manuels Reich stark
genug, auf dem Balkan und in Palästina einzugreifen und sogar einen
Vorstoß nach Ägypten zu unternehmen. Nur Italien war für
immer verloren.
5. Quellen- und Literaturverzeichnis
5.1 Quellen
--------------
Choniates, Niketas: Die Krone der Komnenen. Die Regierungszeit
der Kaiser Joannes und Manuel Komnenos (1118-1180) aus dem Geschichtswerk
des Niketas Choniates, ed. Franz Grabler (Byzantinische Geschichtsschreiber
Bd. 7), Graz 1958.
Comnena, Anna: The Alexiad of the Princess Anna comnena.
Being the history of the reign of her father, Alexius I, Emperor of the
Romans, 1081-1118 A.D. (Übers. Elizabeth A. S. Dawes), New York 1978.
Dölger, Franz: Corpus der griechischen Urkunden
des Mittelalters und der neueren Zeit. Regesten der Kaiserurkunden des
Oströmischen Reiches, Abteilung 1, 2. Teil, München 1925.
von Freising, Otto: Gesta Frederici I., in: Ausgewählte
Quellen zur deutschen Geschichte des Mittelalters, Freiherr von Stein-Gedächtnisausgabe,
Band XVII, Darmstadt 1965.
Kinnamos, Johannes: Deeds of John and Manuel Comnenus
(Übers. Charles M. Brand), New York 1976, S. 133f.
Hörandner, Wolfram: Theodoros Prodromos. Historische
Gedichte (Wiener byzantinistische Studien Bd. 11), Wien 1974.
Die Urkunden Konrads III. und seines Sohnes Heinrich,
bearb. von Friedrich Hausmann (MGH D K III, Die Urkunden der Deutschen
Könige und Kaiser Bd. 9), Wien 1968, Nr. 39, 69, 126, 224, 229.
Wiboldit tp. 243 in: Monumenta Corbeiensia, hg. Ph. Jaffé
(Bd. I der Bibliotheca rerum Germanicarum), Berlin 1864, S. 363-366.
5.2 Literatur
---------------
Angold, Michael: The Byzantine Empire, 1025-1204. A political
history, London/New York ²1997.
Angold, Michael: Church and Society in Byzantium under
the Comneni, Cambridge 1995.
Bernhardi, Wilhelm: Konrad III., Jahrbücher Deutscher
Geschichte, Leipzig 1883.
Brand, Charles M.: Byzantium confronts the West 1180-1204,
Cambridge Mass. 1968.
Brand, Charles M.: “Bertha of Sulzbach”, in: Alexander
Kazhdan (Hg.), The Oxford Dictionary of Byzantium Bd. I, New York 1991,
S. 284.
Browning, Robert: “The Death of John II Comnenus”, in:
Byzantion 31 (1961), S. 228-235.
Bryer, A.: “The first encounter with the West - 1050-1204”,
in: P Whitting, Byzantium. An introduction, Oxford 1971, S. 83-110.
Bryer, A.: “Cultural relations between East and West
in the 12th Century”, in: D.Baker, Relations between East and West in the
Middle Ages, Edinburgh 1973, S.77-94.
Chalandon, F.: Jean II Comnene (1118-1143) et Manuel
I Comnene (1143-1180), Paris 1912.
Classen, Peter: “Die Komnenen und die Kaiserkrone des
Westens”, in: ders., Ausgewählte Aufsätze, Sigmaringen 1983,
S. 171-185.
Diwald, Hellmut: Geschichte der Deutschen, Frankfurt
am Main 41978.
Faußner, Hans Constantin: “Die Verfügungsgewalt
des deutschen Königs über weltliches Reichgut im Hochmittelalter”,
in: Deutsches Archiv für Erforschung des Mittelalters 29 (1973), S.
345-449.
Fuhrmann, Horst: Deutsche Geschichte im hohen Mittelalter
von der Mitte des 11. bis zum Ende des 12. Jahrhunderts (Deutsche Geschichte
Bd. 2), Göttingen 21983.
Howard-Johnston, J.D. (Hg.): Byzantium and the West c.
850-c. 1200, Amsterdam 1988.
Hussey, J.M.: “Byzantium and the Crusades, 1081-1204”,
in: K.M. Setton, A History of the Crusades, II, Philadelphia 1962, S. 123-151.
Irmscher, J.: “Bertha von Sulzbach, Gemahlin Manuels
I.”, in: Byzantinische Forschungen. Internationale Zeitschrift für
Byzantinistik 22, 1996, pp. 279-290.
Jakobs, Hermann: Kirchenreform und Hochmittelalter 1046-1215
(Oldenbourg Grundriss der Geschichte Bd. 7), München 31994.
Kahl, H.-D.: “Römische Krönungspläne im
Komnenenhause? Ein Beitrag zur Entwicklung des Zweikaiserproblems im 12.
Jahrhundert”, in: Archiv für Kulturgeschichte 59 (1977), S. 259-320.
Kap-Herr, Hans von: Die abendländische Politik Kaiser
Manuels. Mit besonderer Rücksicht auf Deutschland, Strassburg 1881.
Koppitz, Ulf: Die Eroberung Süditaliens und Siziliens
durch die Normannen. http://www.hausarbeiten.de/archiv/geschichte/gesch-sueditalien.shtml
(8.10.2000).
Lamma, Paolo: “Byzanz kehrt nach Italien zurück”,
in: Vorträge und Forschungen. Konstanzer Arbeitskreis für Mittelalterliche
Geschichte, Sonderband 9 (Beiträge zur Geschichte Italiens im 12.
Jahrhundert), Sigmaringen 1971, S. 37-51.
Lamma, Paolo: Comneni e Staufer. Ricerche sui rapporti
tra Bisanzio e l’Occidente nel secolo XII, 2 voll., Studi storici 14-18,
22-25, Rom 1955-57.
Langenheinecke, Johannes: Die diplomatischen Beziehungen
zwischen dem Deutschen Reich und Byzanz unter Lothar III. und Konrad III.,
Berlin 1921.
Lilie, Ralph-Johannes: Byzanz. Kaiser und Reich, Köln/Weimar/Wien
1994.
Lilie, Ralph-Johannes: Byzanz und die Kreuzfahrerstaaten.
Studien zur Politik des byzantinischen Reiches gegenüber den Staaten
der Kreuzfahrer in Syrien und Palästina bis zum vierten Kreuzzug (1096-1204),
Poikila Byzantina 1, München 1981.
Lilie, Ralph-Johannes: Handel und Politik zwischen dem
byzantinischen Reich und den italienischen Kommunen Venedig, Pisa und Genua
in der Epoche der Komnenen und der Angeloi (1081-1204), Amsterdam 1984.
Lilie, Ralph-Johannes: “Manuel I. Komnenos und Friedrich
I. Barbarossa. Die deutsche und byzantinische Italienpolitik während
der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts in der neueren Literatur”,
in: Jahrbuch der Österreichischen Byzantinistik 42 (1992), S. 157-170.
Lilie, Ralph-Johannes: “Das ‘Zweikaiserproblem’ und sein
Einfluss auf die Außenpolitik der Komnenen”, in: Byzantinische Forschungen
9 (1985), S. 219-243.
Magdalino, Paul: “Isaac sebastokrator (III), John Axouch
and a case of mistaken identity”, in: Byzantine and Modern Greek Studies
11 (1987), S. 207-214.
Magdalino, Paul: The Empire of Manuel I Komnenos 1143-1180,
Cambridge 1993.
Magdalino, Paul: “The Phenomenon of Manuel I Komnenos”,
in: Byzantinische Forschungen 13 (1988), S. 171-199.
Maier, Franz Georg (Hg.): Byzanz, Frankfurt am Main 1973.
Niederkorn, Jan Paul: “Die Mitgift der Kaiserin Irene.
Anmerkungen zur byzantinischen Politik König Konrads III.”, in: Römische
Historische Mitteilungen 28 (1986), S. 125-139.
Ohnsorge, Werner: Abendland und Byzanz, Weimar 1958.
Ohnsorge, Werner: Das Zweikaiserproblem im Frühen
Mittelalter, Hildesheim 1947.
Ohnsorge, Werner: “Die Anerkennung des Kaisertums Otto
I. durch Byzanz”, in: ders., Konstantinopel und der Okzident. Gesammelte
Aufsätze zur Geschichte der byzantinisch-abendländischen Beziehungen
und des Kaisertums, Darmstadt 1966, S. 176-207.
Ohnsorge, Werner: Ost-Rom und der Westen, Darmstadt 1983.
Ostrogorsky, Georg: Geschichte des Byzantinischen Staates,
in: Handbuch der Altertumswissenschaften, München ³1963.
Rassow, Peter: Honor Imperii. Die neue Politik Friedrich
Barbarossas 1152-1159, München 1940.
Schimmelpfennig, Bernhard: Könige und Fürsten,
Kaiser und Papst nach dem Wormser Konkordat (Enzyklopädie Deutscher
Geschichte
Bd. 37), München 1996.
Schreiner, Peter: Byzanz (Oldenbourg Grundriss der Geschichte
Bd. 22), München ²1994.
Thomas, R.D.: “Anna Comnena’s account of the first crusade:
history and politics in the reigns of Alexius I and Manuel I Comnenus”,
in: Byzantine and Modern Greek Studies 15 (1991), S. 269-312.
Treadgold, Warren: A History of the Byzantine State and
Society, Stanford, Ca. 1997.
Vollrath, Hanna: “Konrad III. und Byzanz”, in: Archiv
für Kulturgeschichte, Band 59 (1977), S. 321-365.
Wirth, Peter: Grundzüge der byzantinischen Geschichte,
Darmstadt 1989