Bardas Skleros                                byzantinischer Gegen-Kaiser
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um 920 6.3.991
 

Sohn des Photeinos Skleros
Nach Collenberg Sohn des Strategos Niketas und der Georgia, Tochter von Rector Basilios; Urgroßneffe mütterlicherseits von Kaiser Basileios I.
 

Lexikon des Mittelalters: Band VII Spalte 1988
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Skleros, Bardas, byzantinischer Gegen-Kaiser
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      991

aus der Familie der SKLEROI

Unter seinem Schwager Johannes I. Tzimiskes als Stratelates einer der bedeutendsten byzantinischen Heerführer; Theophanu (oo 972 Kaiser OTTO II.) war seine Nichte. Als Tzimiskes starb, fühlte sich Bardas Skleros als ‚logischer Nachfolger‘. Auf Initiative Basielios' Parakoimomenos an die Ostgrenze versetzt, entschloß er sich 976 zur Usurpation und brachte den Großteil Kleinasiens unter seine Kontrolle, unterlag jedoch im Kampf um die Seeherrschaft. Im März 979 wurde er bei Sarvenis von einer georgischen Armee und byzantinischen Kräften unter Bardas Phokas vernichtend geschlagen, worauf er zu den Arabern floh, aber in Bagdad interniert wurde. 987 auf byzantinischen Boden zurückgekehrt, ließ er sich erneut zum Kaiser proklamieren. Basileios II. sandte Phokas gegen ihn, der sich aber kurz danach ebenfalls zum Kaiser ausrufen ließ. Nach einer kurzen Phase der Kooperation der beiden Gegen-Kaiser ließ Phokas Bardas Skleros gefangennehmen. 989 erlag Phokas vor Beginn der Entscheidungsschlacht gegen Basileios II. einem Schlaganfall. Bardas Skleros, wieder befreit, versuchte ein letztes Mal sein Glück, ließ sich aber danach zu einem Ausgleich überreden, der ihm den Kuropalates-Titel einbrachte.



Collenberg, Weyprecht Hugo Graf Rüdt von: Seite 53 Tafel B 2
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"Wer war Theophano?"

Bardas, Kaiser 976
       998

Kinder:

  Romanos 976/88
       



Tinnefeld Franz: Seite 261
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"Die Braut aus Byzanz - Fragen zu Thephanos Umfeld und gesellschaftlicher Stellung vor ihrer abendländischen Heirat."

Bardas Skleros, General
        991



Norwich John Julius: Band II Seite 269-274,278,292-299,303
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"Byzanz. Der Aufstieg des oströmischen Reiches."

Der eine Anführer der Vorhut war der Magistratos Bardas Skleros, ein Bruder von Kaiser Johannes' Frau Maria, die mehrere Jahre zuvor kinderlos gestorben war. Bardas hatte in Syrien an Johannes' Seite gekämpft und war wahrscheinlich dessen nächster Freund. Bardas Skleros, mit dem Oberbefehl gegen die Russen unter Swjatoslaw betraut, rückte zunächst bis Adrianopel vor. Als sich der Feind näherte, zog er sich jedoch langsam zurück. In der Schlacht bei Arkadiopolis wurde das russische Heer vernichtend geschlagen und Swjatoslaw führte ein besiegtes, aufgeriebenes Heer nach Bulgarien zurück. Den Aufstand des Bardas Phokas im Jahre 971 unterdrückte er mühelos und ohne Blutvergießen.
Basileios II. verbrachte die ersten dreizehn Jahre zum Gutteil seiner Zeit damit, den Thron gegen Angriffe zweier aufständischer Feldherren zu verteidigen, die ihm diesen mit aller Entschlossenheit entreißen wollten. Der eine war Bardas Skleros, Domestikos der Truppen im Osten, der seinem Schwager Johannes Tzimiskes mit unerschütterlicher Loyalität gedient hatte und sich als dessen legitimen Nachfolger betrachtete, der andere, vielleicht absehbare, Bardas Phokas, ein Neffe des Kaisers Nikephoros. Im Frühling des Jahres 976, nur ein, zwei Monate nach dem Tod seines Schwagers Johannes Tzimiskes, ließ er sich von seinen Einheiten zum Basileus ausrufen, nahm die Heererskasse in Besitz und marschierte gegen Cäsarea. Bis Herbst des Jahres 977 hatte er zwei entscheidende Schlachten gewonnen. Im Verlauf der zweiten war der Befehlshaber der loyalen Truppen, sein ehemaliger Waffenkamerad Peter Phokas, ums Leben gekommen. Außerdem hatte Skleros die Unterstützung der südlichen Flotte gewonnen, die in Attaleia stationiert war. Nachdem er wenige Monate später Nikäa erobert hatte, zog er seine Truppen an der asiatischen Küste des Bosporus zusammen und richtete sich auf eine Belagerung von Konstantinopel zu Wasser und zu Lande ein. Zu Wasser war der Konflikt schnell entschieden, denn die heimatliche Flotte machte kurzen Prozeß mit den Schiffen der Rebellen. Als Bardas Phokas aus dem Exil zurückgerufen wurde und in Cäsarea ein Heer aushob, blieb Skleros keine andere Wahl, als sich zurückzuziehen. Der folgende Bürgerkrieg dauerte an die drei Jahre. Es kam zu mehreren blutigen Begegnungen. Bardas Skleros gelang es jedoch trotz wiederholten taktischen Siegen nicht, die Streitkräfte seines Rivalen aufzureiben. Sie schafften es immer wieder, sich in tadelloser Ordnung zurückzuziehen, Verstärkung zu holen und sich ein, zwei Monate später mit neuen Kräften dem Kampf zu stellen. Schließlich standen sich die beiden Heere doch zum letztenmal gegenüber. Das genaue Datum ist umstritten, es muß jedoch im Frühjahr des Jahres 979 gewesen sein. Als Bardas Phokas erkannte, dass die Schlacht eine Wendung zu seinen Ungunsten nahm, forderte er Skleros heraus, den Konflikt im direkten Zweikampf zu entscheiden. Mutig - denn Phokas war ein Hüne von einem Mann - nahm Skleros die Herausforderung an. Die Soldaten beider Seiten scharten sich um sie, um zuzusehen. Mit einem wie eine Szene aus der Ilias beschriebenen Auftakt begann der Kampf. Die zwei Kämpfer galoppierten aufeinander los und schlugen gleichzeitig zu. Phokas konnte Skleros' Hieb ablenken; dieser traf statt seiner das Pferd, durchtrennte dessen Zaumzeug und verletzte es am Ohr. Sein eigener Hieb dagegen hatte sein Ziel getroffen. Skleros fiel in seinem Sattel nach vorne und glitt mit blutüberströmtem Kopf zu Boden. Ein paar seiner Männer trugen ihn bewußtlos zu einem nahe gelegenen Fluß, um die Wunde auszuwaschen; die übrigen flohen. Der Krieg war zu Ende.
Bardas Skleros hatte Zuflucht bei den Sarazenen gefunden. Man hatte ihn in Halbgefangenschaft nach Bagdad gebracht, von wo er früher oder später zurückkehren würde.
Als Bardas Skleros von den Vorfällen beim Trajaner-Tor hörte, gelangte er zu der Überzeugung, dass ihm das Reich nun endgültig zur Verfügung stehe und er nur zuzugreifen brauchte. Mittlerweile saß er in Bagdad in echter Gefangenschaft, aber es fiel ihm nicht schwer, den Kalifen Al-Tai zu seiner Freilassung zu bewegen. Als Gegenleistung versprach er ihm großzügig die Rückgabe bestimmter Grenzfestungen, sobald er auf dem Thron sitze. Der Kalif rüstete ihn mit Soldaten, Geld und Proviant aus. Bardas Skleros kehrte deshalb mit einer ansehnlichen und gut versorgten Streitmacht nach Kleinasien zurück. In den ersten Wochen des Jahres 987 ließ er sich in Melitene zum zweitenmal zum Basileus ausrufen. Skleros dürfte nicht besonders erfreut gewesen sein, als er herausfand, dass viele Adlige Anatoliens Bardas Phokas bevorzugten, der am 15. August 987 das Reich offiziell in eigenem Recht beanspruchte. Von beiden Anwärtern war Phokas nun wesentlich stärker. Bardas Phokas unterbreitete, da er nicht mit Skleros im Rücken nach Konstantinopel marschieren konnte, diesem deshalb den Vorschlag, das reich unter sich aufzuteilen. Ihm würde der europäische Teil genügen, wozu natürlich Konstantinopel gehörte; Skleros blieb ganz Anatolien vom Marmarameer bis zur Ostgrenze. Gegen den Rat all seiner Verbündeten ging Skleros auf diesen Vorschlag ein. Er war nicht länger auf der Hut - und ging prompt direkt in die falle. Kurz darauf wurde er verhaftet und verbrachte die folgenden beiden Jahre hinter den Mauern der Festung von Tyropoion, ironischerweise am selben Ort, wo er sechszehn Jahre zuvor Bardas Phokas nach dessen erstem Aufstand ausgehungert hatte. Sein Rivale dagegen versuchte, die Macht an sich zu reißen.
Nach dem Tod des Bardas Phokas war Bardas Skleros der einzige Anwärter auf den Thron von Byzanz. Die zwei Jahre Gefangenschaft in Tyropoion hatte er unter der Bewachung von keiner geringeren als Phokas' Frau gestanden. Nach Bardas' Tod betrachtete sie ihn allerdings nicht mehr als Gefangenen, sondern als ihre einzige Hoffnung auf Rache. Sie ließ ihn unverzüglich frei, damit er Gelegenheit bekam, ein neues Heer auszuheben. Skleros merkte jedoch sogleich, dass es zu spät war. Er war alt geworden und seine Sehkraft nahm rapide ab. In der relativen Dunkelheit der Zelle hatte er den grauen Star kaum bemerkt, der mittlerweile beide Augen trübte, doch als er wieder den strahlenden Himmel Anatoliens über sich hatte, wußte er, dass es keine Hoffnung für ihn gab. Er würde bald vollkommen blind sein. Kaiser Basileios II., der für einmal seine Rachsucht überwand, machte ihm ein beinahe unglaublich großzügiges Angebot. Er verlangte lediglich, dass Skleros in aller Form auf sämtliche kaiserliche Attribute und den Titel eines Basileus verzichtete; im Gegenzug würde er den Titel Kuropolates erhalten, und seine Offiziere dürften ihre Ränge und Titel behalten, sobald sie den neuen Treueid leisteten, ohne Strafe zu gewärtigen, die einfachen Soldaten aber nach Hause zurückkehren. Und Bardas Skleros unterwarf sich seinem Kaiser auf einem kaiserlichen Landgut in Bithynien.
 
 
 
 

Literatur:
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Collenberg, Weyprecht Hugo Graf Rüdt von: Wer war Theophano? Seite 53 - Eickhoff Ekkehard: Theophanu und der König. Otto III. und seine Welt. Klett-Cotta Stuttgart 1996 Seite 31,276 - Kresten Otto: Byzantinische Epilegomena zur Frage: Wer war Theophano? in: Kaiserin Theophanu. Begegnung des Ostens und Westens um die Wende des ersten Jahrtausends. Gedenkschrift des Kölner Schnütgen-Museums zum 1000. Todesjahr der Kaiserin. Herausgegeben von Anton von Euw und Peter Schreiner Köln 1991 Band II Seite 403-410 - Norwich John Julius: Byzanz. Der Aufstieg des oströmischen Reiches. Econ Verlag GmbH, Düsseldorf und München 1993 Band II Seite 269-274,278, 292-299,303 - Tinnefeld Franz: Die Braut aus Byzanz - Fragen zu Thephanos Umfeld und gesellschaftlicher Stellung vor ihrer abendländischen Heirat. in: Wolf, Gunther: Kaiserin Theophanu. Prinzessin aus der Fremde - des Westreichs Große Kaiserin, Böhlau Verlag Köln/Weimar/Wien 1991 Seite 261 - Wolf Gunther: Die "große Frage": Wer war Theophanu" in: Wolf, Gunther: Kaiserin Theophanu. Prinzessin aus der Fremde - des Westreichs Große Kaiserin, Böhlau Verlag Köln/Weimar/Wien 1991 Seite 225-227 -