Athalarich
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um 600 nach 635
 

Illegitimer Sohn des Kaisers Herakleios I. von Byzanz
 

Norwich John Julius: Band I Seite 367
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"Byzanz. Der Aufstieg des oströmischen Reiches."

Auch legte er nun eine für ihn untypische Brutalität an den Tag. Auf Gerüchte von einer Verschwörung in der Hauptstadt hin, in die sein Neffe Theodoros und sein unehelicher Sohn Athalarich verwickelt sein sollten, schickte er beide in die Verbannung, nachdem man ihnen auf seinen Befehl Nasen und Hände abgeschnitten hatte. Als Theodoros in seinem Exil auf der Insel Gozo vor Malta eintraf, erfuhr er, dass der Gouverneur dort Befehl erhalten hatte, ihm auch noch einen Fuß abzuhacken.

Thiess Frank: Seite 358,393,490,500-503
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"Die griechischen Kaiser. Die Geburt Europas."

Die gegen ihn gerichtete Verschwörung des Jahres 635, an der sein illegitimer Sohn Athalarikos und ein Neffe Theodosios beteiligt waren, läßt vermuten, daß einflußreiche Kreise am Hofe mit seiner Beseitigung sehr einverstanden gewesen wären.
Die Verhandlungen wurden von den Griechen geschickt hingezogen, und 619 kam ein Friede zustande, in dem Byzanz 20.000 Nomismata jährlich zahlen sollte (also um 10.000 weniger, als sonst üblich gewesen), freilich auch Geiseln stellen mußte, damit es nicht über die Awaren herfiel. Der Kaiser verspürte dazu nicht die geringste Lust, und als Geiseln wurden sein natürlicher Sohn Athalarikos, ferner ein gewisser Stephanos und Johannes, der Sohn des Oberbefehlshabers der Festungstruppen Patrikios Bonos, ausgewählt. Sie reisten mit geteilten Gefühlen zum Chagan, der sie nicht schlachtete, sondern freundlich aufnahm.
Es ist sogar auffällig, wie gleichgültig er anfangs dieser Tatsache einer "Verschwörung" - das Wort befindet sich in allen Quellen - gegenüberstand, bis er in Himereia erfuhr, daß sein natürlicher Sohn Athalarikos und sein Neffe Theodoros an ihr beteiligt waren.
Die Verschwörerfront war also durchlässig, und daß ihre Führer an Stelle des legitimen Cäsars Konstantin den illegitimen Athalarikos auf den Thron setzen wollten, auch des Kaisers Neffen Theodoros Magistros für ein Unternehmen gewonnen hatten, das eindeutig auf die Wiederherstellung überlebter Verhältnisse zielte mußte ihrer Stoßkraft die erforderliche Energie nehmen.
Desgleichen besteht kaum Zweifel daran, daß die Verschwörer mit dem Finger auf Konstantin wiesen als einen kränklichen und unbedeutenden Thronerben, der niemals imstande sein würde, das Reich vor den Araberstürmen zu schützen. Ob Athalarikos ein ehernes Standbild gewesen ist, dürfte man füglich bezweifeln, weil der übellaunige Adel niemals aus freien Stücken sich einen Herrn gewählt hätte, der eiserne Handschuhe trug.
Die Verschwörer hatten einen hohen Palastbeamten mit ins Komplott gezogen. Dieser tat, als ob er mit Herz und Seele dabei wäre, und legte dann dem Kaiser die Liste der edlen Mißvergnügten vor. Herakleios ließ in früher Morgenstunde alle verhaften, auch Sohn und Neffen. Das Gericht erkannte ihre Schuld und sprach das Todesurteil aus. Herakleios sind Todesurteile von jeher zuwider gewesen, er ließ ihnen die rechte Hand abschneiden und die Nase dazu. Offenbar hat der Kaiser sich bei Theodoros Magistros und Athalarikos sich mit Kastration und Verbannung begnügt [5 Bei Sebeos heißt es, nachdem er die an den Verschwörern geübte Strafe gekennzeichnet und von Varaztiroch gesprochen hat, Athalarikos und Theodoros Magistros "furent mutiles puis bannis". Vgl. auch Muralt, Chronogr., 389.].
 
 
 
 

Literatur:
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Norwich John Julius: Byzanz. Der Aufstieg des oströmischen Reiches. Econ Verlag GmbH, Düsseldorf und München 1993 Band I Seite 367 - Thiess Frank: Die griechischen Kaiser. Die Geburt Europas. Paul ZsolnayVerlag Gesellschaft mbH Hamburg/Wien 1959 Seite 358,393,490,500-503 -