Sohn des N.N.
Lexikon des Mittelalters: Band I Spalte 1057
********************
Arabasdos, byzantinischer Gegen-Kaiser 742-743
--------------
†
Stammte aus Armenien
Strateg des Themas Armeniakon, verhalf er 717
Leon III. (717-741) zur Kaiserwürde und erhielt
dessen Tochter Anna zur Frau.
Er wurde mit dem Titel eines Kuropalates ausgezeichnet und zum Komes
des Themas Opsikion ernannt. Zunächst bilderfeindlich,
wechselte er nach dem Tode Leons III.
die Front und schloß sich der bilderfreundlichen Partei an. Gestützt
auf die Ikonodulen der Hauptstadt sowie große Teile der kleinasiatischen
Armee, revoltierte
Artabasdos im Juni
742 (Überfall bei Krassos) gegen seinen Schwager, den bilderfeindlichen
Kaiser
Konstantin V. (741-775).
Danach ließ er sich in Konstantinopel zum Kaiser krönen
(Juli 742). Seinen Sohn Nikephoros erhob
er zum Mit-Kaiser. Er vermochte seine Herrschaft jedoch nicht zu
stabilisieren. Nach Niederlagen bei Sardes (Mai 743) und Modrina (August
743) ging Artabasdos‘ Herrschaft am
2. November 743 zu Ende. Er und seine Söhne wurden geblendet. Damit
war zunächst der Versuch gescheitert, den Bilderstreit im Sinne der
orthodoxen Partei zu entscheiden.
ANNA
---------
†
Tochter des Kaisers Leo III. der Isaurier von Byzanz
oo ARTABASDOS
†
Artabasdos war Stratege
von Opsikion und 717 eine treue Stütze
Kaiser Leos III.
Er machte 740 die Schlacht bei Akroinon gegen die Araber mit, die er für
seinen Schwiegervater entschied. Er rebellierte 741 gegen seinen
Schwager Konstantin V. und wurde
in Kleinasien zum Gegen-Kaiser ausgerufen. Da er sehr bilderfreundlich
war, wurde er von Papst Gregor III. anerkannt und 741 vom Patriarchen
gekrönt. Er ordnete in Kleinasien die Bilderverehrung an und fiel
bei Sardes.
Leons Nachfolger Konstantin
V. stand von Jugend auf fest zu seinem Vater und dessen ikonoklastischer
Politik. Ziemlich sicher mit aus diesem Grund lancierte sein viel älterer
Schwager
Artabasdos, Leons
wichtigster Verbündeter bei der Machtergreifung und - als Belohnung
dafür - Ehemann seiner Tochter Anna,
im Jahre 742 auf einem Feldzug Richtung Osten gegen die Sarazenen einen
Überraschungsangriff auf den jungen Kaiser. Er besiegte ihn, stürmte
nach Konstantinopel und ließ sich dort an seiner Statt zum Basileus
ausrufen. Als solcher hob er das Bilderverbot wieder auf. Konstantin
suchte in Amorion Zuflucht und konnte hier Truppen ausheben, die bis zum
letzten Mann den Bilderverbot anhingen. Mit ihrer Hilfe schlug er Artabasdos
743 bei der antiken Stadt Sardis (Sardes) in Lydien und marschierte auf
Konstantinopel, das sich ihm am 7. November ergab. Artabasdos
und
seine beiden Söhne wurden im Hippodrom öffentlich geblendet,
ihre einflußreichsten Anhänger hingerichtet oder auf mannigfache
Art und Weise verstümmelt.
oo Anna von Byzanz, Tochter des Kaisers Leon III.
†
Kinder:
Nikephoros
†
743 ermordet
Literatur:
-----------
Norwich John Julius: Byzanz. Der Aufstieg des
oströmischen Reiches. Econ Verlag GmbH, Düsseldorf und München
1993 Band I Seite 423,431 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische
Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische
Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband,
R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 194 -