Berthold I. ("Bezelin")                               Graf im Breisgau
----------------------------                              Vogt von Basel
    -13.7.982 gefallen
     bei Cotrone

Sohn des Grafen N.N.
 

Berthold stammte höchstwahrscheinlich vom Pfalzgrafen Berchthold II. oder dessen Bruder Erchanger ab. Zentren seines Besitzes waren Teck, die Baar um Villingen und Freiburg/Breisgau. Er wurde 962 erstmals genannt, war Vogt von Basel, eine treue Stütze der OTTONEN, zog mit nach Italien und fiel in der Schlacht bei Cotrone. Sein Bruder war Adalbero (+ 12.5.1025) Bischof von Basel (vor 999-1025).

Heyck Dr. Eduard: Seite 4-6
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"Geschichte der Herzöge von Zähringen"

Nach der Entsetzung des Königs-Sohnes Liudolf tritt im Jahre 962 zum ersten Male wieder ein Breisgaugraf auf, da ist es ein Bertold und dieser kommt dann auch 968 in demselben Grafenamt vor. Nicht eigentlich mit der Namensform Bertold. Bis in das 11. Jahrhundert hinein bevorzugt diese Zeit die vertraulichen "kosenden" Formen der Personenbenennung. Uns wird derselbe Mann später als Birchtilo, als Bezelin und dann wieder als Berchtold begegnen.
Einer Aushebungsliste aus den Jahren 980 oder 981 zufolge sollen aus dem elsässischen Herzogtum 70 Gepanzerte entsandt werden. Bezelin, der Sohn Arnust's, soll 12 führen. Man muß aber bedenken, dass es damals viele Bezeline in Deutschland gab und dass Bezelin ohne den Grafentitel genannt wird.
Es sind dem Kaiser OTTO II. manche Herren nach Italien gefolgt, die nicht in jener Liste stehen. Und unter ihnen war der breisgauische Graf Bertold oder Birchtilo vielleicht doch. Die Süddeutschen überwogen unter den Aufgebotenen; in der vernichtenden Niederlage aber, die Kaiser OTTO am 13. Juli 982 in Calabrien von den Griechen und Sarazenen erlitt, fielen unter anderen die Grafen Bezelin und Gebhard, ferner ein Ezelin und sein Bruder Bezelin. Nach dem Merseburger Chronisten allein würde eine Beziehung auf den Breisgaugrafen kaum auch nur vermutet werden dürfen; aber anders liegt es schon, wenn die sparsamen Annalen von Einsiedeln sich um den in Calabrien gefallenen Grafen Bertold kümmern. Denn einerseits hatte dies Kloster schönen Besitz im Breisgau und andererseits hat es auch sonst, wies einerzeit hervortreten wird, sein Augenmerk auf die älteren ZÄHRINGER gelenkt.
Wenn der in Unteritalien gefallene Graf Bertold oder Bezelin der Breisgaugraf Birchtilo ist, so wird gerade dadurch möglicherweise ein anderes erklärt. Zur Zeit des Bischofs Erkanbald von Straßburg, das heißt innerhalb der Jahre 965-991 wird ein einziges Mal ein Breisgaugraf Diethelm genannt. Der möchte nun etwa während des Römerzugs oder nach demselben kurze Zeit im Amte gewesen sein.
Von 990 an - das heißt aus den Jahren vorher liegen keine Quellen vor - erscheint dann wieder ein Birchtilo als Breisgaugraf . Und nachdem nun noch er - eine andere, später zu besprechende unwahrscheinliche Möglichkeit vorbehalten - als Sohn des vorherigen gleichnamigen Grafen vermutet worden ist, verlassen wir den ringsum schwankenden Boden der älteren Geschichte der zähringischen Ahnen.
 
 
 

  oo N.N.
 
 
 
 

Kinder:

  Berthold II.
         -27.2.1005/06

  Adalbero
         -
 
 
 
 

Literatur:
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Die Zähringer. Schweizer Vorträge und neue Forschungen. Hg. von Karl Schmid; Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1990, Seite 269, 272,274 -
 
 
 
 
 
 


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