Ludwig IX. der Reiche                             Herzog von Bayern-Landshut (1450-1479)
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23.2.1417-18.1.1479
Burghausen Landshut

Begraben: Seligenthal, Landshut
 

Einziger Sohn des Herzogs Heinrich IV. der Reiche von Bayern-Landshut und der Margarete von Österreich, Tochter von Herzog Albrecht IV.
 

Lexikon des Mittelalters: Band V Spalte 2194
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Ludwig IX. der Reiche, Herzog von Bayern-Landshut
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* 21. Februar 1417, + 18. Januar 1479
                               Landshut

Begraben: Landshut, Kloster Seligenthal

  oo 21. Februar 1452 Amalia, Tochter Kurfürst Friedrichs II. von Sachsen

Ludwig IX. der Reiche trat im Erdinger Vertrag von 1450 einen kleinen Teil des Ingolstädter Erbes an Herzog Albrecht III. von Bayern-München ab und schloß mit ihm und Kurfürst Friedrich I. von der Pfalz einen Landfrieden, 1458 mit diesem allein ein Bündnis auf Lebenszeit. Im Städtekrieg zwischen Markgraf Albrecht Achilles von Brandenburg-Ansbach und der Reichsstadt Nürnberg vermittelte Ludwig IX. der Reiche 1453 eine Einigung. Die von ihm 1458 besetzte Stadt Donauwörth konnte der in die Reichsacht erklärte Ludwig gegen den Markgrafen als deren Vollstrecker und Kaiser FRIEDRICH III. nicht halten. Dagegen gelang es dem Herzog, gestützt auf sein Bündnis mit Böhmen, im Markgrafenkrieg (1459-1463) seine Gerichtshoheit gegenüber den Bestrebungen des Markgrafen auf Ausweitung seines kaiserlichen landgerichts zu Nürnberg zu behaupten. Der Prager Friede von 1463 brachte für Ludwig IX. den Reichen nur einen Achtungserfolg. Ludwigs weitere Außenpolitik wurde bestimmt von Landfriedenseinungen und Bemühungen um eine Reichsreform. 1472 gründete er die Universität Ingolstadt und erließ als erste neiderbayerische Rechtskodifikation 1474 die Landshuter Landesordnung.

Literatur:
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NDB XV, 365f. - S. v. Riezler, Geschichte Baierns III, 1889 [Neudruck 1964], 369-457 - Spindler II², 287,291-310,929ff.
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Bosl‘s Bayerische Biographie: Seite 496
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Ludwig IX., der Reiche, Herzog von Bayern-Landshut
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* 21.2.1417, + 18.1.1479
Burghausen    Landhut

Begraben: Seligenthal, Landshut

Vater:
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Herzog Heinrich XVI. der Reiche (1386-1450)

Mutter:
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Margarethe von Österreich (1396-1447)

  oo 1452 Amalia von Sachsen(1435-1502)

1450 Herzog von Bayern-Landshut.
Im Gegensatz zu seinem Vater glänzende Hofhaltung.
1472 Gründung der Universität Ingolstadt.
1474 neue Landesordnung.
1475 Heirat seines Sohnes Georg mit Hedwig von Polen („Landshuter Hochzeit“).
Durch seinen Kanzler M. Mair Ausarbeitung einer großen Anzahl von Plänen zur Reform des Reiches und zur Stärkung des bayerischen Hauses.
1460-1462 kriegerische Auseinandersetzung mit Markgraf Albrecht Achilles (Sieg bei Giengen 1462).
Hinterließ bei seinem Tod sein Land in blühendem Wohlstand.

Literatur:
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ADB 19; BWB 2; Riezler.
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Rall, Hans und Marga: ^Seite 88

Die Wittelsbacher. Von Otto I. bis Elisabeth I., Verlag Styria Graz/Wien/Köln 1986 -

Herzog Ludwig der Reiche
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* 23.2.1417, + 18.1.1479

Grabstätte: Zisterzienserinnenkloster Seligenthal bei Landshut

  oo 21.2.1452 in Landshut
       AMALIA
       * 13.4.1435, + 18.11.1502

Grabstätte: Dom in Mießen

Eltern: Friedrich II. der Sanftmütige, Kurfürst von Sachsen, und Margarete, Tochter des Herzogs Ernst von Österreich

Ludwig der Reiche regiert in Bayern-Landshut von 1450 bis 1479.
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Thiele Andreas:
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„Erzählende genealogische Stammtafeln“

Ludwig IX. der Reiche hatte in seiner Jugend oft mit seiner Mutter in Burghausen, der zweiten. Residenz des Landes, gelebt und war von seinem Vater sparsam, geradezu knapp gehalten worden. Er folgte ihm 1450 und verjagte die Juden, die dieser noch geschützt hatte. Er war ein schroffer Gegner des Markgrafen Albrecht von Brandenburg-Ansbach wegen dessen Expansionspolitik und der Frage der Nürnberger Gerichtsbarkeit für Nieder-Bayern. Er wurde geächtet, da Albrecht wichtigste kaiserliche Stütze war. Er nahm 1460-1462 im Rahmen der großen Mainzer Bistumsfehde an der "Donauwörther Fehde" teil und besiegte am 19.7.1462 bei Giengen den Markgrafen Albrecht Achilles, wobei er eng mit dem berühmten Vetter Kurfürst Friedrich I. von der Pfalz verbündet war. Er versuchte zwischen ihm und dem Kaiser zu vermitteln, ging etliche Jahre mit König Georg Podiebrad von Böhmen zusammen und achtete auf gute Beziehungen zu den Münchner Vettern. Er versuchte 1477 vergeblich, Erbansprüche in Holland-Seeland durchzusetzen und sorgte energisch für Ruhe, Ordnung und Wohlstand. Er gewann die Schutzhoheit über Regensburg, Nürnberg, Donauwörth, Nördlingen, Ulm, Aalen und Giengen, erwarb unter anderem die Herrschaft Heidenheim und Heiding und traf mit HABSBURG-Tirol Erbabsprachen. Er war ungeheuer reich, freigiebig und prachtliebend und hielt einen prunkvollen Hof. Ludwig war ein fähiger Landesfürst und gründete 1472 die Universität Ingolstadt.
 
 
 
 

21.2.1452
  oo Amalie von Sachsen, Tochter des Kurfürsten Friedrich II.
      13.4.1435-18.11.1502
      Meißen    Rochlitz
 
 
 
 

Kinder:

  Elisabeth
  1453-   1457

  Georg der Reiche
  15.8.1455-1.12.1503

  Margarete
  7.11.1456-24./25.1.1501
  Amberg    Heidelberg

17.4.1474
  oo Philipp Kurfürst von der Pfalz
      14.7.1448-28.2.1508

  Anna
  1462-   1462
 
 
 
 

Literatur:
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Rall, Hans und Marga: Die Wittelsbacher. Von Otto I. bis Elisabeth I., Verlag Styria Graz/Wien/Köln 1986 Seite 88-91 - Spindler Max: Handbuch der bayerischen Geschichte Erster Band Das alte Bayern. Das Stammesherzogtum bis zum Ausgang des 12. Jahrhunderts. C. H. Beck'sche Verlagsbuchhandlung München Seite 287,291-310,929ff. -