Begraben: Zisterzienserinnenkloster Seligenthal bei Landshut
Einziger Sohn des Herzogs
Ludwig IX. der Reiche von Bayern-Landshut und der Amalia
von Sachsen, Tochter von Kurfürst Friedrich II. der Sanftmütige
Lexikon des Mittelalters: Band IV Spalte 1279
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Georg der Reiche, Herzog von Bayern-Landshut
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* vor 15. August 1455, + 1. Dezember 1503
Landshut
Ingolstadt
Begraben: Landshut, Kloster Seligenthal
oo 14. November 1475 Jadwiga (Hedwig), Tochter König Kasimirs IV. von Polen
Georg kaufte 1481 vom Grafen Wilhelm von Kirchberg dessen Grafschaft und 1486 von Herzog Si(e)gmund von Tirol die Markgrafschaft Burgau. Der Expansionspolitik Georgs und Albrechts IV. von Bayern-München widersetzte sich der zweite Schwäbische Bund, doch wurde der Krieg durch die Vermittlung König MAXIMILIANS vermieden: 1489 schloß Georg unter Rückerstattung Burgaus mit dem Kaiser Frieden, und auch der Schwäbische Bund verglich sich mit dem Herzog. Georg erwarb 1494 und 1501 von den bürgerlichen "Siedeherren" fast alle Salzsudrechte in Reichenhall und begründete so das landesherrliche Salzmonopoel. 1491 ließ er die Landshuter Landesordnung von 1474 ergänzen und 1501 neu fassen. Georgs Testament von 1496, in dem der söhnelose Herzog gegen die Verträge von 1392 und 1450 seine Tochter Elisabeth und ihren künftigen Gatten Pfalzgraf Ruprecht zu Erben einsetzte, löste 1503 den Landshuter Erbfolgekrieg aus.
Literatur:
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NDB VI, 199f. - Spindler II, 287-292 - S. v. Riezler,
Geschichte Baierns III, 1889 [Neudruck 1964], 445-448,490-583,675.
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Bosl's Bayerische Biographie: Seite 248
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Georg der Reiche, Herzog von Bayern-Landshut
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* vor 15.8.1455, + 1.12.1503
Landshut
Ingolstadt
Begraben: Landshut, Klosterkirche Seligenthal
Vater:
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Ludwig IX. der Reiche (1417-1479)
Mutter:
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Amalia von Sachseen (1435-1502)
oo 1475 Hedwig von Polen (1457-1502)
Bekannt durch die Berichte über seine prachtvolle
Hochzeit in Landshut, die heute noch alle drei Jahre nachvollzogen wird.
1479 Regierungsantritt.
Machte F. Mauerkircher zu seinem Kanzler und 1479-1482
zum Bischof von Passau.
1491 Einführung einer neuen Landesregierung in Bayern-Landshut.
1501 wesentliche Ergänzung derselben.
Unter seiner Regierung Vollendung der Martinskirche,
Ausbau von Schloß Leiningen an der Donau und Erwerbung der Schloßanlage
von Burghausen.
Da er keinen Sohn hinterließ, kam es zum Landshuter
Erbfolgekrieg.
Dieser wurde zugunsten Herzog
Albrechts entschieden.
Im Kölner Spruch 1505 Verfügung, daß
die sogenannte "Junge Pfalz" (Pfalz-Neuburg) an seine Enkel Ottheinrich
und Philipp falle.
Literatur:
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NDB 6; Spindler II.
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Rall, Hans und Marga: Seite 88
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"Die Wittelsbacher. Von Otto I. bis Elisabeth I."
Herzog Georg der Reiche
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* 15.8.1455, + 1.12.1503
Landshut Ingolstadt
Grabstätte: Zisterzienserinnenkloster Seligenthal bei Landshut
oo 14.11.1475 in Landshut
HEDWIG
* 21.9.1457, + 18.2.1502
Krakau
Burghausen
Grabstätte: Zisterzienserkloster Raitenhaslach
Eltern: Kasimir IV., König von Polen (aus dem Hause Jagello), und Elisabeth von Österreich, Tochter des Römischen Königs ALBRECHT II.
Georg der Reiche regiert
in Bayern-Landshut von 1479 bis 1503. Das Gebiet der Linie Bayern-Landshut
fiel nach Herzog Georgs Tod größtenteils
an die Linie Bayern-München.
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Thiele Andreas:
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"Erzählende genealogische Stammtafeln"
Georg der Reiche folgte
1479 dem Vater und kaufte dem Erzherzog Siegmund
von Tirol 1486 die Burggrafschaft Burgau mit Günzburg ab.
Er traf feste Erbabsprachen, was ihm die Gegnerschaft Kaiser
MAXIMILIANS I. einbrachte. Er stand 1488 dem Schwäbischen
Bund gegenüber und mußte auf Burgau und Tirol verzichten. Seitdem
war Georg der Reiche enger Verbündeter
MAXIMILIANS, was eine völlige
Entfremdung mit den Münchener Vettern nach sich zog, die er
zugunsten seines Neffen und Schwiegersohnes, den er adoptierte, enterbte.
Er zog 1496 mit gegen Venedig, 1498/99 im "Schwabenkrieg" gegen die Eidgenossen
und 1499 gegen Geldern. Er erhielt die Kurrechte zugesprochen, die er aber
auch nie realisieren konnte und ließ die Feindeseligkeiten mit den
HOHENZOLLERN wiederaufleben. Georg
förderte die Reichsreformpläne Kaiser
MAXIMILIANS, wurde Hofminister der Kaiserin und gewann unter
anderem Kirchberg, Pfaffenhofen und Wullenstetten. Seine "Landshuter Fürstenhochzeit"
ist eins der glanzvollsten Gesellschaftsereignisse des Spätmittelalters.
14.11.1475
oo Hedwig von Polen, Tochter des Königs Kasimir
IV.
21.9.1457-18.2.1502
Kinder:
Ludwig
Ende 1476- 1500
Ruprecht
1477- jung
Elisabeth
1478-15.9.1504
10.11.1499
oo Ruprecht Pfalzgraf bei Rhein
14.5.1481-20.8.1504
Margarete Äbtissin zu Neuburg
1460-6.1.1531
Neuburg
Wolfgang
1482- klein
Literatur:
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Rall, Hans und Marga: Die Wittelsbacher. Von Otto
I. bis Elisabeth I., Verlag Styria Graz/Wien/Köln 1986 Seite 88-91
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