Irminswint
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um 720
791


Tochter des Grafen Willihelm im Traungau


Mitterauer Michael: Seite 44,45,47,105
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"Karolingische Markgrafen im Südosten."


Von Cotahelm und Willihelm führt der Weg zu einem Personenkreis, indem wir vielleicht die Ahnen der Graman-Sippe vor uns haben.
789/91 übergibt eine Irminswint mit der Zustimmung ihrer Blutsverwandten, die von ihrem Vater zur Zeit Herzog Hugberts ( 735) gegründete Zelle zu Kühbach-Rotthalmünster an Bischof Waltrich von Passau. Irminswints consanguinei finden wir unter den Zeugen. Den Namen von Irminswint Vater trägt der Sohn Gaios. Ihr eigener kehrt bei der Gattin Helmunis, einer mutmaßlichen Schwester Totos, wieder. Damit ist die Beziehung zu fast allen Gruppen der Graman-Sippe hergestellt.
Als Familienangehörige Graf Wilhelms I. kennen wir seine Gattin Engilrat [6 Widemann 27.] sowie die Grenzgrafen Wilhelm II. und Engilschalk mit ihren Söhnen Megingoz, Wilhelm, Ruodperht, Pabo, Werinheri und Engilschalk [7 MGSS I, 408.]. Von ihren Namen sind Wilhelm und Ruodperht in allen Stammesgebieten ziemlich häufig. Pabo und Engilschalk kommen fast ausschließlich in Bayern vor, wo sie aber im neunten Jahrhundert durchaus nicht häufig begegnen. Megingoz und Werinheri sind rein fränkisch. Von diesen Namen hilft bei der Suche nach der Herkunft der WILHELMINER vor allem Pabo weiter. Graf Engilschalk benannte so den ältesten seiner drei Söhne, dem man meistens einen alten Leitnamen der Familie zu geben pflegte. Träger des Namens Pabo haben wir in Bayern bereits im ausgehenden achten Jahrhundert angetroffen. So hieß der Bruder Graf Gramans sowie der Sohn eines Erchanperht [8 Vgl. oben 27 ff. und 46.], der ebenfalls in den Verwandtenkreis Gramans gehört. Graman aber war Graf im Traungau und damit ein Amtsvorgänger Graf Wilhelms. Auch dessen Name begegnet in der Sippe Gramans bei Priester Willihelm, dem mutmaßlichen Bruder Cotahelms [9 Vgl. oben 44.]. Bei diesem geht der Name wohl auf einen älteren Willihelm zurück, der vor 735 die Zelle Kuhbach-Rottalmünster gegründet hatte [10 Heuwiener 33.]. Unter den Zeugen der Übergabe dieses Klosters an Passau durch Willihelms Tochter Irminswint finden sich Vertreter fast aller Gruppen, die als Angehörige der Graman-Sippe erschlossen werden konnten. Schon Mitis vermutete, daß in diesem Kreis um Irminswint die Ahnen Graf Wilhelms zu suchen seien [11 O. Mitis, Zur Herkunft des Ostmarkgrafen Wilhelm, MIÖG 58 (1950), 546.]. Durch die Beziehungen der WILHELMINER zur Sippe Graf Gramans lassen sich nun neue Argumente zur Stützung dieser Annahme erbringen.




Literatur:
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Mitterauer Michael: Karolingische Markgrafen im Südosten. Archiv für österreichische Geschichte Band 123. Hermann Böhlaus Nachf./Graz-Wien-Köln 1963 Seite
44,45,47,48,51,195,110,115,118 - Störmer Wilhelm: Adelsgruppen im Früh- und hochmittelalterlichen Bayern. Studien zur bayerischen Verfassungs- und Sozialgeschichte Band IV. Kommission für bayerische Landesgeschichte München 1972 Seite 219 -