Wilihelm
Graf
im Traungau
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Gründer von Rotthalmünster
†
vor 735
Sohn des Gaios
Wilihelm
gründete
zur Zeit
des Herzogs Hugbert das zwischen
Passau und der Pfalz (Alt-)Ötting
liegende Kloster
Kühbach-Rotthalmünster. Er war vermutlich
der
Spitzenahn der später im Traungau als Grafen fungierenden WILHELMINER.
Es besteht die Wahrscheinlichkeit, dass wir in
Willihelm, dem
Gründer von Rotthalmünster,
den gemeinsamen Ahnherrn der
GRAMAN-Sippe gefunden haben.
Störmer Wilhelm:
Seite 65,131
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"Adelsgruppen im
Früh-
und hochmittelalterlichen Bayern."
Auch der Name
Willihelms, des Sohnes Eginolfs,
gibt zu begründeten Vermutungen Anlaß. Wir sprachen bereits
vom Tachertinger Tradenten Graman, der vermutlich identisch ist
mit dem Heerführer von 788 und
mit dem Gründer des Ortes Grasbrunn (= Gramannesbrunn), in dessen
unmittelbarer Nachbarschaft AGILOLFINGER-
und ETICHONEN-Einflüsse
(Eglfing und Möschenfeld: St. Otilia) sichtbar wurden. Dieser Heerführer Graman war Graf im Traungau; sein Nachfolger in
diesem Comitat wurde aber 821 ein Graf
Wilhelm [27 Mitterauer,
Karol. Markgrafen 104ff.]. M. Mitterauer [28 Ebenda 44ff., 106ff.] hat das Zeugenpaar Willihelm-Gramann
eingehend untersucht; er hält den Gründer
des Klosters Kühbach-Rotthalmünster, ebenfalls einen Willihelm, für einen kognatischen Vorfahren des Grafen Graman,
den Traungau-Grafen Wilhelm I.
für einen Enkel Gramans.
Für uns ist bedeutsam, daß auf der Tachertinger Liste ein
Tradent
steht, der wiederum im Raume Rotthalmünster begütert ist. Es
handelt
sich um Into. Den Besitz Sulzipah im Rottgau, den er an Passau schenkt,
hatte ihm Herzog Odilo übergeben [29 Trad.
Pass. nr. 3 (754); vgl. R. Blickle, HAB. Landgericht Griesbach 22f., 31
f.].
769 schenkt auch ein Priester
Willahelm seine Besitzungen zu Innerbittlbach an das Kloster
Isen [96
Trad. Freis. nr. 33. Sein Vater ist
Gaio, trägt also einen
HUOSIER-Namen. Er könnte
mit dem Gaio, Sohn Poapos, der seinen Besitz im
pagus Poapintal usw. an das Kloster Schlehdorf schenkt (Trad. Freis.
nr.177, vgl. nr.186) identisch sein. Sowohl beim Priester Willahelm als
auch bei dem Poapo-Sohn Gaio
erscheint der Zeuge Alprich.].
Unter den Zeugen sind wohlbekannte Namen des Isener Kreises: Alpolt als presbyter und Hulzilo. Der Priester Willahelm wird von M.
Mitterauer der Familie der
älteren WILHELMINER zugerechnet [97 Mitterauer,
Karol. Markgrafen 115, 51.]. Sein Vater Gaio erinnert freilich
an die Scharnitz-Schlehdorfer und damit an die HUOSIER [98 Vgl. Anm.
96, ferner Mitterer, Eigenklöster 100, Prinz, Frühes
Mönchtum 550 f.]. Außer Willahelm schenken vor 809 noch ein Freaso und sein Bruder Erchanpald Besitz in
Hinter- bzw. Vorderholzhausen (LK Erding) an das Kloster Isen.
Mitterauer Michael: Seite
43-45,48,51
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"Karolingische Markgrafen
im
Südosten."
Schon 826 gibt Graf
Wilhelm I. in Thening (b. Linz) an Mondsee [3 OÖUb.
1, 50,784.]. 833 schenkt er an St. Emmeram in
Schönering, Puchham (beide w. Linz) und Kematen (nw. Wels), ein
Jahr später in Perschling [4
Widemann 26, 27.]. Vor 853 gelangte durch ihn das
gesamte Gebiet zwischen Naarn, Aist, Donau und Nordwald an Regensburg [5 MG Dipl.
Kar. 1, 88.]. Diese Besitzlage macht eine
fränkische Abstammung der Familie unwahrscheinlich, kann jedoch
für sich allein genommen keineswegs als ausreichender Beweis
für eine bayerische Herkunft gewertet werden.
Als Familienangehörige Graf
Wilhelms I. kennen wir seine
Gattin Engilrat [6
Widemann 27.] sowie die Grenzgrafen Wilhelm II. und Engilschalk mit ihren Söhnen Megingoz, Wilhelm, Ruodperht, Pabo, Werinheri und Engilschalk [7 MGSS I, 408.].
Von ihren Namen sind Wilhelm
und Ruodperht in allen
Stammesgebieten ziemlich häufig. Pabo
und Engilschalk kommen fast
ausschließlich in Bayern vor, wo sie aber im neunten Jahrhundert
durchaus nicht häufig begegnen. Megingoz
und Werinheri sind
rein fränkisch. Von diesen Namen hilft bei der Suche nach der Herkunft der WILHELMINER vor allem Pabo weiter. Graf Engilschalk benannte so den ältesten seiner drei Söhne,
dem man meistens einen alten
Leitnamen der Familie zu geben pflegte. Träger des Namens Pabo haben wir in Bayern
bereits im ausgehenden achten Jahrhundert angetroffen. So hieß der Bruder Graf Gramans sowie der Sohn eines Erchanperht [8 Vgl. oben 27
ff. und 46.], der ebenfalls in den Verwandtenkreis Gramans gehört.
Graman aber war Graf im Traungau und damit ein Amtsvorgänger Graf Wilhelms.
Auch dessen Name begegnet in
der Sippe Gramans bei Priester Willihelm, dem mutmaßlichen Bruder Cotahelms [9 Vgl. oben 44.].
Bei diesem geht der Name wohl auf einen älteren Willihelm zurück,
der vor 735 die Zelle Kuhbach-Rottalmünster gegründet hatte [10 Heuwiener
33.]. Unter den Zeugen der Übergabe dieses
Klosters an Passau durch Willihelms
Tochter Irminswint finden sich Vertreter fast aller Gruppen, die
als Angehörige der Graman-Sippe erschlossen
werden konnten. Schon Mitis vermutete, daß in diesem Kreis um Irminswint die Ahnen Graf Wilhelms zu suchen seien
[11 O.
Mitis, Zur Herkunft des Ostmarkgrafen Wilhelm, MIÖG 58 (1950), 546.].
Durch die Beziehungen der WILHELMINER
zur Sippe Graf Gramans lassen
sich nun neue Argumente zur Stützung dieser Annahme erbringen.
Graf Wilhelm I. war im Traungau
nicht nur Amtsnachfolger Graf Gramans.
Auch im Besitz ergeben sich hier gewisse Zusammenhänge. Ebenso wie
Wilhelm war auch Graman in der Gegend von Linz
begütert. In den Breves Notitiae wird von seinen Gütern in
Ansfelden und an der Traun gesprochen [12
Hauthaler 1, 44.]. Das Erbe der Besitzungen Gramans im Traungau könnte
die allodiale Grundlage für das Grafenamt der WILHELMINER gebildet haben und so
auch dessen starke Kontinuität erklären.
Obwohl Graf Graman hauptsächlich
im Salzburg- und Traungau begütert war, so kann man doch annehmen,
daß seinen Nachkommen auch Anteile an altem Familienbesitz in der
Heimat des Geschlechtes an der oberen Isen erhalten geblieben sind.
Waren die WILHELMINER nun
wirklich Nachfahren Graf Gramans,
so müßten sich auch hier ihre Spuren nachweisen lassen.
Tatsächlich findet sich in der Pfarre Grüntegernbach, dem
alten Zentrum der Graman-Sippe,
ein Ort Englschalling, dessen Gründung offensichtlich auf einen Engilschalk zurückgeht [13 1031/39 Engilschalching (Bitterauf 1437).].
Bei der Seltenheit des Namens ist hier natürlich in erster Linie
an einen WILHELMINER zu
denken. In Dorfen selbst, wo 772 Graman
und sein Bruder Pabo
tradierten [14
Bitterauf 62.], wird 815 ein Tauschgeschäft
zwischen Bischof Anno von Freising und
einem Willihelm bezüglich
Besitz in Rott am Inn abgeschlossen [15
Bitterauf 805. ].
In diesem Willihelm
könnte man eventuell den
jüngeren Traungau-Grafen
gleichen Namens sehen. Um denselben Willihelm handelt es sich wohl auch
bei jenem Edlen, der 857-864 Besitz in Langenbach vertauscht [16 Bitterauf
787. ]. Hier hatte Graf Gramans Verwandter Haholf eine
Schenkung an Freising gemacht, in die sich 794 sein Sohn Pernolf mit Bischof Atto teilte [17 Bitterauf
172.]. Aber auch noch die jüngeren WILHELMINER erscheinen
im oberen Isengebiet.
oo Engilrat
†
Kinder:
Irminswint
† 791
Literatur:
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Mitterauer Michael: Karolingische Markgrafen
im
Südosten. Archiv für österreichische Geschichte Band
123.
Hermann Böhlaus Nachf./ Graz-Wien-Köln 1963 Seite
43-45,48,51,105,107,115 - Störmer
Wilhelm: Adelsgruppen im
Früh-
und hochmittelalterlichen Bayern. Studien zur bayerischen Verfassungs-
und Sozialgeschichte Band IV. Kommission für bayerische
Landesgeschichte
München 1972 Seite 65,131 -