Sohn des N.N. aus dem Taubergau
Mitterauer Michael: Seite 3,58
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"Karolingische Markgrafen im Südosten."
Auch die nächste Nachricht über den Schutz der
Grenze im Südosten läßt auf die Tätigkeit eines königlichen
Sendboten schließen. Das Capitulare missorum von Diedenhofen beauftragt
einen Warnarius mit der Überwachung des Waffenhandels in Lorch. Ein
Graf Werinharius begegnet schon 892 zusammen mit Erzbischof Arn von Salzburg,
Graf
Audulf, dem Nachfolger Gerolds als Statthalter in Bayern,
Bischof Adalwin von Regensburg und Abt Deotker von Herrieden als missus
in Regensburg. Neben Erzbischof Arn, Bischof Adalwin,
Graf
Audulf und einem Grafen Cotefredus ist er 806 als kaiserlicher
Sendbote bei einer Gerichtsverhandlung in Altötting. Die Bestätigung
einer Schenkung von Gütern im Avarenlande an St. Emmeram in Regensburg
wurde 808 vor den Grafen Audulf und
Goteram vollzogen, die hier wohl auch in der Funktion der missi auftraten.
Noch Präfekt Gerold II., der spätestens seit 811 die Oberleitung
des Ostlandes innehatte, ist als Königsbote nachzuweisen.
Deutlicher noch als im Markengebiet tritt dieser Dauerauftrag
der Königsboten in der Verwaltungsorganisation Bayerns hervor.
Nach der langjährigen Tätigkeit Graf Gerolds
wirkte hier durch fast zwei Jahrzehnte lang Graf
Audulf, der jedoch immer wieder ausdrücklich als kaiserlicher
missus bezeichnet wird.
Reindel Kurt: Band I Seite 234
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"Bayern im Karolingerreich. in: Braunfels Wolfgang: Karl
der Große Lebenswerk und Nachleben.
Der Nachfolger Gerolds als Präfekt Bayerns
wurde
Audulf, Seneschall und Feldherr
KARLS
DES GROSSEN; er stammte zwar aus dem fränkischen Taubergau,
doch hat er sich während seines fast zwei Jahrzehnte währenden
Wirkens in Bayern mit dem bayerischen Adel verschwägert, denn seine
819 erwähnt Witwe Keyla könnte aus dem Sempt-Isen-Gebiet
stammen. Beim böhmischen Feldzug des Jahres 805 erscheinen Audulf
und der Ostland-Präfekt Werner als gleichberechtigte Führer
des bayerischen Heeres. Der zweite Statthalter Bayerns, Graf
Audulf, war beim offiziellen Regierungsantritt Ludwigs
des Deutschen noch in seiner Würde bestätigt worden,
er ist zuletzt für das Jahr 818 belegt.
Von seiner Gattin Hruodswind hatte Otachar vier Töchter,
Geila,
Geilrada, Elisabeth und Lantswinde. Geila könnte die Gattin
Graf
Audulfs gewesen sein, der als Nachfolger
Präfekt Gerolods I. die Provinz Bayern verwaltete. Audulf
entstammte dem fränkischen Taubergau. Am Hofe KARLS
DES GROSSEN scheint er eine bedeutende Rolle gespielt zu haben.
Er hatte hier das Amt des Seneschalls inne. In Bayern wirkte er
durch fast zwei Jahrzehnte. Seine Witwe Geila wird mit ihrem Sohn
Audulf
819 in einer Freisinger Tradition genannt.
Spindler Max: Seite 256,258
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"Handbuch der bayerischen Geschichte. Erster Band Das
alte Bayern. Das Stammesherzogtum bis zum Ausgang des 12. Jahrhunderts."
Im Jahre 805 ließ KARL
drei Heeresabteilungen in Böhmen einrücken, von denen eine unter
seinem Sohn Karl eine zweite aus Bayern
gebildete unter dem Befehl der Grafen Audulf und
Werinher stand und eine dritte aus Sachsen gebildet wurde. Von den Kämpfen
erfahren wir, daß die Canburg belagert und das Elbtal verwüstet
wurde. Im Jahre 806 wurde der Feldzug wiederholt, und wenn auch der militärische
Erfolg offenbar nicht vollständig war, so genügte er doch, um
Böhmen hinfort in Abhängikeit vom bayerischen Reiche zu bringen.
Bei der nächsten Teilung, noch unter der Verwaltung
Audulfs,
des Nachfolgers Gerolds, erfuhr Bayern eine wichtige Umgestaltung; es erhielt
bei den Reichsteilungen der
KAROLINGER
fotrtan eine besondere Rolle als "Unterkönigtum". oder richtiger as
Teilregnum.
oo Keyla
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Literatur:
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Mitterauer Michael: Karolingische Markgrafen im
Südosten. Archiv für österreichische Geschichte Band 123.
Hermann Böhlaus Nachf./Graz-Wien-Köln 1963 Seite 3,58 - Reindel
Kurt: Bayern im Karolingerreich. in: Braunfels Wolfgang: Karl der Große
Lebenswerk und Nachleben. Verlag L. Schwann Düsseldorf Band I Seite
243 - Spindler Max: Handbuch der bayerischen Geschichte. Erster
Band Das alte Bayern. Das Stammesherzogtum bis zum Ausgang des 12. Jahrhunderts.
C. H. Beck'sche Verlagsbuchhandlung München Seite 256,258 -