Sohn des N.N.
Borgolte Michael: Seite 36
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"Die Grafen Alemanniens in merowingischer und karolingischer
Zeit. Eine Prosopographie."
ADALHART
belegt als Graf 762/63/65 XI 22 - ?775 I 5,
Bereich der Bertoldsbaar 762/63/65 XI 22, 771/72/74/75
V 2 - ?775 I 5,
Breisgau 764/65/67/68 II 25)
Belege mit comes-Titel: W I Nrn. 39 (= ChLA I Nr. 60), 47,63 (= ChLA I Nr. 76),73, Das Verbrüderungsbuch der Abtei Reichenau 115C1, ? Annales Regni Francorum 32f. ad a. 771
Beleg ohne comes-Titel: St. Galler Gedenkbuch pag. 8 (= PIPFR, Libri Confrat. 20 col. 32,19)
Literatur:
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Stälin, Geschichte I 285,329 - Baumann, Gaugrafschaften
5,122,155f. - Abel-Simson, Jbb. Karl der Große I 102 A. 1 - Schultze,
Gaugrafschaften 45,225 - Weller, Die Besiedlung 348 - Bauer, Gau und Grafschaft
57-66,82f. - Bader, Zum Problem 428 - Bohnenberger, Zu den Baaren 323 -
Jänichen, Baar und Huntar 185f., 87f.,142f., Tafel: "Die Grafen der
Baaren" mit Anhang - Tellenbach-Fleckenstein-Schmid), Kritische Studien
183 - Schmid, Familie, Sippe und Geschlecht 5 mit A. 9 - Schulze, Grafschaftsverfassung
110,116,314 - Schmid, Zur historischen Bestimmung 507,515 - Borgolte, Geschichte
der Grafschaften Alemanniens, s. v.
Als Nachfolger Chancors im Breisgau wird um 765 Adalhart
bezeugt (W I Nr. 47). Während allerdings Chancor mit Bezug auf eine
Schenkung u.a. in Egringen, also auch in einer Ortschaft am Rheinknie,
genannt worden war, erscheint
Adalhart
lediglich
in einer Urkunde mit Traditionsgut in der villa und der Mark von (Kirch-)Zarten.
Den St. Galler cartae 38,78 und 105, die Rechtsgeschäfte in Egringen,
Brombach und Weil a. Rh. festhalten, fehlt jeweils die Grafenformel. Als
Ursache für diesen Befund konnte nachgewiesen werden, dass im südlichen
Breisgau nach Chancors Ausscheiden ein grafenfreier Fiskalbezirk geschaffen
wurde; an dieser Maßnahme waren neben Ruthard wohl auch Warin und
Adalhart
beteiligt (Borgolte, Kap. IV. 1). Zur Zeit des Breisgauer Nachweises von
ca. 765 ist ein Graf Adalhart auch in der Baar belegt. Die Identität
beider comites wird - sicher zurecht - allgemein vermutet. Adalhart
war nach W I Nrn. 39 und 63 in Weigheim und Wolterdingen, in der Bertoldsbaar
und nach W I Nr. 73 in Achdorf, das an dem Nordufer der Wutach gelegen
ist, zuständig.
Mit der Grafentätigkeit im nördlichen Breisgau
und im westlichen Baarengebiet hatte Adalhart
Anteil
an der schwarzwaldübergreifenden Integrationspolitik des fränkischen
Magnaten Ruthard, mit der insbesondere Inneralemannien
der karolingischen
Herrschaft enger verbunden werden sollte (Borgolte 152). Auch
wenn die Baar vorerst noch nicht in flächendeckende Grafschaften eingeteilt
werden konnte, hat
Adalhart hier eine
bemerkenswerte Spur hinterlassen. Denn in W I Nr. 55 von 769 (= ChLA I
Nr. 68) wird der Güterort Baldingen in pago, qui dicitur Adalhartespara,
lokalisiert; Adalharthatte also dem
Gebiet seines Wirkens den Namen gegeben (s. Borgolte 127).
Im ältesten Eintrag des St. Galler Gedenkbuches
von ca. 814 (vgl. Schmid, Zur historischen Bestimmung 507) und im Anlageteil
der NOMINA DEFUNCTORUM QUl PRESENS COENOBIUM SUA LARGITATE FUNDAUERUNT
des Reichenauer Verbrüderungsbuches steht jeweils ein Adalart
bzw.
Adalbart comis. In beiden Fällen
dürfte Adalhart gemeint sein;
vor oder nach dem Namen ist nämlich ein Cozpret bzw. ein Cozprhet
comis eingetragen, der wohl den gleichzeitigen Grafen im Nibelgau bezeichnet
hat (Gozbert I).
Als Pippins Sohn,
König
Karlmann, am 4. Dezember 771 gestorben war, begaben sich nach
dem Bericht der Reichsannilen Warinus et Adalhardus
comites cum aliis primatibus, qui fuerunt Carlomanni,
zu KARL
DEM GROSSEN, der damals in der villa Corbeny weilte. Da
Alemannien zu Karlmanns Anteil gehört
hatte und ein Graf Warin hier zur selben Zeit gut bezeugt ist, könnte
Adalhardus
mit Adalhardus
gleichzusetzen sein (vgl. Stälin 329 A. 7).
Indessen ist die Identität der Warin und Adalhart
aus den Reichsannalen seit langem umstritten (vgl. Abel-Simson, Werner,
Adelsfamilien 123); in neuerer Zeit denkt man im Hinblick auf Adalhardus
eher
an einen Magnaten in Burgund (Bligny, Le royaume de Bourgogne 264).
Die genealogische EinordnungAdalharts
ist noch nicht gelungen (vgl. Schmid), Familie, Sippe und Geschlecht 5
mit A. 9). Den Namen teilt
Adalhart
mit zahlreichen Großen des 8. und 9. Jahrhunderts (Schmid, Zur historischen
Bestimmung 515, Tellenbach, Jänichen 86,142f. nach Chaume, Bourgogne
I 542f., dazu Borgolte 144), insbesondere mit den sog. Adalbarden im westlichen
Frankenreich (vgl. Hlawitschka, Anfänge 154-171; Werner, Untersuchungen
I 272-279).