Sohn des N.N.
Hlawitschka, Eduard: Seite 236-237
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"Franken, Alemannen, Bayern und Burgunder in Oberitalien
(774-962)"
CXVIII.
Pfalzgraf MAURINUS
untersuchte im Jahre 835 auf Geheiß Kaiser
LOTHARS I. zusammen mit dem Pfalzkaplan Ructald und dem
Grafen
Adalgis (von Parma) die Rechtmäßigkeit der Einforderung
von parafreda et currus bei den Cremoneser Klerikern für die
kaiserliche Kammer. Im Februar 840 saß der Maurinus comes palacii
mit dem Bischof Rodingus - missi domini Hlotharii
-
und dem Grafen Aganus (von Lucca) zu Gericht, um über einen auf kaiserlichen
Befehl für ungültig erklärten Gütertausch zu befinden.
- Als dann im Jahre 844 der junge LUDWIG
II. nach Rom zog und dort zum König gesalbt und gekrönt
wurde, da nahmen an den Krönungsfeierlichkeiten auch comes archiepiscopi,
episcopi et abbates, omnesque qui cum eo venerant Franci und
die Romanorum nobiles et praeclari teil. Noch vorher war aber die
Art der Wahl des Papstes Sergius II., bei der das 823 getroffene
Übereinkommen - die sog. Consitutio Romana - nicht beachtet worden
war, zur Sprache gekommen. Per dies singulos conflictum summi
certaminis ... commovebat. Und bei dieser Gelegenheit werden auch die
archiepiscopi, episcopi et abbates und die Franci, qui cum
eo venerant, namentlich genannt. Als Erzbischöfe und Bischöfe
werden aufgezählt: Erzbischof Drogo von Metz,
ein Oheim LUDWIGS II. und eigentlicher
Leiter des Unternehmens, die Erzbischöfe Angelbert von Mailand und
Georg von Ravenna, die Bischöfe Joseph von Ivrea, Agino von Bergamo,
Amalrich von Como, Nortcaud von Vercelli, Sigifred von Reggio, Toringar
von Concordia, Odelbert von Aqui, Ambrosius von Lucca, Johannes von Pisa,
Petrus von Volterra, Gausprand von Pistoja, Cantio von Siena, Lupus von
Teate, Sigimund von Teramo (Aprutium), Picco von Ascoli, Fratellus von
Camerino, Gisus von Fermo, Racipert von Nurcia, Amadeus von Pena, Donatus
von Fiesole. - Von den weltlichen Großen, die am Romzug teilnahmen
et
pariter contendebant, werden genannt: Boso
comes, Adalgisus comes, Johannes comes, Vuldo comes, Bernardus
comes, Wifredus
comes atque Maurinus comes. Außer
Drogo von Metz, der von LOTHAR
eigens zu diesem Unternehmen nach Italien geschickt worden war, und dem
Erzbischof von Ravenna, dem ständigen Rivalen Roms, hatten alle diese
genannten Erzbischöfe und Bischöfe im regnum Italiae gelegene
Bistümer inne. Auch die Grafen sind sämtlich im oberitalienischen
Raum nachweisbar; - so Boso, der hauptsächlich durch seine ungetreue
Gemahlin Engelterud
bekannt ist, so Adalgis als Graf von Parma, Johannes als Graf von
Seprio, Bernard als Graf von Verona, Wifred als Graf von Piacenza und Maurinus
als unser in Cremona und Lucca auftretender Pfalzgraf. (Nur Vuldo
comes ist - wahrscheinlich wegen der Quellenarmut für Piemont
und Ligurien - nicht weiter nachzuweisen). Die Grafen Boso, Adelgis,
Johannes, Bernard und Wifred sind dazu auch als Franken erweisbar. Der
Ausdruck archiepiscopi, episcopi et abbates, omnesque qui cu eo (sc.
Ludovico) venerant Franci hat also volle Berechtigung. Deshalb wird
man - wenn Pfalzgraf Maurinus nun auch mit unter diesen Ausdruck
Franci fällt - auch ihn als Mann nordalpiner Abkunft ansehen
dürfen. - Die Vermutung liegt nahe, daß er in die Familie der
SUPPONIDEN einzugliedern ist, in der der Name Maurin (Moring)
vorkommt.