Sohn des Grafen
Stephan I. von
Sponheim (†
um 1075/80)
Vermutlich Neffe oder Groß-Neffe von Graf Siegfried I. von Spanheim († 7.2.1065), Graf Friedrich von Spanheim († 1058), Graf
Eberhard II. von Spanheim
Enkel von Graf
Eberhard I. von
Spanheim († um 1044)
Nach J. Heinzelmann eventuell Sohn
oder Enkel des Grafen Siegfried I. von
Spanheim († 7.2.1065)
Neue Deutsche Biographie:
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SPONHEIM (SPANHEIM) Grafen von
Leben:
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Namengebend sind Burgsponheim und Sponheim westlich von Bad
Kreuznach. Erster Träger des Namens ist Stephan (1075), von dem die rheinischen Linie des Hauses abstammt.
Ein naher Verwandter war Siegfried
(† 1065), MARKGRAF der
UNGARN-MARK STAMMVATER der HERZÖGE von KÄRNTEN (SPANHEIMER) und der noch
blühenden Grafen von
Ortenburg.
Kinder von Stephans
gleichnamigem Sohn waren Jutta († 1136), Lehrerin der Hildegard von Bingen, der in
der Herrschaft folgende Meinhard
(belegt 1124–1132) sowie Hugo († 1137), ERZBISCHOF von
KÖLN. Meinhard
gewann durch die Ehe mit der Erb-Tochter des Grafen Adalbert von Mörsberg Anteil am Erbe
der Grafen von Nellenburg und nahm nach dem
Tod des Schwieger-Vaters den Grafentitel an. In den nächsten
Jahrzehnten treten (zwei oder drei) Grafen namens Gottfried auf, daneben Simon, der 1184 Kaiser FRIEDRICH
I. nach Italien begleitete und 1189 auf dem Weg ins Heilige
Land in Adrianopel (Edirne) starb, sowie Albert, ein enger Vertrauter
Kaiser HEINRICHS
VI.
Heinzelmann Josef:
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"Die rheinischen Spanheimer"
Juttas Eltern
Eine Floskel könnte man es nennen, dass Jutta
generosam secundum saeculi dignitatem duxit genealogiam,
aber die konkrete Angabe, sie sei ex nobilissima Galliae stirpe
oriunda
überrascht. Nicht selten, etwa im Sprachgebrauch der Kurie,
verstand
man damals unter Gallia auch das linksrheinische Deutschland. Dies
geschieht
ja auch in der ersten Vita der Hildegard
von Bingen: in Galliae
citerioris
partibus. In der Jutta-Vita
kann man den ohne citerior gebrauchten
Begriff
aber nur auf Frankreich oder eines der damaligen Lothringen beziehen.
Das bestärkt die aus dem Namen Stephan
abzuleitenden
Vermutungen, die SPANHEIMER
stammten von dort. Wie, wird leider
in der Vita nicht gesagt, indessen gibt es eindeutige Aussagen
über
die Eltern Juttas:
Pater eius …Stephanus de
Spanheym
clare ortus in matrimonium sortitus est coniugem Sophiam omni
prudentia
decoratam de clarissima Bauariorum ortam prosapia. Damit wird
Mötschs
Vermutung bestätigt, sie käme aus Bayern. Dass sie eine
FORMBACHERIN
sei, halte ich für wenig wahrscheinlich..
Wertvoll sind auch die Angaben, dass Stephan von
Sophia die Tochter Jutta
inter cetera pignora … adeptus est,
dass also das Ehepaar mehr als zwei Kinder hatte; und dass die kleine
Jutta,
deren Geburt für 1092 zu erschließen ist, vix … triennis
orbata
est obitu patris. Das heißt, dass Stephan von Spanheim zwischen
1094
und
1096 gestorben ist (Trithemius
behauptet 1118), was also auch das
späteste
Geburtsdatum für Juttas
Bruder Meinhard festlegt.
Genealogisch interessant ist nicht nur, was die Uita
positiv aussagt, sondern auch, was sie nicht sagt. Auffällig ist
bereits,
dass Juttas Vater bei
aller Betonung seiner edlen Abstammung
keinen
Grafentitel trägt. Er war also nicht Graf.
Ich erspare mir hier, ausführlich darzulegen,
weshalb
ich den 1075 genannten Stephan
von Spanheim als den Vater von Juttas
Vater Stephan vermute,
der eine Erb-Tochter aus dem
Hause
SPANHEIM
geheiratet hat
und auch (1068) VOGT des WORMSER HOCHSTIFTS
war. Juttas Mutter Sophia scheint nämlich in
jener
Zeit
erst geboren zu sein.
Die Beziehungen der rheinischen zu den Kärntner Spanheimern
Streng genommen sind es zwei Geschlechter, die
SPANHEIMER
genannt werden:
Gut belegt sind die
„Kärntner“, agnatische
Nachkommen des Grafen Siegfried
im Lavanttal; zu ihnen
gehören
auch die „Magdeburger“
mit ihrem cognatischen Umfeld.
Auf der
anderen
Seite haben wir für die „rheinischen“,
die sich von Stephan
von Spanheim herleiten, keine so dichte Quellensituation, wobei
schon
zwischen der zweiten Generation (Meinhard)
und der
übernächsten
(Gottfried) ein genauer
Filiationsbeweis fehlt, sodass es
durchaus
möglich ist, dass die Nachfolge nicht im Mannesstamm erfolgte.
Über
die ersten Generationen haben die Fälschungen des Trithemius einen
dicken Firnis geschmiert, den man rigoros beseitigen muss.
Die Benennung „Gallier“ in der Uita domnæ
Juttæ
inclusæ widerspricht sich nur scheinbar mit Comes Engelbertus
ex patre Sigfrido
Francorum civis. Wahrscheinlich soll
dies
heißen, dass Siegfried
nach salischem Recht lebte.
„Franke“
ist auf jeden Fall so doppeldeutig, wie „Gallier“. „Francia“ kann
für
das damalige Frankreich, für Lothringen und für die
fränkischen
Herzogtümer Deutschlands stehen. Albert von Stade bezeichnet die
Tochter
des 1118 verstorbenen Magdeburger
Burggrafen Hermann als Richardis
de Franconia, den in Kärnten aufgewachsenen Erzbischof
Hartwig
nennen die Gesta archiepiscoporum Magdeburgensium als vir de
principibus
Francorum nobilitate clarissimus.
Die Herkunftsbezeichnung in der Vita Juttas steht also
der Einreihung ihres Vaters als Sohn oder gar Enkel Siegfrieds von
Lavanttal
nicht im Wege, eher handelt es sich aber um einen
(¿angeheirateten?)
(Groß-)Neffen, und beide kamen aus einem heute nicht mehr
deutschen
Gebiet, unter Umständen aus einem dort zu suchenden Spanheim; die
Familie hatte
kleinen,
gleichbenannten Streubesitz im Naheland, der bei den ständigen
Reisen
des damaligen Hochadels eine günstig gelegene Station war und
Stephans
Erbteil oder die Mitgift seiner Frau wurde.
Die sichersten Indizien für den Zusammenhang der
beiden SPANHEIMER-Stämme
liefern die Traditionsnotizen von
St. Paul im Lavanttal. Der Codex Traditionum Monasterii St. Pauli wurde
bald nach 1237 von dem Mönch und Priester Wernhard nach
älteren
Vorlagen (wohl auch von Erzbischof Hartwig) niedergeschrieben.
Dazu
kommt als Realie ein Geschenk aus dem Kloster Sponheim mit einem Bild
des
Grafen Meinhard an das
Kloster St. Paul.
Die beiden Geschlechter oder Stämme hängen
eng zusammen, obwohl dies nicht durch das übliche genealogische
Indiz
der Namenvererbung bestätigt wird. Das wäre schon eine
Warnung
für alle, die diese sicher sinnvolle Forschungsmethode
überfordern.
Aber eine Namenvererbung gab es doch und zwar betraf
sie den Beinamen. In beiden Geschlechtern taucht früh, fast
gleichzeitig
in den 1070er Jahren, die Bezeichnung von Spanheim u. ä. auf.
Opinio
communis war bisher, dass sich dieser „Stammsitz“ auf Burg, Ort und
Kloster
Spanheim, jetzt Sponheim bei Kreuznach bezieht. Es gäbe keinen
anderen
Ort dieses Namens im deutschen Sprachraum.
Engelbert I.
wird in der Zeugenreihe einer
Seelgerätstiftung
für das Kloster St. Peter zu Salzburg, die etwa 1060 bis 1077
Oktober
14 zu datieren ist, als comes de castro Spanheim
bezeichnet.
Mit dem rheinischen Spanheim war keine Grafschaft verbunden. Auch macht
es wenig Sinn, einen Grafen nach einer 600 km entfernten, unbedeutenden
(jedenfalls urkundlich noch nicht belegten) Burg in einem ganz anderen
Reichsteil zu bezeichnen, von der sein Vater eventuell herkam, in einer
Zeit, da man Adligen Beinamen bestenfalls nach ihren Amtssitzen oder
Wohnorten
oder Herrschaftsmittelpunkten gab. „Spanheim“ hieß, so darf man
annehmen,
Engelberts Burg bei dem
späteren Kloster St. Paul oder eine
Burg im Salzburgischen, wo er viele Güter und Rechte besaß.
Ich spiele den Ball ins Feld der österreichischen Historiker.
Natürlich ist der Gleichklang der beiden Burgnamen
im Nahegau und im Lavanttal (oder dem Salzburgischen) nicht
zufällig:
Eine ist der anderen nachbenannt, oder beide nach einer noch
unbekannten
dritten. Die rheinische ist mit wahrscheinlich etwas später (1072
chronikalisch, 1075 urkundlich) belegt als die andere, die
außerdem
Sitz eines Grafen war. Gleichwohl scheint sie älter zu sein. Das
Ur-Spanheim
wäre also noch zu finden, bzw. nachzuweisen.
oo 2. Sophia
von Formbach, Tochter des Grafen
Meginhard V.
um 1050/55 † nach
1088
Kinder:
Meginhard Graf von Sponheim
um 1090/95 † 1136/45
Jutta Gründerin des Frauenklosters
Disibodenberg
1090 † 22.12.1136
Hugo Erzbischof von Köln (1137)
um 1090/95 †
1.7.1137
Literatur:
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Heinzelmann Josef: Die
rheinischen Spanheimer -