Sohn des Grafen
Eberhard I. von
Spanheim (†
um 1044) und der N.N.
Bruder von Graf
Friedrich von Spanheim († 1058), Graf Eberhard II. von Spanheim
Neue Deutsche Biographie:
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SPONHEIM (SPANHEIM) Grafen von
Leben:
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Namengebend sind Burgsponheim und Sponheim westlich von Bad
Kreuznach. Erster Träger des Namens ist Stephan (1075), von dem die rheinischen Linie des Hauses abstammt.
Ein naher Verwandter war Siegfried
(† 1065), MARKGRAF der
UNGARN-MARK STAMMVATER der HERZÖGE von KÄRNTEN (SPANHEIMER) und der noch
blühenden Grafen von
Ortenburg.
Kinder von Stephans
gleichnamigem Sohn waren Jutta († 1136), Lehrerin der Hildegard von Bingen, der in
der Herrschaft folgende Meinhard
(belegt 1124–1132) sowie Hugo († 1137), ERZBISCHOF von
KÖLN. Meinhard
gewann durch die Ehe mit der Erb-Tochter des Grafen Adalbert von Mörsberg Anteil am Erbe
der Grafen von Nellenburg und nahm nach dem
Tod des Schwieger-Vaters den Grafentitel an. In den nächsten
Jahrzehnten treten (zwei oder drei) Grafen namens Gottfried auf, daneben Simon, der 1184 Kaiser FRIEDRICH
I. nach Italien begleitete und 1189 auf dem Weg ins Heilige
Land in Adrianopel (Edirne) starb, sowie Albert, ein enger Vertrauter
Kaiser HEINRICHS
VI.
Die genaue Abzweigung Siegfrieds
von den rheinischen SPANHEIMERN
wurde bisher nicht ermittelt;
eV.
1045 7/3 Neuburg König
HEINRICH III. schenkt dem Markgrafen
Siegfried 150 Hufen, die nach
der
Bestimmung des Königs aus dem Gebiet zwischen Fischa, Leitha und
March
abzumessen sind DD 5, 167 f n 133 (aus den Klosterneuburgischen
Archivalien
der Markgrafen von Österreich)
1045 3/6 Perschling 10 Königshufen liegen zwischen
Fischa und Leitha in der Grafschaft des Markgrafen
Sigifrid DD 5, 171
f n 136;
1045 3/6 Perschling König
HEINRICH III.
schenkt Niederaltaich 10 Königshufen am Flusse
Zaya neben dem Allod des Markgrafen Sigefrid und
in dessen Grafschaft gelegen DD 5, 172 f n 137
1045 15/7 Aachen König
HEINRICH III. schenkt dem Markgrafen
Sigefrid 15 Hofstätten an der
Donau, 30
Königshufen
in der Richtung auf die Ungarnstraße, 20 Hofstätten an der
March
und
weitere 200 Königshufen, die durch einen königlichen Boten
anzuweisen
sind DD 5, 177 n 141 (or. im Haus-, Hof- und Staatsarchiv Wien)
1048 2571 Ulm König
HEINRICH
III. schenkt dem Bischof Poppo
von Brixen einen Forst im Pustertal in der Grafschaft des Grafen
Sigefrid DD 5, 277 f n 209
1064
(November) zahlreiche Pilger unter Führung des Erzbischofs
Siegfried
von Mainz und des Bischofs Gunther von Bamberg begeben
sich nach
Jerusalem
(unter den gräflichen und fürstlichen Begleitern ist auch Graf
Siegfried siehe
unten Richgard) Annal.
Altah.
maiores
(zu 1065) Schulausgabe 66 f; Lamperti Annales Schulausgabe 93 f;
† 1065 auf der
Rückreise von der Pilgerfahrt,
vgl. 2 zu (1090)
Gemahlin:
-------------
Richgard,
Tochter und Erbin des SIEGHARDINGERS
Engelbert IV. (siehe Sieghardinger n 28)
† vielleicht 9/7 Salzburg Dom: Richkart comitissa
Necr. 2, 149; vgl. 4 zu c 1100
† auf Pilgerfahrt nach Spanien, begraben zuerst in
Spanheim,
schließlich in St. Paul.
Vorbemerkung:
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Die Herkunft der ersten SPANHEIMER auf
bayerischem
Boden aus Rheinfranken ist urkundlich durchaus beglaubigt. Der für
Bayern nahezu exotische Name Siegfried
sichert auch die Annahme, dass die kurzlebige neue Mark HEINRICHS
III. westlich von March und Leitha für niemand anderen
gegründet wurde als für Siegfried
von
Spanheim. Der fast unmittelbare Anschluss des
(königlichen) Grafen Siegfried im
Pustertal an die Kaiserurkunden des Jahres 1045 lenkt
unwillkürlich
den Blick auf diesen Zusammenhang.
Siegfried
hatte
wohl schon vor seiner Einsetzung als MARKGRAF in Kärnten und
Bayern
Fuß gefasst durch seine Vermählung mit Richgard, der
Erb-Tochter Engelberts aus
dem Hause der SIEGHARDINGER,
deren
Tradition
der Leitname Engelbert in
den folgenden drei Generationen
fortführte.
GRAF von SPANHEIM
(†)
1065. GRAF im LAVANTTAL. -
Gemahlin:
------------
RICHGARD D. 36.,
Tochter des Grafen Engelbert
D. 30., Graf im Norital.
Note:
-------
Im Kapitel D. setzen wir auseinander, dass nach unserer
Ansicht aus der Ehe des vorgenannten Grafen Engelbert und seiner
Gemahlin
Liutgard, Tochter des
Ehepaares Graf Weriant und
Williburg B. 23.
außer
der Tochter Richgard,
noch zwei Töchter Williburg
D. 35.
und
Liutgard D. 37. geboren sind. In diesen beiden letzteren
Töchtern
erblicken wir die Gemahlinnen des Pfalzgrafen Aribo II. C. 23., des
Geschlechtsvetters
des Grafen Siegfried von Spanheim.
Während der Name Engelbert bei den ARIBONEN vorher
nie vorkommt, erscheint dieser Name neben dem alten Leitnamen der
ARIBONEN-Geschlechts
Siegfried wiederholt bei Siegfrieds Porgenitur.
SIEGFRIED I. VON
SPONHEIM/HUNSRÜCK
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† 1065
Ist gleichen Stammes, ohne dass die genaue Filiation festzustellen ist, wie die Grafen von Spanheim, Heinsberg und die Fürsten von Sayn-Wittgenstein. Die Familie kam wohl mit den salischen Herzögen von Kärnten ins Land, erwarb Ortenburg, wurde als treue Stütze Kaiser HEINRICHS III. 1045 MARKGRAF der UNGARN-MARK (= Leithamark) und 1048 GRAF im PUSTERTAL. Er starb auf einer Pilgerfahrt, angetreten in Erwartung eines für 1065 angekündigten Weltuntergangs.
oo RICHGARD
† um 1072 in Spanien (als
Pilger)
Tochter und Erbin des Grafen
Engelbert
IV. im Pustertal, Norital
und im Lavanthtal, Vogts von Salzburg
(Haus der SIEGHARDINGER)
Sie bringt der Familie bedeutenden Besitz.
Vom Einfluss der ARIBONEN-Sippe in
Kärnten
zeugt der überraschende Aufstieg des Rheinfranken Siegfried
von Sponheim. Siegfried
von Sponheim (†
1065 als
Pilger
in Bulgarien) ist Sohn Eberhards
(im Elsenz- und Enzgau um Kreuznach).
Siegfrieds
Sohn
Engelbert,
Vogt von Salzburg († 1096), war
verheiratet mit Hedwig von
Eppenstein,
Markwards Tochter. 1122 erlangte die Familie in Nachfolge der
EPPENSTEINER
die Herzogswürde durch Einheirat:
Seine
aribonische
Gemahlin
Richardis verfügte
über stattliche Ländereien um
Salzburg,
an Lavant, Drau, Sann und in Friaul. Er selbst erlangte, obwohl er ein
Landfremder war, gräfliche Rechte im Pustertale.
Fenske Lutz: Seite 200
***********
"Adelsopposition und kirchliche Reformbewegung im
östlichen
Sachsen"
Vermutlich in Verbindung mit den SALIERN
gelangten die SPANHEIMER
in das bayerische Stammesgebiet, wo
sie
rasch heimisch wurden. Graf Siegfried
[Zu Siegfried
vgl.
Genealogie des altbayerischen Adels Seite 263.] heiratete eine Frau
bayerischer
Herkunft mit Namen Richgarda,
durch deren Erbgut der Besitz der SPANHEIMER in Kärnten
eine
beträchtliche Ausweitung erfuhr [Tyroller hält sie für
eine
Tochter des SIEGHARDINERS
Engelbert IV., vgl. Genealogie des
altbayerischen
Adels Tafel 5, Seite 98, Seite 93 Nr. 19, Seite 95 Nr. 28.].
Aus der Ehe Siegfrieds
mit Richgarda
gingen drei Söhne hervor:
Graf Engelbert I., der
zur Zeit Erzbischof
Gebhards HOCHSTIFTSVOGT
von SALZBURG war, Hermann,
der
spätere
BURGGRAF von MAGDEBURG, und Hartwig.
Die drei SPANHEIMER
Brüder zählten zu den Gegnern HEINRICHS
IV. Graf Siegfried,
ihr Vater, hatte sich 1064 der
Pilgerfahrt
deutscher Bischöfe nach Jerusalem angeschlossen, die durch einen
ausführlichen
Bericht Lamperts von Hersfeld in
ihrem Verlauf besonders gut
überliefert
ist [Vgl. Lamperti Ann. ad. 1065 Seite 93], und war nach Aussagen der
Fundatio
Monasterii S. Pauli 1065 auf der Rückreise in Bulgarien
gestorben.
Lechner, Karl: Seite 323 A. 49;325 A. 80
************
"Die Babenberger Markgrafen und Herzoge von
Österreich
976-1246"
Herzog Adalbero
von Kärnten war mit der
Schwester
der Kaiserin
Gisela, Beatrix,
verheiratet.
Gegensätze zum Kaiser gab es für Adalbero bezüglich
Schwabens
und bezüglich Kärntens. Vom Kaiser unterstützte
Gegenkräfte
waren der SANNTAL-GRAF Wilhelm
und der erste SPANHEIMER
Siegfried
(Vgl. dazu HbGB 1, 236-245 und Klaar, Eppensteiner.).
Claude, Dietrich: Band I Seite 351
**************
"Geschichte des Erzbistums Magdeburg bis ins 12.
Jahrhundert"
Hartwig
entstammte einem angesehenen
süddeutschen
Geschlecht [Müller-Alpermann, op. cit., p. 9. G. Bode, Über
die
Herkunft des Erzbischofs Hartwig, des Burggrafen Hermann und des
Dompropstes
Hartwig von Magdeburg, MGbll. 3, 1868, pp. 190-208. O. Frhr. von
Reitzenstein,
Erzbischof Hartwig von Magdeburg, Neue Mitteilungen 12, 1, 1868, p.
245.
Da die Eheschließung der Eltern Hartwigs spätestens
1023
erfolgte (ibid. p. 248), setzt er die Geburt Hartwigs um 1025,
doch
erscheint der Ansatz zu früh zu sein: Hartwig war
allenfalls
das zweite Kind seiner Eltern, sein Bruder Engelbert erbte die
Würde
seiens Vaters.]. Sein Vater, Graf Siegfried von Sponheim, hatte
die im Kärntner Lavanttal begüterte Richardis
geheiratet
[Fundatio monasterii S. Pauli in Caranthia c. 7, MGH SS XV, 2, p.
1060.].
Die Eltern Hartwigs
waren sehr religiös gesinnt:
der Vater
nahm 1064 an der großen Pilgerfahrt nach Jerusalem teil, die
unter
Leitung Siegfrieds von Mainz
stattfand, die Mutter unternahm nach dem
Tode
ihres Manners eine Pilgerfahrt nach Santiago de Compostela. Ihr Sohn
Engelbert gründete
zusammen mit seinen Geschwistern das
Kloster
St. Paul im Lavanttal, das zur Grablege der Familie wurde.
Boshof Egon: Seite 62
***********
"Die Salier"
Um diese Zeit dürften auch die SPANHEIMER, die aus der rheinfränkischen Heimat der SALIER stammten und in verwandtschaftlichen Verbindungen mit den Zeizolf-Wolfram standen, durch die Heirat des Grafen Siegfried mit Richgard, der Erb-Tochter des mächtigen Grafen Engelbert - sicherlich nicht ohne KONRADS II. Zutun - in Kärnten Fuß gefaßt haben; der neue Herzog konnte in Siegfried eine wertvolle Stütze finden.
Klaar,
Karl-Engelhard:
Seite 90,119
******************
"Die Herrschaft der Eppensteiner in Kärnten"
Wie dagegen der Kaiser versuchte, seine
Einflußmöglichkeiten
in Kärnten zu mehren, zeigt das Beispiel des
rheinfränkischen
Grafen Siegfried, der
sicher nicht ohne Zutun KONRADS
die Erb-Tochter des in Kärnten über ausgedehnten Eigenbesitz
verfügenden
Grafen Engelbert heiratete
[Anm. 63 Siegfried gehörte
einer
im Rheinland begüterten, den späteren NELLENBURGERN
verwandten
Adelssippe an, die sich schon zu Anfang des 11. Jahrhundert nach einer
Burg
Spanheim (Sponheim, LK. Kreuznach/Rheinpr.) zubenannt findet. Zu
den
Anfängen der Kärntner
SPANHEIMER siehe Witte,
Spanheim,
203-227, und Klebel, Spanheimer, der auf weitere fränkische
Zuwanderer
in Kärnten unter KONRAD II.
hinweist
und für Siegfrieds
Ehe mit Richardis "von Lavant"
unmittelbaren
Zusammenhang mit den Auseinandersetzungen um Herzog Adalbero annimmt
(a.a.O.).
Vgl auch Jaksch, Kärnten I, 174, und unten 119 f. Siehe jetzt
Tyroller,
Genealogie, 263-282.]. Siegfried
begründete damit den
Kärntner
Zweig seiner früh schon ausgebildeten Familie, der SPANHEIMER,
die später eine ernsthafte Konkurrenz für die Nachfahren
Herzog
Adalberos werden und
diesen schließlich im Herzogtum folgen
sollten.
In Kärnten selbst war in den Jahren, da vermutlich
Kaiser HEINRICH
IV. das Herzogtum
in
der Hand hatte, der Abschluß einer wichtigen Klostergründung
gefallen, St. Paul im Lavanttal. Es ist die Schöpfung Engelberts,
VOGTES der SALZBURGER KIRCHE seit ca. 1060 [Wohl als Nachfolger seines
gleichnamigen Großvaters; Klebel, Spanheimer, 51f. Als Vogt u. a.
in Nr. 47. Anders Tyroller, Genealogie, 94 nr. 24.], aus der schon
wiederholt
erwähnten Familie der Grafen von Spanheim und seiner Söhne
sowie
insonderheit seines Bruders, Erzbischof Hartwichs von Magdeburg
(reg.
1079-1102). Eine wesentliche Aufgabe des Familien-Klosters in
solchem
Sinne war ja die Aufnahme der Grablege der Stifterfamilie. Engelberts
Mutter Richardis
ließ den Leichnam ihres Gatten Siegfried
aus Bulgarien, wo er 1065 auf einer Pilgerfahrt verstorben
war,
nach der Paukluskirche im Lavanttal überführen. Ein gleiches
tat dann Erzbischof Hartwich
mit den Gebeinen seiner Mutter Richardis,
die, gleichfalls als Pilgerin gestorben, zunächst in remoto
Germaniae sinu apud Spanheim, also in der Heimat ihres Gatten,
beigesetzt worden war. Die Klosterkirche blieb fortan bevorzugte
Grablege
der Kärntner SPANHEIMER
bis kurz vor dem Aussterben der
Familie
[Die Familie erlosch 1279 mit Philipp,
Kanzler des
Königreichs
Böhmen. Die letzte Beisetzung in St. Paul war die seines Vaters,
Herzog
Bernhards, im Jahre
1256.].
vor 1023
oo Richardis, Erbtochter des Grafen Engelbert
IV. im Pustertal (Haus der SIEGHARDINGER)
† 9.7. um 1072
Sie starb als Pilger in
Spanien.
Kinder:
Hermann I. Burggraf von Magdeburg (1080-1118)
um 1025/30 † 22.7.1118
Hartwig Erzbischof von Magdeburg (1079-1102)
um 1025 † 17.6.1102
Engelbert I. Graf von Spanheim
um 1023 † 1.4.1096
Literatur:
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Boshof Egon: Die Salier, Verlag W. Kohlhammer
Suttgart Berlin Köln 1987 Seite 62 - Claude, Dietrich:
Geschichte
des Erzbistums Magdeburg bis ins 12. Jahrhundert, Mitteldeutsche
Forschungen
67, Böhlau Verlag Köln 1972 Band I Seite 351 - Fenske,
Lutz: Adelsopposition und kirchliche Reformbewegung im östlichen
Sachsen.
Vandenhoeck & Ruprecht Göttingen 1977, Seite 200,205,274 A.
313
- Klaar, Karl-Engelhard: Die
Herrschaft
der Eppensteiner in Kärnten, Klagenfurt 1966 Seite 90,119 - Lechner,
Karl: Die Babenberger Markgrafen und Herzoge von Österreich
976-1246,
Böhlau Verlag Köln 1985 Seite 323 A. 49;325 A. 80 - Thiele,
Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur
europäischen
Geschichte Band I, Teilband 2 Deutsche Kaiser-, Königs-, Herzogs-
und Grafenhäuser II, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 495 - Trillmich
Werner: Kaiser Konrad II. und seine Zeit. Europa Union Verlag Bonn 1991
Seite 310 - www.wikipedia.de -