Sophia                                                  Gräfin von Spanheim
---------
     um 1111/12

Tochter der Beatrix von Reinhausen
Schwester von Konrad von Reinhausen
Mitstifter von Kloster Rheinhausen (28.8.1086), Graf Hermann III. von Reinhausen ( 1122), Bischof Udo von Hildesheim ( 19.10.1114), Gräfin Mathilde von Formbach, Gräfin Richenza von Immenhausen
Cousine der Königin Sophie von Formbach
(nach 1088)
Enkelin von Graf Elli II. im Leinegau (
nach 1046)

Hlawitschka Eduard: Seite 538
*****************
"Die Ahnen der hochmittelalterlichen deutschen Könige, Kaiser und ihrer Gemahlinnen. Ein kommentiertes Tafelwerk"

XXVI : Königin Sophie (von Formbach), Gemahlin des (Gegen)Königs Hermann (von Luxemburg/Salm)

1 : Königin Sophie

Zur genealogischen Einreihung jener Sophie, die mit Graf Stephan von Sponheim verheiratet war, in die Seitenverwandtschaft der Königin Sophie vgl. E. HLAWITSCHKA, Verwandtenehe Hermanns von Salm Seite 50 Anm. 123.

Hlawitschka Eduard: Seite 49
*****************
"Die 'Verwandtenehe' des Gegenkönigs Hermann von Salm und seiner Frau Sophie. Ein Beitrag zu den Familienbeziehungen der rheinischen Ezzonen/Hezeliniden und des Grafenhauses von Formbach/Vormbach."

Diese matrona Sophia scheine nämlich mit der Königin-Witwe Sophie identisch zu sein, da die über ihre Schenkung gefertigte Notiz zwei Zeugen aufweist, die auch bei der zwischen 1088 und 1106 vorgenommenen Schenkung der Königin-Witwe zugegen war.
Wer aber könnte diese matrona mit dem damals noch so exklusiven Namen Sophie gewesen sein? Hier hat man doch wohl an jene Sophie zu erinnern, die im Spätherbst 1079 von ihrer Mutter Beatrix in einem Brief an ihren Bruder Bischof Udo von Hildesheim, als im heiratsfähigen Alter erwähnt wurde [120 Vgl. dazu oben Anm. 74 unmd 76.] Um 1100 konnte sie - nach einer Verheiratung - bereits verwitwet sein, im süddeutschen Raum im Umkreis ihrer Verwandten leben bzw. dort Besitztum und auch einen handlungsfähigen Sohn haben [121 In Pielach schenkte übrigens 1090/95 Adelheid, die Witwe des Grafen Heinrich (Sohn Graf Tiemos II. von Formbach/Vornbach, der ein Bruder Graf Meginhards V. und somit Schwager Mathildes von Reinhausen war, Besitztum zum Seelenheil ihres verstorbenen Gemahls an Göttweig; vgl. FUCHS, Traditionsbücher (wie Anm. 14), Seite 22f.]. Der Name ihres Sohnes, Konrad, war bereits von einem Bruder ihrer Mutter geführt worden [122 Vgl. den Brief der Beatrix an Bischof Udo von Hildesheim, in: Briefsammlung (wie Anm. 74) Seite 66.]. Als Cousine der Königin-Witwe Sophie gehörte sie selbstverständlich zu deren Sippenkreis und konnte somit auch auf die diesem nahestehenden Zeugen zurückgreifen [123 Bei einer intendierten weiteren Identifizierung dieser Sophie ist hier eventuell an Sophie, die Mutter der 1092 geborenen Inklusin Jutta von Disibodenberg, zu denken. Jutta, die bereits im Alter von drei Jahren ihren Vater (Graf) Stephan von Sponheim verlor, hatte ja Sophiam ... de clarissima Bauariorum ortam prosapia zur Mutter und dazu inter cetera pignora ihrer Eltern - also unter mindestens zwei weiteren Geschwistern, was einen Bruder Konrad nicht ausschließt - auch einen Bruder Meginhardus; vgl. Franz STAAB, Reform und Reformgruppen im Erzbistum Mainz. Die Namen Sophie und Meginhard weisen jedenfalls auf die FORMBACHER/VORNBACHER und deren näheren Verwandte hin. Vgl. auch Johannes MÖTSCH, Genealogie der Grafen von Sponheim, in: Jahrbuch für westdeutsche Landesgeschichte 13 (1987), Seite 63ff., besonders Seite 72-76, der freilich die mit Stephan von Sponheim verheiratete Sophie als Tochter Meginhards V. von Formbach anzunehmen vorschlug. Da indessen die Königin Sophie den Grafen Meginhard als den einen Teil ihrer parentum utrorumque angab, und Meginhard den Namen Sophie nicht an zwei Kinder gegeben haben dürfte, scheidet diese Sicht der Zusammenhänge aus. - Bejaht man die Identität der Mutter Juttas von Disibodenberg mit der Schenkerin von Pielach, so läßt sich - da Juttas Mutter nicht lange vor dem (auf den 1. November 1112 festlegbaren) Beginn der Inklusenzeit Juttas verstarb (vgl. STAAB, Reform (wie oben), Seite 164,176f. mit Anm. 156, und Mainzer Urkundenbuch I, hg. von Manfred STIMMING, Darmstadt 1932, Seite 465 nr. 553), die Todeszeit dieser Sophie auf etwa 1111/12 festsetzen. Die Göttweiger Tradition nr. 78 wäre dann auch auf 1108-1112 einzugrenzen.].





  oo STEPHAN II. GRAF von SPONHEIM
           1095
 
 
 
 

Kinder:

  Meginhard Graf von Sponheim
        um 1135

  Jutta Gründerin des Frauenklosters Disibodenberg
  109222.12.1136

  Hugo Erzbischof von Köln (1137)
         1.7.1137



Literatur:
------------

Heinzelmann, Josef: Der Name Sophia als genealogisches Indiz und Problem, in: Archiv für Familiengeschichtsforschung 4 (2000), Seite 96-­110 - Hlawitschka Eduard: Die Ahnen der hochmittelalterlichen deutschen Könige, Kaiser und ihrer Gemahlinnen. Ein kommentiertes Tafelwerk Band I 911-1137 Teil 1 und Teil 2 Hahnsche Buchhandlung Hannover 2006 Seite 538,546,552,554 - Hlawitschka Eduard: Die 'Verwandtenehe' des Gegenkönigs Hermann von Salm und seiner Frau Sophie. Ein Beitrag zu den Familienbeziehungen der rheinischen Ezzonen/Hezeliniden und des Grafenhauses von Formbach/Vormbach. Festschrift für Andreas Kraus zum 80. Geburtstag. In: Schriftenreihe zur bayerischen Landesgeschichte, Band 140, Verlag C.H. Beck München 2002 Seite 49-50 - Hlawitschka, Eduard: Konradiner-Genealogie, unstatthafte Verwandtenehen und spätottonisch-frühsalische Thronbesetzungspraxis. Ein Rückblick auf 25 Jahre Forschungsdisput. Hahnsche Buchhandlung Hannover 2003 Seite 173,180,183 -