Günzel I. von Hagen                                  Graf von Schwerin (1167-1185)
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    -   1185
 

Sohn des Grafen N.N.
 

Gerd Althoff: Seite 402
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"Adels- und Königsfamilien im Spiegel ihrer Memorialüberlieferung"

                                                                G 67

Lü:     18.6.   Guncelinus com fr. n.   ? Graf von Schwerin

Durch den Zusatz frater noster ergibt sich, daß dieser Graf im 12. oder 13. Jahrhundert lebte. Zur Zuordnung bietet sich daher der gleichnamige Graf von Schwerin an, der als Vertrauter Heinrichs des Löwen häufiger erwähnt wird; vgl. Helmold II, 98 u. ö.; siehe auch die Erwähnung in den Urkunden Heinrichs des Löwen, Register Seite 226 und zuletzt Jordan, Heinrich der Löwe, Seite 126f., Seite 175f. u. ö.
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Günzel von Hagen war Ministeriale Heinrichs des Löwen und dessen treue und wichtige Stütze. Er wurde 1160 Statthalter in den eroberten mecklenburgischen Gebieten, stritt mit dem angestammten Fürstenhaus, zog 1164 mit gegen Pommern/Mecklenburg und wurde 1167 Graf von Schwerin-Boizenburg, zu Wittenburg und Neustadt. Er war mit Graf Heinrich von Badwide-Ratzeburg wichtigster Exponent der sächsischen Slawenpolitik und der deutschen Ostkolonisation. Er machte 1172/73 Heinrichs des Löwen Reise in den Orient mit, 1179 dessen Feldzug gegen den Erzbischof von Köln und die Schlacht bei Hallerfeld und griff 1168 gegen die ASKANIER in den Bremer Kapitelstreit ein. Er unterwarf sich erst nach Heinrichs des Löwen Unterwerfung 1181 Kaiser FRIEDRICH I. BARBAROSSA und wurde in Schwerin bestätigt. Er stritt viel mit den SCHAUENBERGERN in Holstein-Wagrien um Rechte und Besitzungen.
 
Karl Jordan: Seite 86,93,95,120
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"Heinrich der Löwe"
 
Befehlshaber eines großen Gebietes wurde Gunzelin, der Angehörige des edelfreien Geschlechtes von Hagen, dessen Stammsitz am Elm östlich von Helmstedt lag. Er ist der Stammvater des Schweriner Grafenhauses geworden.Außer Schwerin wurde ihm auch die Burg Ilow anvertraut.
Auch die Burgwarde von Quetzin und Malchow konnte Pribislaw kampflos in seine Hand bringen, nachdem er den Besatzungen freies Geleit zugesichert hatte. Nur die beiden von Gunzelin von Hagen und seinen Mannen verteidigten Burgen Ilow und Schwerin leisteten erfolgreichen Widerstand.
Wie in Wagrien und im Gebiet der Polaben begnügte sich Heinrich der Löwe auch hier mit einer lehnrechtlich begründeten Oberhoheit. Auch das Gebiet von Schwerin wurde jetzt Gunzelin in Form einer Grafschaft als erbliches Lehen übertragen (1167).
Die Wahl eines ASKANIERS zum Erzbischof von Bremen war eine deutliche Kampfansage an Heinrich den Löwen. Als es nach dieser Doppelwahl in Bremen zu Unruhen kam, griff der in Vertretung des Herzogs, der gerade mit den Erzbischöfen von Mainz und Köln für den Kaiser eine Gesandtschaft zu den Königen von England und Frankreich durchführte, Graf Gunzelin von Schwerin mit Waffengewalt in der Stadt ein.
 
 
 
 

  oo Oda von Lüchow, Tochter des Hermanns
              - um 1190
 
 
 
 

Kinder:

  Heinrich I. der Schwarze
         -   1228
 
  Hermann Gegenbischof von Schwerin (1191-1195)
         - um 1228
 
  Friedrich I. Bischof von Schwerin (1238-1240)
        -   1240

  Helmhold I. Graf von Schwerin-Schwerin (1185-um 1206)
          - um 1206
 
  Günzel II.
         - um 1221
 
 
 
 

Literatur:
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Jordan, Karl: Heinrich der Löwe, Deutscher Taschenbuch Verlag München, Seite 86,88,93,95,98,120,126,167,175,200,206 - Gerd Althoff: Adels- und Königsfamilien im Spiegel ihrer Memorialüberlieferung. Studien zum Totengedenken der Billunger und Ottonen. Wilhelm Fink Verlag München 1984, Seite 402 G 67 -