Waldo I.                                                    Bischof von Chur (914-949)
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    -17.5.949
 

Sohn des Grafen N.N.; Tochtersohn des Bischofs Salomo III. von Konstanz

 
Finck von Finckenstein: Seite 137
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"Bischof und Reich"

Dem Bischof Theodulf folgte 920 Waldo, der Schwester-Sohn Bischof Salomons III. von Konstanz. Der Name und die Familie des Vaters sind unbekannt. Vielleicht dem Bruder seiner Mutter, Bischof Waldo von Freising, nachbenannt, stammte er möglicherweise von der im Argengau begüterten Familie der "WALDONEN" ab, die mit den "SALOMONEN" versippt sogleich in Zusammenhänge des indigenen Adels führen. Bezüglich seiner persönlichen Verbindung ist auch eine Urkunde Salomons III. von 909 bemerkenswert, in der der Bischof dem Kloster St. Gallen sein Kloster Pfäfers schenkte, dessen Nutzung er sich auf Lebenszeit und nach seinem Tod seinem Neffen Waldo bis zu dessen eventueller Bischofspromotion vorbehielt. Diese Schenkung erfolgte im Einverständnis mit Waldo und dessen advocatus Graf Erchanger, war, wenn nicht verwandtschaftliche, so doch mindestens enge persönliche Bindungen zwischen Waldo und Erchanger voraussetzt. Vor diesem Hintergrund wäre der genaue Zeitpunkt der Promotion Waldos, der in St. Gallen erzogen, 915 auch Abt von Disentis wurde und die Abtei Pfäfers bis an sein Lebensende behielt, in Zusammenhang mit Erchangers Hinrichtung (917) und dem Regierungswechsel 918/19 von Interesse. Schlüsse auf Waldos Verhältnis zum Königtum KONRADS I. und HEINRICHS I. sind indessen unmöglich, zumal der Bischof offenbar auch mit Burchard II., dem Rivalen Erchangers um den Vorrang in Schwaben, in gutem Einvernehmen stand. 926 nahm Waldo mit anderen alemannischen Großen an der ersten großen Reichsversammlung unter HEINRICH I. in Worms teil, auf der in Anwesenheit Rudolfs II. von Burgund der schwäbische Dukat dem Franken Hermann übertragen wurde. Diese Teilnahme sowie sein durch königliche Schenkung belegbares gutes Verhältnis zu HEINRICH I., wie später auch zu OTTO I., bei welchem Hermann von Schwaben für ihn intervenierte, sind Zeugnisse seines kooperativen und loyalen Verhaltens zur Reichsspitze und damit zum Gesamtreich. 940 in einer Schenkung OTTOS I., zuletzt genannt, ist er wahrscheinlich am 17. Mai 949 gestorben.