Sohn des Raginsind und einer Tochter des Grafen Halaholf
Gerd Tellenbach: Seite 52
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"Der großfränkische Adel"
Wir kennen einen hochedlen Wolvene vom ausgehenden 8. Jahrhundert, einen
Verwandten des Halaholf und Bruder des Bertoald, also ein Mitglied des
Hauses der ALAHOLFINGER oder BERTOLDE, die man vielfach für ein altalemannisches
Herzogsgeschlecht hält. Dazu findet sich im Codice diplomatico Veronese
eine Urkunde, in der 805 ein Uulualnus als
Graf von Verona vorkommt. Zu unserem Glück erwähnt eine Urkunde
von Kaiser LOTHAR I. für San Zeno
in Verona von 833 einen verstorbenen Wulvinus als Vorgänger des damaligen
Grafen Gorad von Verona. Und da wir alle Grafen von Verona kennen, können
wir Uulualnus unbedenklich mit Wulfinus
identifizieren. So dürfte es erlaubt sein anzunehmen, dass Rheinau
seinen italienischen Besitz von dem Grafen Wulfinus
oder einem seiner Erben hat, dass dieser aber ein Ahnherr des Wolvene
von Rheinau ist. Die Identität des Grafen von Verona mit dem
gleichnamigen ALAHOLFINGER dürfte mindestens wahrscheinlich sein.
Und die Bedeutung des Wulfinus von Verona
in Italien wird in helles Licht gerückt durch einen Brief Hadrians
I. an KARL DEN GROSSEN (779/80), in
dem der König gebeten wird, Vulfuinus zu
beauftragen, mit den Leuten von Toscana, Spoleto und Benevent Terracina,
Gaeta und Neapel für das Patrimonium Petri zurückzuerobern.
Den genealogischen Zusammenhang zwischen dem älteren und dem jüngeren
Wolvene können wir nicht genau bestimmen. Dass er überhaupt bestand,
dürfen wir als gesichert annehmen, weil zu der Namensgleichheit, die
allein keine Schlüsse zuließe, das Verhältnis zu Rheinau
und die Geschichte der italienischen Gütert der Abtei kommen. Es lassen
sich wohl noch einige weitere Schritte wagen. Der Reichenauer Fälscher
des DLD 177 für Rheinau (12. Jahrhundert) erklärt, der Großvater
und Vater Wolvenes und dieser selbst hätten das Kloster erbaut. Wenn
dann in der Schenkung eines Wolvene für St. Gallen von 838 Bestimmungen
über das Rückkaufsrecht zweier Brüder Waldpert und Walthram,
der Söhne Waldperts, getroffen werden, so erinnern wir uns, dass des
älteren Wolvene Bruder Berthold einen Sohn Paldebert, Baldibreht hatte.
So ist die Beziehung des Wolvene von 838 über Paldebert und Berthold
zum älteren Wolvene hergestellt. Da die Urkunde von 838 auch des darin
vorkommenden Wolvenes Bruder Egino nennt, wird ein früher schon beachteter
Eintrag in das Verbrüderungsbuch von St. Gallen wichtig: Perthold
- Egino - Wolvoni - Wago - Chadaloh - Baldabert. Also auch hier stehen
Egino und Wolvoni mitten unter lauter Angehörigen der BERTOLDS-Familie.