Sohn des
Michael Borgolte
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"Die Grafen Alemanniens"
WOLVENE
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belegt als Graf Breisgau 885/86 VII 9 - 902 II1 21
Belege mit comes-Titel:
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W II Nr. 654, D Arn Nr. 25 (= W II Nr. 666), W II Nr. 677, D Arn Nr.
165 (= W II Nr. 716, ThUB I Nr. 155), VON WEECH, Urkundenbuch St. Trudpert
Nrn. 2,8 (= Regesta Alsatiae I Nr. 662), ? St. Galler Gedenkbuch pag. 8
(= PIPER, Libri Confrat. 20 col. 32, 25)
Literatur:
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SCHULZE, Gaugrafschaften 46 mit A. 5 - BECK, St. Trudpert 75 f. mit
A. 56 - SCHULZE, Grafschaftsverfassung 105 mit A. 1 80 - ZOTZ, Breisgau
25 A. 94,123 f. mit A. 67
Wolvene gehört zu den weniger
bekannten Grafen des Breisgaus. Die urkundlichen Belege hat bisher lediglich
SCHULTZE erschöpfend zusammengestellt, doch ließ er den Nachweis
aus dem St. Galler Gedenkbuch unberücksichtigt. Die Lage von Wolvenes
Comitat wird deutlich in 2 Diplomen König und Kaiser
ARNULFS von 888 (Nr. 25) bzw. 898 (Nr. 165) markiert, da in
ihnen der Breisgau der Grafschaft parallel gesetzt wird. In 2 St. Galler
cartae, die sich ausdrücklich auf Tradita im Breisgau beziehen, erscheint
Wolvene in der Grafenformel (W II Nrn. 654,677). Komplizierter ist der
Befund einer St. Trudperter Urkunde vom 21. Februar 902, in deren Datumzeile
der Vermerk sub comite Wolfilino eingefügt
wurde (VON WEECH; zur Quelle zuletzt BORGOLTE, Die Geschichte der Grafengewalt
im Elsaß 45 f.). Zwar ist die Urkunde, die erst als Insert eines
angeblichen Originalvidimus von 1186 überliefert wurde, schon längst
als Fälschung erkannt, doch gelten wesentliche dispositive Bestimmungen
und das Datum als echt (BECK). Nach der Urkunde hatte sich Graf Liutfrid,
der Bruder Hugos, entschlossen das Kloster wiederherzustellen und auszubauen;
dazu bestätigte er die Schenkungen seiner Vorfahren Otpert und Rarnpert
und anderer Getreuer, die sich offenbar vor allem auf die nähere Umgebung
St. Trudperts, also das Münstertal, erstreckten. Außerdem schenkte
er Abt Waldrich und dem Konvent mit Zustimmung seiner Söhne Hunfrid,
Liutfrid und Hugo Güter im Elsaß und in der Ortenau. Es fragt
sich, auf welche Gebiete sich der Vermerk Wolvenes
in der Grafenformel beziehen sollte. Gewiß darf man das
für die Gegend St. Trudperts selbst, die im Breisgau gelegene Grundausstattung,
annehmen (vgl. BASTIAN, Güterbesitz des Klosters St. Trudpert, bes.
180ff.). Unsicher aber erscheint es, ob Wolvene
auch in der Ortenau Graf gewesen ist. Hier hatte 888 EBERHARD (I) amtiert,
der sicher mit dem gleichnamigen Grafen im Unterelsaß identisch war.
Liutfrid selbst war Herr des Klosters Moutier-Grandval am Schweizer Jura
(vgl. Art. LIUTFRID); vielleicht hat auch er in der Ortenau die Grafschaftsrechte
ausgeübt. Unter den späteren Zusätzen des ältesten
Eintrags im Gedenkbuch des Klosters St. Gallen findet man auf der Grafenseite
den Vermerk Uuoluini com(es); er ist
unmittelbar im Anschluß an den letzten Namen der ersten Kolumne eingetragen
(pag. 8; s. SCHMID, Zur historischen Bestimmung 507f.; AUTENRIETH, Das
St. Galler Verbrüderungsbuch 220 A. 24) und dürfte schon aus
diesem Grunde noch dem 9. oder 10. Jahrhundert angehören. Schon PIPER
(Libri Confrat. 21 A. zu col. 32,25) hat hier den Eintrag des Breisgaugrafen
Wolvene vermutet; vorderhand gibt es keine weiteren Kriterien,
um diese Annahme zu stützen (vgl. aber Art. LANTFRID).
Wolvene gehörte dem Namen
nach in die Verwandtschaft der Rheinauer
Stifterfamilie (vgl. SCHMID), Königtum, Adel und Klöster,
bes. 252-281); diese könnte nach Hinweisen von ZOTZ auf entsprechende
Personen- und Ortsnamenbelege schon seit Beginn des 9. Jahrhunderts im
Breisgau angemessen gewesen sein. Ob Wolvene
mit dem Sohn des Pfalzgrafen GOZBERT (II, III) identisch war, der nach
898 von St. Gallen Rechte über die dortige Magnusbasilika erlangte
(CLAVADETSCHER, Wolfinus Cozperti palatini comitis filius), läßt
sich nicht entscheiden.