Ältester Sohn des Herzogs
Bogislaw V. von Hinter-Pommern aus seiner 2. Ehe mit der Adelheid
von Braunschweig-Grubenhagen, Tochter von Herzog Ernst I.
Lexikon des Mittelalters: Band II Spalte 324
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Bogislaw VIII., Herzog von Pommern-Wolgast (Stolp)
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* um 1364, + 11. Februar 1418
Sohn von Herzog Bogislaw V. (+ 1373/74)
Im hinterpommerschen Teil des Herzogtums Wolgast, das um 1317 um die Länder Schlawe und Stolp erweitert worden war, übernahm nach dem Tode Bogislaws V. zunächst dessen ältester Sohn Kasimir IV. (* 1351, + 1377) die Regierung. Ihm folgte sein Stiefbruder Herzog Wartislaw VII. (* 1362/65, + 1394/95), zunächst auch für seine Brüder Barnim V. (* 1360, + 1402/05) und Bogislaw: Dieser wurde 1386 zum Bischof von Kammin gewählt. Papst Urban VI. ernannte statt dessen Johannes Brunonis, den Kanzler König WENZELS, und dieser belehnte ihn mit dem Kamminer Stift. Gemäß einer mit Herzog Bogislaw V. 1356 getroffenen Regelung übertrug das Domkapitel 1387 Bogislaw VIII. auch die weltliche Verwaltung des Stiftsterritoriums als erblichen Stiftsvogt. Er gab diese bald auf, behielt jedoch verschiedene Besitzungen weiterhin in der Hand. Hieraus entwickelte sich der sogenannte Kamminer Bischofsstreit, der sich, mit dem päpstlichen Schisma und Konflikten der großen Politik verwoben bis 1436 hinzog. Der Rechtsstreit Bogislaws VIII. mit den Bischöfen führte zur Exkommunikation des Herzogs, dieser appellierte an das Konstanzer Konzil, das jedoch 1418 gegen ihn entschied. König SIEGMUND hatte 1417 in Konstanz die Pommernherzöge, aber auch Bischof Magnus von Kammin als Reichsfürsten belehnt. Damit war der Versuch Bogislaws VIII., das Stift Kammin, dessen Territorium das der hinterpommerschen Herzöge trennte, der herzoglichen Gewalt unterzuordnen, gescheitert. In den Auseinandersetzungen zwischen Polen und dem Deutschen Orden neigte Bogislaw VIII. ebenso wie seine Brüder (Wartislaw VII. verband sich König Wladislaw Jagiello 1390 in lehnsrechtlicher Form durch einen Treueid) mehr Polen zu. 1409 verpflichtete er sich allerdings dem Orden gegen Polen, nahm jedoch an der Schlacht bei Tannenberg 1410 nicht teil, huldigte aber dem König von Polen vor der Marienburg und erhielt Bütow und andere Besitzungen, die er im 1. Thorner Frieden 1411 aber wieder herausgeben mußte.
Literatur:
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NDB II, 417 - E. Bütow, Staat und Kirche in Pommern im ausgehenden
MA ..., BSt NF 14, 1910, 93ff. - M. Wehrmann, Gesch. von Pommern I²,
1919, 174ff. - A. Hofmeister, Genealog. Unters. zur Gesch. des pommerschen
Herzogshauses 1937, 143ff. (auch: PJ 32, 1938) - J. Petersohn, Vatikan.
Beitr. zur Chronologie der Kamminer Bischofsreihe in der späten Schismazeit
(1410-1418), BSt NF 48, 1961, 17-32 - J. Naendrup-Reimann, Territorien
und Kirche im 14. Jh., VuF 13, 1970, 131-135 [Cammin] - Historia Pomorza,
red. G. Labuda, I,2, 1972, 276ff., 304-306 [B. Zientara] - J. Mielcarz,
Staniowisko Boguslawa VIII wobec konfliktu polsko-krzyzackiego w latach
1403-1411, Rocznik Koszalinska 10, 1974, 5-19 - R. Schmidt, Das Stift Cammin,
sein Verhältnis zum Hzm. Pommern ..., BSt NF 61, 1975, 17-31, bes.
20f. - Ders. Kasimir IV., Hzg. v. Pommern-Stolp, NDB XI, 1977, 316f. -
J. Petersohn, Pommerns staatsrechtl. Verhältnisse zu den Nachbarmächten
im MA (Schriftenreihe des G. Eckert-Inst. für internat. Schulbuchforsch.
22/III: Die Rolle Schlesiens und Pommerns in der Gesch. der dt.-poln. Beziehungen
im MA), 1980, 98-115.
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Bogislaw VIII. war zuerst Domherr,
1386-1392 Bischof-Elekt von Kammin und wurde 1377 Herzog von Pommern-Stargard.
Er wechselte mit dem Bruder zwischen Deutschen Orden und Polen hin und
her, stand 1410 gegen den Orden und machte die Schlacht bei Tannenberg
mit und erhielt dafür von Polen Lauenburg, Bütow, Schlochau und
Baldenburg verpfändet. Er mußte es später zurückgeben,
war wegen seiner Beteiligung an der Kamminer Stiftsfehde 1395 zeitweise
gebannt und wurde dort hineingezogen, da er seit 1387 Schutzvogt des Bistums
war. Er erbte 1403 Schlawe, nahm zeitweise am Krieg von Dänemark gegen
Schleswig-Holstein gegen die Interessen der Familie seiner Frau teil und
schloß 1415 ein Bündnis mit Brandenburg.
oo Sophie von Schleswig-Holstein, Tochter des Herzogs Heinrich
II.
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Kinder:
Ingeborg
- 1451/52
oo Heinrich Herzog von Mecklenburg-Stargard
- 1466
Bogislaw IX. Herzog von Pommern-Stargard-Schlawe
1407/10-7.12.1446
Adelheid
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1428
oo Bernhard II. Herzog von Sachsen-Lauenburg
-16.7.1463