Nikolaus III.                                   Papst (25.11.1277-1280)
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    -22.8.1280
     Viterbo

Begraben: Rom, St. Peter
 

Sohn des Matteo Rosso I. Orsini

eigentlich Giovanni Caetano-Orsini
 

Lexikon des Mittelalters: Band VI Spalte 1170
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Nikolaus III. (Gionanni Gaetano), Papst seit 25. November 1277
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     + 22. August 1280 in Soriano

Begraben: Rom, St. Peter

Wahl in Viterbo, Krönung: 26. Dezember 1277 in Rom St. Peter

Stammte aus dem stadtrömischen Geschlecht der ORSINI. Schon als Kardinal (seit 1244) besonders bei Konklaven einflußreich, war er seit Pontifikatsbeginn um Distanz zu Karl I. von Anjou (Ende von dessen Reichsvikariat und römischen Senatorenamt) und Klärung des Verhältnisses zum Reich (Verzicht RUDOLFS VON HABSBURG auf die Romagna) bemüht. Päpstliche Vermittlung zwischen den beiden Herrschern führte zur reichsrechtlichen Belehnung des ANJOU mit der Provence sowie zur Heirat(sverabredung) von RUDOLFS Tochter Clementia mit Karls Enkel Karl Martell. Weniger Erfolg hatten Nikolaus' Ausgleichbemühungen zwischen Frankreich und Kastilien und sein Versuch, die 1274 geknüpfteVerbindung zu Byzanz zu festigen. Sein angebliches "Vierstaatenprojekt" (überliefert bei Tolomeo di Lucca, Hist. eccl., ed. L. A. Muratori [Rerum Italicarum Scriptores XI, 1727], 1179-1184, hier 1183) ist schwerlich historisch, jedenfalls wirkungslos geblieben. Förderer des Franziskanerordens und Vermittler in dessen Armutsstreit, Bauherr und Mäzen römischer Kirchen, wurde Nikolaus III. wegen seines Nepotismus von Dante (Div. Comm. I, XIX, 46-81) ins Inferno verdammt.



Kühner Hans: Seite 201
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"Lexikon der Päpste."

Als Feind Karls I. von Neapel-Sizilien suchte er dessen Einfluß in Italien zu schmälern. Von RUDOLF I. VON HABSBURG,  der mit dem Sieg über Ottokar II. von Böhmen und Österreich in der Schlacht bei Dürnkrut auf dem Marchfelde Österreich für HABSBURG gewonnen hatte, erwirkte der Papst die Garantie der Freiheit und Unabhängigkeit des Kirchenstaates und den endgültigen Verzicht auf alle Rechte in der Romagna. Er festigte die Union mit Byzanz weiter, verstand es, Karls I. Eroberungsplänen einen Riegel vorzuschieben, ihn durch Verträge an RUDOLF I. von Habsburg anzunähern und ihn zum endgültigen Verzicht auf die Kaiserwürde zu bewegen. RUDOLF I. belehnte Karl I. offiziell mit dem Reichsgebiet Provence und sicherte zu, Sizilien nicht anzugreifen.
Macht und Bereicherung des Hauses ORSINI, der eigene Ruhm verbunden mit schrankenloser Gier nach Besitz, sowie die Versorgung seiner vielen Nepoten in einem gefestigten Kirchenstaat, hatten im Leben des Papstes eine viel wesentlichere Bedeutung als Kirche und Religion.