Sohn des
Dr. Heinz Bühler, Zur Geschichte der frühen Staufer, sieht
in Eberhard Konrad
von Wallerstein, Vogt von Ellwangen (ca 1112-1147), der mit
einer Tochter des STAUFERS Ludwigs
von Westheim vermählt war.
Dr. Heinz Bühler: Seite 24-27
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"Die Geschichte der frühen Staufer"
Den Namen Konrad trug in der fraglichen Zeit ein Edelfreier, der sich
nach Wallerstein nannte (ca. 1112-1147). Die ältere Forschung rechnet
ihn zu den Vorfahren der OETTINGER.
Diese Annahme ist bestechend, und zwar nicht nur wegen des Namens Konrad.
Konrad von Wallerstein stand in hohem
Ansehen; dies beweisen seine Zeugenschaften. Er hatte offenbar enge Beziehungen
zu den Herren von Truhendingen, die mit den STAUFERN
verwandt waren, und zu denen von Ursin-Ronsberg. Er war Vogt
der Abtei Ellwangen, vielleicht in Nachfolge der STAUFER.
Abt Helmerich hatte ihm um 1136 das Truchsessen-Lehen in Rattstadt (Kr.
Aalen) zugeschanzt. Helmerichs Nachfolger, Abt Adalbert von Ronsberg (1136-1173),
dürfte ein Verwandter Konrads gewesen sein und vielleicht mit seiner
Unterstützung die Abtwürde erlangt haben. Der Übergang Wallersteins
auf die OETTINGER ließe
sich auf einfache Weise erklären, wenn Konrad deren Stammvater wäre.
Konrad von Wallerstein stammte
selbstwohl nicht aus dem Ries. Er steht einerseits in Beziehungen zu Edelgeschlechtern
Bayrisch-Mittelschwabens, leistet Zeugenschaft bei Schenkungen an Kloster
Rottenbuch (bei Schongau) und verkauft selbst ein "predium" in Unterknöringen
an Kloster Ursberg (Kr. Krumbach). Andererseits, und zwar vielleicht von
Mutterseite, scheint er mit der Vogtfamilie des Hochstifts Eichstätt,
den Herren von Grögling, verwandt gewesen zu sein; dadurch würde
sich der Name seines Sohnes
Gotebolt und vielleicht auch oettingischer
Besitz in Biberbach (bei Beilngries) erklären. So kam Konrad
wahrscheinlich erst durch seine Heirat (um 1100) ins Ries.
Wir kennen das "castrum" Wallerstein als alte STAUFER-Burg;
läßt es sich doch mindestens bis auf den Riesgaugrafen Friedrich
"von Büren" 1053 zurückverfolgen. Unter dessen Söhnen wurde
die Burg geteilt. Während die eine Hälfte unter den Nachkommen
Herzog Friedrichs I. vererbte und 1188 in den Händen Konrads von Rothenburg
(1188-1196) war, mußte die andere Hälfte an den Pfalzgrafen
Ludwig (ca. 1095-1103) und über dessen (erschlossene) Tochter in die
Verfügungsgewalt ihres Gemahls gelangt sein, der offensichtlich identisch
ist mit Konrad von Wallerstein. Dieser
hätte somit auf dem Heiratsgut seiner Frau Wohnung genommen und sich
danach benannt. Er wäre der Stammvater der Grafen
von Oettingen.
Konrad von Wallerstein ist noch
beurkundet zu einer Zeit, als bereits
Ludwig I. von Oettingen (1141- ca. 1150) auftritt. Dieser nannte
sich nach einer Burg, die er vermutlich auf seinem mütterlichen Erbgut
erbaut hatte. In OETTINGEN war seit dem frühen 9. Jahrhundert das
Kloster Fulda begütert. Dessen Besitz im Ries war größtenteils
als Lehen an die STAUFER gelangt und
so dem Kloster allmählich entfremdet worden. So mag es auch mit Oettingen
gegangen sein, das über den Pfalzgrafen Ludwig an seine Tochter gelangt
wäre.
Es ist bemerkenswert, dass
Ludwig I. von Oettingen Grafentitel erstmals im Juni 1147 führt,
nachdem Konrad von Wallerstein im März
desselben Jahres letzmals bezeugt ist. Auch das wird kein Zufall sein;
vielmehr ersehen wir daraus, dass Ludwig
I. erst in den Grafenrang erhoben wurde, nachdem Konrad
von Wallerstein tot war. So spricht tatsächlich nichts
gegen die Annahme, Konrad von Wallerstein
sei der Vater Ludwigs
I. von Oettingen. Dass sie nie gemeinsam bezeugt sind, ist kein
Gegenargument, denn es läßt sich feststellen, dass wechselweise
in bestimmten Zeitabständen bald der eine, bald der andere am Königshofe
weilte.
oo N.N.
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Dr. Heinz Bühler sieht in ihr, der Stammutter der Grafen
Oettingen, eine Tochter des Grafen Ludwig von Westheim und der
Merengard aus dem Hause der Grafen von Komburg-Rothenburg.
Kinder:
Ludwig I.
- vor 1151
Tochter
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Sie ist die Schwester von Ludwig von Öttingen und Mutter von Gisela von Seefeld.
Sohn
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Hartwig Abt 1140
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Konrad I.
- vor 1155
Nach H. Bühler:
Gotebolt von Wallersheim, Vogt von Ellwangen
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