Begraben:
Nach J.P.J. Gewin Sohn des Grafen Adalbert von Moosburg und der
Drusunda, Erbtochter vom Chiemgaugrafen Aribo; Errzbischof Tagino
von Magdeburg (1004-1012) war sein Cousin
Lexikon des Mittelalters: Band III Spalte 1609
*******************
Egilbert, Bischof von Freising 1005-1039
----------
Herkunft unsicher; nach jüngerer Freisinger Überlieferung
aus dem Geschlecht der Grafen von
Moosburg. Gekennzeichnet ist Egilberts
Familie jedenfalls durch Nähe zum Herzog und späteren
König HEINRICH II. Egilberts
Bruder war Truchseß HEINRICHS II.
und noch im Jahr von dessen Krönung wurde
Egilbert Vizekanzler für Deutschland und Italien. Egilbert
ist in fast 100 Diplomata des Königs als dessen ständiger Begleiter
bezeugt.
Als am 6. Mai 1005 Bischof Gottschalk von Freising starb, präsentierte
HEINRICH II. sofort seinen Kanzler
als dessen Nachfolger, nicht ohne Widerstand in Freising. Ordination: 26.
August 1005. Auch als Bischof behielt Egilbert
den engen Kontakt zur Reichspolitik. Er scheint großen
Einfluss auf HEINRICH II. und dessen
Nachfolger KONRAD II. ausgeübt
zu haben, wird auch als "Erzieher" König
HEINRICHS III. bezeichnet. Egilbert erlangte für das Bistum
Freising eine Reihe kaiserlicher Gunstbeweise (besonders Besitz in Nieder-Österreich,
Steiermark und Kärnten).
Egilbert nahm sich in gleicher
Weise seiner Diözese an. Er gab dem Stift Weihenstephan seine Selbständigkeit
und wandelte es in ein Benediktinerkloster um. 1027 konnte er die Abtei
Moosburg wieder gewinnen. Auch an der Erneuerung des Klosters Benediktbeuern
ist Egilbert mitbeteiligt. Egilbert
förderte ebenso die Freisinger Dombibliothek. Dieser ausgeprägte
Vertreter der ottonisch-salischen Reichskirche
wird in Freising als Seliger verehrt.
Quellen:
--------
MGH DD H II, K II, H III - Th. Bitterauf, Die Translationen des Hochstifts
Freising II, 1909, nrr. 1359-1441 - Conradus Sacrista, Ex libro traditionum
Frisingensium, MGH SS 24, 321f. - J. Schlecht, Die dt. Freisinger Bf.s-Chronik
I (14. Sammelbd. des Hist. Vereins Freising, 1925), 28ff. -
Literatur:
----------
H. Bresslau, JGD K. II., Bd. 2, 137f. - S. Hirsch, JDG H. II., Bd.
2, 249ff. - E. Steindorff, JDG H. III., Bd. 1, 32ff. - H. Strzewitzek,
Die Sippenbeziehungen der Freisinger Bf.e im MA, 1938, 165f. - B. Uhl,
Die Traditionen des Kl. Weihenstephan, 1972, Einl.
------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Bosl’s Bayerische Biographie: Seite 166
***********************
Egilbert, Bischof von Freising, 11. Jh.
---------
Vater: Adalbert (nachweisbar ca. 967-995)
Mutter: Drusunda
Abstammung anscheinend aus dem Verwandtenumkreis der Grafen von Ebersberg. Vor 1002 Vizekanzler des Reiches, von Kaiser HEINRICH II. in seinem ersten Regierungsjahr zum Kanzler für Deutschland und Italien ernannt. Seine Verdienste lagen in der materiellen und geistigen Reform des Bistums: Reform und Verselbständigung des bisherigen Domklosters Weihenstephan (unter Anschluß an die Regensburger Reformbewegung), Umwandlung des Stiftes St. Kastulus in Moosburg in ein Kollegialstift, Reformierung von Kloster Benediktbeuern (von Tegernsee aus unter Abt Ellinger), Erneuerung der Freisinger Bibliotheksbestände. Ab 1029 Erzieher des jungen Königs HEINRICHS III. und darüber hinaus dessen Ratgeber.
Literatur:
----------
NDB 4; H. Strzewitzek, Die Sippenbeziehungen der Freisinger Bischöfe
im Mittelalter, in: Beiträge zur altbayrischen Kirchengeschichte,
Jg. 1938.
------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
HERKUNFT UND GESCHICHTE FÜHRENDER BAYERISCH-ÖSTERREICHISCHER
GESCHLECHTER IM HOCHMITTELALTER
------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Dr. J.P.J. Gewin: Seite 13
**************
34. Egilbert
1002-1039. Kanzler des Königs HEINRICH
II. 1002-1006. Bischof von Freising 1006-1039 (+), Erzieher
des jungen Königs HEINRICH III.
1002. Cancellarius König HEINRICHS II.
1006 presul Frisingensis.: Oorkondenboek van het Sticht Utrecht S.
150, 153.
1006-1039. Bischof von Freising.: F. nr. 1359-1440, 1607, 1608.
1029. Erzieher des jungen Königs HEINRICH
III.: Riezler I. b. 41f., 111.
C. 1010-c. 1039. Bischof Egilbert
übertrug der Freisinger Kirche Besitz zu Haselbach, Schweinersdorf,
Alsdorf, Piedendorf, Thulbach, Aiglsdorf, Viecht, Mailendorf, Freundsbach,
Berghausen, alle in der nächsten Umgebung von Moosburg. Weiter in
Schiltern, Burgharting (bei Erding), Oberdorf und Rinding, beide B. A.
Ebersberg: F. nr. 1365, 1366, 1372, 1378, 1390, 1430, 1431.
C. 1023-c. 1034. Bischof Egilbert
übergab der Freisinger Kirche 8 slavische Huben an der Drau, zu Stall
(B. h. Spittal), Lessach und Göriach (im Lurntal), Weinzehent zu Bozen,
Eigenbesitz zu Lind (B. H. Munau), eine Hofstätte mit 24 Morgen zu
"Mouwntal".: F. nr. 1393, 1412, 1426, 1433a.
1022/41. Bischof Egilbert tradierte
Kloster Weihenstephan ein Gut zu Haselbach (bei Moosburg): M. B.
IX. 356.
(+) 4. November 1039 Engilbertus moritur:
E. 157 Note 43.
Quellen und Literatur:
----------------------
Seite 297
Personalien:
------------
Seite 110-112
Grundbesitz:
------------
Karte von Oberbayern bei S. 81, von Kärnten bei Seite 138.
Note:
-----
In unserer größeren Arbeit über das RUPRECHT-Geschlecht
führten wir die Gründe für Egilberts
Angehörigkeit zu diesem Geschlecht an. Sie beruht auf verschiedenen
Tatsachen und Umständen, von denen wir einige hervorheben. Egilbert
hatte reiche Besitzungen in der Umgebung von Moosburg und in
Kärnten. In einem Gebiet südlich Moosburg liegen Orte, wo etliche
Mitglieder des Geschlechts begütert waren. Wir nennen: Strogn, Bayerbach,
Mairklöpfen, Riedersheim, Rottmann, Stockach, Aurlfing, wo resp. Nortbert
A. 3., Ruodperht VI. A. 9., Ruodperht VII. A. 11., Adalbert I. A. 27.,
Aribo I. A. 29., Ruodperht II. A. 36. Besitz hatten. Auch in der Nähe
von Eberberg, wo schon im 8. Jh. Familienbesitz verzeichnet ist, hatte
Egilbert Besitz, nämlich Kirchen
in Oberndorf und Rinding. Wie bei Egilbert finden
wir bei manchem Nachkommen aus der Linie Adalberts I. A.27. Grundbesitz
in Kärnten. Diese Besitzungen rühren offenbar von seiner Mutter
Drusunda C. 9., Adalberts I. Gemahlin her.
Kennzeichnend für die Blutsverwandtschaft sind weiter die engen
Verbindungen mit den Herzögen und Königen aus dem sächsischen
Hause und den Königen aus dem salischen
Geschlecht. Sie sind im zitierten Werk ausführlich behandelt, weshalb
wir uns hier auf eine kurze Zusammenfassung beschränken.
Schon in der Zeit der Empörung Herzog Heinrichs II. von Bayern
gegen seinen königlichen Vetter OTTO II.
zeigen sich Verbindungen mit dem Herzog und seiner Mutter, der
tatkräftigen Herzogin Judith. Als sie 972/74 beide dem Regensburger
Kloster St. Emmeran eine Schenkung machten, fungierten Ruodperht A. 11.,
der spätere Graf in Regensburg, und sein Bruder Tagino I. A. 25. als
Zeugen. Um diese Zeit wurde dem jungen Herzog ein Sohn, der spätere
König HEINRICH II., geboren. In dessen Jünglingsjahren
zeigen sich die engen Verbindungen mit dem Herzogshause noch deutlicher.
Der junge Sohn Heinrichs des Zänkers wurde zusammen mit Tagino
II. A. 26 im Kloster St. Emmeram erzogen. Zwischen den beiden Zöglingen
Bischof Wolfgangs von Regensburg entstand eine innige Freundschaft. Dass
Tagino wohl der vertrauteste und einflussreichste Freund war, zeigt sich
aus vielen Gunstbeweisen. Im Jahre 1002 treffen wir Tagino als Propst der
von HEINRICH und Kunigunde
restaurierten Alten Kapelle in Regensburg, während er seit 1003 von
Regensburg aus ein halbes Jahr lang das Kloster Benediktbeuern verwaltete.
Im Jahre 1004 folgte seine Ernennung zum Erzbischof von Magdeburg.
Auch in der Hauptlinie Adalbert spürt man enge Beziehungen zur
herzoglichen Familie, die sich (1022) bei der Krönung Herzog HEINRICHS
IV. offenbarten. An seinem Hof treffen wir als hohe Dignitare
die beiden Brüder Heinrich I. A. 33., der das Truchsessamt bekleidete
und Egilbert A. 34. der als Kanzler
fungierte. Heinrich wurde zu Paderborn am 9. August 1002 gewaltsam durch
einen Lanzenstich getötet. Egilbert wurde
in Freising 1006 mit Ring und Stab bekleidet und hat 33 Jahre lang als
Bischof von Freising regiert.
In einer Note unter Aribo I. a. 29. bemerkten wir schon, dass er und
Graf Altmann G. 25. dem Bischof nahe standen. Aribo wurde Egilberts
Vogt, Graf Altmann vicedominus von Freising.
Als König HEINRICH II. 1024
starb, gehörten bei der Königswahl zu den treuesten Anhängern
KONRADS, des Sohnes Heinrichs, Grafen
von Worms und Adelheids A. 35.: Bischof Egilbert
von Freising, der Erzbischof von Mainz Aribo C. 15. und der
Erzbischof Piligrim von Köln, c. 17., beide Neffen von Drasunda C.
9., Adelheids Mutter. Hier werden wohl auch Bande des Blutes eine Rolle
gespielt haben.
Daß die Brüder Ruodperht I. A. 28. und Nortbert I. A. 30.
und Adelheid A. 235. Geschwister waren, können wir wohl als sicher
annehmen. Nach dem Tode ihres Gemahls, des Edlen Ernst G. 19., fungierten
beide Brüder als Vogt der Witwe Adelheid. Für Frauen im Witwenstand
traten doch meistens nahe Verwandte als Vogt auf. Außerdem liegen,
wie wir in dem zitierten Werk beschrieben, auch andere Gründe vor,
aus denen sich ergibt, dass auch Adelheid wie die genannten Brüder
aus der Ehe zwischen Adalbert I. und Drusunda entsprossen ist.
Dass Bischof Egilbert dem König
KONRAD II., Adelheids Sohn, nahe stand, zeigt sich nicht nur
ais seiner Haltung bei der Königswahl, sondern auch aus Egilberts
Ernennung zum Erzieher von KONRADS
Sohn, dem jungen König HEINRICH
III. Nach vollendeter Erziehung belohnte KONRAD
unter lobender Anerkennung seiner sorgfältigen Leistungen durch Vergabungen
an sein Bistum. Während des ganzen 11. Jh. auch in dem Investiturstreit
ist die ganze Progenitur Adalberts I. den Königen aus
salischem Geschlecht treu geblieben.
Die vorgenannten Tatsachen und Umstände in gegenseitigem Zusammenhang
lassen wohl keinen Zweifel, dass auch Egilbert
ein Sohn Adalberts war.
------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Engilbert war Mitglied des Hofklerus
und wurde bald nach der Königskrönung HEINRICHS
II. dessen Kanzler für Deutschland und Italien. In fast
100 Diplomen HEINRICHS II. zeigte er
sich als ständiger Begleiter des Königs. Als ihn HEINRICH
II. 1005 zum Bischof von Freising ernannte, geschah dies nicht
ohne Widerstand des Freisinger Domklerus.
Werner Trillmich: Seite 100,186,265,308
*****************
"Kaiser Konrad II. und seine Zeit"
Egilbert war ein Verwandter Taginos
von Magdeburg, seine Mutter die Erbtochter des Chiemgaugrafen Aribo.
Bischof Egilbert (1005-1039), der
im ganzen Sprengel, am oberen Inn und in Kärnten begütert war,
entstammte dem mit EBERSBERGERN und ARIBONEN versippten Hause der Grafen
von Moosburg. Als Kanzler für Deutschland und Italien (1002-1005)
gehörte er zu den engsten Ratgebern HEINRICHS
II. Sein Bruder Heinrich, den 1002 ein Sachse erschlug, diente
als Truchsess bei Hofe. Die Erhebung Egilberts
erfolgte gegen den Wunsch des Domkapitels, doch verschaffte er sich schnell
volle Anerkennung. 1020/21 wurde Kloster Weihenstephan aus der Bindung
an den Dom gelöst und mit Benediktinern aus Moosburg und Seeon besetzt.
Als langjähriger Vertrauter HEINRICHS II.
und maßgeblicher Führer des bayerischen Episkopats
genoss Egilbert auch als Politiker
Ansehen.
Im Februar 1026 war der kinderlose Herzog Heinrich von Bayern verstorben
und KONRAD II. beauftragte vor seinem
Italienzug Bischof Egilbert, den erfahrenen,
zuverlässigen Kanzler des verstorbenen Kaisers, mit der politischen
Leitung des Herzogtums Bayern. Die schwäbische Rebellion machte es
notwendig, dass er samt dem übrigen bayerischen Episkopat während
des Romzuges daheim blieb.
Nach dem Tode des Bischofs Bruno von Augsburg ging sein Amt als Vormund
des Thronfolgers auf Egilbert über,
den Regenten Bayerns, einen in politischen Geschäften seit Jahrzehnten
bewanderten, selbstbewussten Mann aus höchstem Adel.
Bei der Verhandlung in Bamberg, die im Mai 1035 zur Absetzung des Herzogs
Adalbero von Kärnten führte, spielte Bischof
Egilbert eine mehr als undurchsichtige Rolle. Trotzdem fiel
er überraschenderweise nicht in Ungnade.
Mechthild Black-Veldtrup: Seite 301
*********************
"Kaiserin Agnes"
Egilbert, Gründer des Klosters
Weihenstephan, war seit 1029 der Erzieher HEINRICHS
III. gewesen; in seiner Bischofsstadt hatte der Thronfolger
und damalige Herzog von Bayern einige Jahre gelebt und war von ihm, nicht
immer mit KONRADS II. Zustimmung, in
seiner Ungarnpolitik bestimmt worden.
Literatur:
----------
Die Salier und das Reich, hg. Stefan Weinfurter, Jan Thorbecke Verlag
1991, Band I Seite 31,44,71,514,527/Band II 518-521/Band III Seite 16,309,497
– Karl Lechner: Die Babenberger. Markgrafen und Herzoge von Österreich
976-1246, Böhlau Verlag Wien-Köln-Weimar 1992, Seite 70,322 A
47 - Weinfurter, Stefan: Heinrich II. (1002-1024) Herrscher am Ende der
Zeiten, Verlag Friedrich Puset Regensburg 1999, Seite 104,108, 112-114,120,122,235
-