Einziger Sohn des Markgrafen Manfred I. del Vasto;
Bruder der Königin
Adelheid von Jerusalem
Houben, Hubert: Seite 23,25,26,28,53
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"Roger II. von Sizilien. Herrscher zwischen Orient und
Okzident."
Nur an enge Verwandte gab Roger
I. Lehen aus: Syrakus an seinen unehelichen Sohn Jordan
und nach dessen Tod an seinen Neffen Tankred, den Sohn Wilhelms; Ragusa
an seinen Sohn Gottfried; Troina an einen weiteren Sohn namens Malgerius;
Peterno, Butera und andere Orte an seinen Schwager Heinrich
del Vasto.
Adelheids Bruder
Heinrich
bekam eine Tochter des Grafen zur Frau. Durch dieses komplexe Heiratsbündnis
verband Roger I. seine Familie eng mit den ALERAMIDEN,
einer mächtigen Adelsfamilie aus N-Italien, die in Ligurien und Piemont
beheimatet waren.
Sicher ist, dass die Gräfin einige Rebellionen von
Vasallen mit harter Hand unterdrückte. Spätere griechische Quellen
sprechen in diesem Zusammenhang von einem "Aufstand der Barone im ganzen
Lande Kalabrien und Sizilien", von der Zerschlagung der Rebellen "wie Töpfergeschirr".
Die junge Regentin stützte sich vor allem auf ihren Bruder Heinrich
sowie auf die Mitarbeiter Rogers I.
Es gelang Adelheid,
ihrem Sohn die Grafschaft von Kalabrien und Sizilien in geordneten Verhältnissen
zu hinterlassen. Ihr Bruder
Heinrich
hatte mit zahlreichen Einwanderern aus N-Italien, die in den süditalienischen
Quellen vereinfachend Lombarden genannt werden, im Gebiet von Paterno und
Butera niedergelassen, das ihm Roger I. als Lehen zuwies.
Eine neue Monarchie konnte nicht einfach erfunden werden.
Man zog die Fiktion heran, Sizilien sei in alten Zeiten ein Königreich
gewesen. Nach Alexander von Telese wurde diese Idee vor allem von Rogers
Onkel, Heinrich del Vasto, suggeriert.
Dieser meinte, nachdem sein Neffe Sizilien, Kalabrien, Apulien und den
Rest S-Italiens "fast bis Rom" unterworfen habe, könne er sich nicht
mehr mit der Würde eines Herzogs begnügen; er müsse König
werden.
Bresslau, Harry: Band 1 Seite 399-404
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"Jahrbücher des Deutschen Reiches unter Konrad II."
Das Haus der Aledramiden
§ 5. Die Linie der Markgrafen von Vasto
Sichere Nachrichten haben wir erst wieder über seine
Nachkommen. Von seinen fünf Söhnen, denen ein großer Teil
der Güter des Turiner Hauses durch ihre Mutter zufiel, ist Heinrich
oder Alrich, wie es wahrscheinlicher nach seinem Großoheim,
dem Bischof von Asti, hieß, sonst unbekannt; Otto, der 1065
clericus
heißt, kommt für uns nicht weiter in Betracht. Über das
Schicksal der übrigen belehrt uns zunächst eine Bulle Gregors
VII. vom 3. November 1079. Der Papst hat vernommen "quod Bonifatius
marchio, germanus Manfredi et Anselmi nuper interemptorum,
ejusdem Anselmi desponsatam conatur sibi in conjugium cpolare":
er befiehlt den Bischöfen von Asti und Turin und dem Erwählten
von Acqui ihn mit Ermahnungen, nötigenfalls mit kirchlichen Zensuren
von diesem Frevel abzuhalten. Bonifaz war nach diesem, wie wir aus
dem Ausdruck der Bulle schließen dürfen, unnatürlichen
Todes seiner Brüder das Haupt der Linie; sein Bruder Manfred
hatte einen Sohn Heinrich II. [Ich
zähle die Markgrafen der Linie von Vasto besonders.] hinterlassen,
mit den der Oheim 1097 für die Kanoniker zu Ferranica im Tal der Bormida
urkundete.
oo Flandina von Sizilien, Tochter des Grafen Roger
I.
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Literatur:
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Bresslau, Harry: Jahrbücher des Deutschen
Reiches unter Konrad II. Band 1 Seite 399-404 - Houben, Hubert:
Roger II. von Sizilien. Herrscher zwischen Orient und Okzident, Primus
Verlag Darmstadt 1997, Seite 23,25,26,28,38,53 -