Sohn des Vogtes
Herigolt (Herolt) von
Niederaltaich; Neffe von Markgraf
Luitpold von Bayern
931 Juni 27
Graf Albrih schließt einen Tauschvertrag mit dem
Erzbischof Odalbert von Salzburg ab.
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Ein Graf Albrih begegnete uns bereits zweimal
bei Handlungen, die in Tirol vollzogen wurden. Durch den Nachsatz
dieser
Tauschurkunde erhalten wir einen höchst wünschenswerten
Aufschluss
über seine Person. Danach könnte es scheinen, als hieße
er sonst noch Herolt und sei der Sohn eines Oheims von Herzog
Arnulf, eines Bruders
Luitpolds also, von dessen Existenz
sonst gar nichts bekannt ist. Auf Grund der Tatsache, dass Albrih
auch den Namen Herolt
führen sollte und in unserer Urkunde
das Prädikat venerabilis
erhielt, setzte man ihn schon früh mit
Herolt,
dem späteren Erzbischof von
Salzburg gleich. Dieser Annahme schlossen
sich auch Erben, Lüttich und Pirchegger an. Doch lässt dieser
höchst eigenartige Nachsatz auch noch eine andere Deutung zu, die
meines Wissens zuerst Breßlau vorschlug und die mir mehr
Wahrscheinlichkeit
zu haben scheint. Nach ihm ist ein Doppelname Herolt-Albrih
ganz
ungebräuchlich. Vielmehr sei Herolt nuncupatus auf
den
patruelis Herzog Arnulfs zu beziehen,
und das grammatisch richtige
nuncupatus sei nur eine ungenaue Ausdrucksweise.
Nimmt man diese Deutung an, so kann Herolt
natürlich nicht mehr mit
dem späteren Erzbischof von Salzburg gleichgesetzt werden, doch
ist
dadurch wenigstens der Name in der Familie der LUITPOLDINGER
bezeugt.
Eine andere Frage ist die des Beiwortes venerabilis, das Alberih hier
erhielt, und das auch Hauthaler veranlasste, in ihm einen Kleriker zu
sehen.
Doch bewies Erben an einem Beispiel aus dem Codex Odalberti, dass es
hier
auch für weltliche Personen gebraucht wurde. Breßlau
führte
auch die zum 9. April 930 behandelte Urkunde HEINRICHS
I. an, in der Herzog Arnulf dieses
Beiwort erhielt und schließlich erhielt auch Luitpold
einmal
dieses Prädikat. So wäre dies der dritte Fall, in dem ein
Angehöriger
der Familie der LUITPOLDINGER
venerabilis genannt wurde.
Auf Grund
des Reichenauer Verbrüderungsbuches wollte Mitis erkennen, dass
eine
Hemma das Band zwischen Herolt und Albrih herstellte. - Dieser Graf Albrih
erscheint in der uns vorliegenden Tauschurkunde in der Ober-Steiermark
begütert.
Er übergab dem Erzbischof eine Hufe bei Gamanaron mit dem
Eisengebläse
Aruzi, nach Hauthaler der Erzberg südöstlich von St. Leonhard
im Lavanttal. Dass seine Verwandten dieses vertauschte Gut später
wieder zurücknahmen oder zurückerhielten, suchte Kleibel
daraus
zu beweisen, dass dieser ganze Lavanttaler Besitz, der durch Kaiser
HEINRICH II., den Enkel der bayerischen Herzogin Judith,
an Bamberg gelangt war, in einer Salzburger Fälschung des Jahres
977
ausdrücklich wieder genannt wurde. Als Gegengabe erhielt Graf
Albrih
vom
Erzbischof eine Salzkochstelle bei Admont, die er bisher zu Lehen
hatte,
zu freien Eigen.
oo N.N.
†
Kinder:
Herolt Erzbischof von Salzburg (939-958)
um 905/10 †
984
Literatur:
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Mitterauer Michael: Karolingische Markgrafen
im
Südosten. Archiv für österreichische Geschichte Band
123.
Hermann Böhlaus Nachf./ Graz-Wien-Köln 1963 - Mitterauer
Michael: Slawischer und bayrischer
Adel
am Ausgang der Karolingerzeit. - Reindel,
Kurt: Die bayerischen Luitpoldinger
von
893-989, in: Quellen und Erörterungen zur bayerischen und
deutschen
Geschichte, NF 11, 1953 - Schwennicke
Detlev: Europäische
Stammtafeln
Neue Folge Band I. 1, Vittorio Klostermann GmbH Frankfurt am Main
1998 Tafel 83
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