Sohn des Grafen Richwin von Verdun aus seiner 2.
Ehe mit einer Sächsin (eventuell einer Tochter Herzog Ottos des Erlauchten
von Sachsen)
Glocker Winfrid: Seite 267
**************
"Die Verwandten der Ottonen und ihre Bedeutung in der
Politik."
III. 6. NNw bez. 932
----------------
oo Wido (Thüringer)
Illegitime Tochter des Herzogs Otto der Erlauchte
Die außereheliche Tochter Herzog Ottos des Erlauchten
war mit einem Thüringer namens Wido
vermählt; sie ist
im Bericht Widukinds I c. 38, S. 56, über die Ungarnkämpfe 932
bezeugt.
Eckhardt, Funde (2. Auflage) S. 60 ff. macht Richwin,
Gemahl der Kunigunde, die wir als Mutter des Grafen Siegfried von Luxemburg
und somit als Großmutter der Kaiserin Kunigunde
kennen, zu einem unehelichen Sohn Herzog Ottos des Erlauchten,
um
auf diese Weise eine rätselhafte Angabe im Indiculus loricatorum (MGH
Const. I, Nr. 463) zu erklären. Wir lesen dort: "Domnus Sicco,
imperatorius
frater, ducat XX." Dieser Sicco konnte bisher nicht überzeugend
identifiziert werden. In der älteren Forschung dachte man bei Sicco
an einen unehelichen Sohn OTTOS I.,
so Philipp Jaffe (in: MGH Const. I, S. 633, Anm. 4). Mathilde Uhlirz hielt
dagegen Graf Siegfried von Luxemburg als einen besonderen Vertrauten und
wohl auch Verwandten Kaiser OTTOS II. für
den "imperatorius frater".
Eckhardt hingegen brachte zwei Argumente vor, mit denen
er seine Thesen zur Filiation Richwins, des Gemahls Kunigundes,
zu stützen suchte. Richwin hatte einen Sohn Otto, der
940 Herzog in Lothringen wurde. Es tritt also der Leitname "Otto"
auf, den Eckhardt als Hinweis auf die OTTONEN
wertet, und zudem, so Eckhardt weiter, müsse dieser Otto,
Sohn Richwins, schon allein deshalb ein Verwandter OTTOS
I. sein, weil dieser in der Anfangszeit seiner Regierung nur
Verwandte mit dem Herzogsamt betraut habe. Gegen diese These ist nicht
nur zu entgegnen, dass aus dem Vorkommen eines Leitnamens allein nicht
auf Verwandtschaft geschlossen werden darf; zudem kann dieser Name zur
Zeit der Geburt von Richwins
Sohn (vor 925) noch nicht in dem Maße
Leitname im sächsischen Königshaus gewesen sein, wie es dem modernen
Betrachter scheint. Zu der These, König OTTO
I. habe bereits in den Anfangsjahren seiner Regierungszeit die
politische Absicht verfolgt, die eigene Herrschaft mit der Einsetzung von
Verwandten besser abzusichern, vgl. im 1. Teil S. 69 f., wo gezeigt wird,
dass König OTTO I. gerade in den
bei dieser These in Frage stehenden Anfangsjahren seiner Regierung nicht
so sehr auf mögliche Verwandtschaft geachtet hat, wenn es um die Neubesetzung
des Amtes eines Markgrafen, Herzogs usw. ging. Und wie sollte auch der
"Sachse" Richwin nach Ober-Lothringen gekommen sein? Die Zuweisung
des zweiten Gemahls der Kunigunde zu den Söhnen
Ottos des Erlauchten
durch
Eckhardt muß zurückgewiesen werden.
Mohr Walter: Band I Seite 21-22
************
"Geschichte des Herzogtums Lothringen"
Allerdings fügte sich schon bald zu HEINRICHS
I. Anhängern Graf Otto von Verdun, dem König
Rudolf von Burgund insofern verhaßt sein mußte,
als dessen Bruder Boso den Vater Ottos ermordet hatte.
Daneben stand eine Fehde zwischen dem Grafen Boso, dem
Bruder des westfränkischen Königs, und dem Grafen Otto von
Verdun. Im Jahre 925 leisteten Giselbert und Graf Otto von Verdun
dem
westfränkischen
König Rudolf Huldigung.
Kienast Walter: Seite 324
*************
"Der Herzogstitel in Deutschland und Frankreich (9. bis
12. Jahrhundert)."
Otto, Sohn Richwins (941-944) wird nur einmal als dux genannt [87 942 Nov. 17, D O I. 52 Or.: O.is ducis.].
Hlawitschka, Eduard: Seite 71
*****************
"Die Anfänge des Hauses Habsburg-Lothringen. Genealogische
Studien zur Geschichte Lothringens und des Reiches im 9.,10. und 11. Jahrhundert"
Ist doch durch die Vita Johanns von Gorze bekannt, daß
Bernoin ein Bruder des Grafen Adalbert von Metz war [1 MG SS IV
Seite 347 c. 38: (Adalbert), qui magnitudine, potentia ac ferocitate
cum sui tum fratris Bernuni Virdunensis episcopi, acerrimae pariter
mentis viri ... - Adalbert ist nicht ausdrücklich als comes Mettensis
bezeugt, doch kennen wir eine ähnliche Bezeugung für seinen Vater.
Außerdem lassen sich Adalberts Beziehungen zu Metz nachweisen. Am
15. März 942 unterzeichnete Adelbertus comes zum Beispiel die Urkunde
des Bischofs Adalbero von metz über die Errichtung neuen religiösen
leebns in Sankt Arnulf in Metz an erster Stelle nach Herzog Otto.;
Gallia Christiana XIII, Instr. Seite 386 nr. 18, und A. Calmer, Histoire
de Lorraine 1. Aufl. I Pr. Seite 349f., 2. Aufl. II Pr. Seite 188 ff.].
oo N.N.
-
Kinder:
Irmgard
-
oo Robert I. Graf von Namur
- vor 981
Literatur:
-----------
Adalbert: Fortsetzung des Regino a 940 - Annalista
Saxo: Reichschronik a. 942 - Barth Rüdiger
E.: Der Herzog in Lothringen im 10. Jahrhundert, Jan Thorbecke Verlag
Sigmaringen 1990, Seite 39,40, 72,77,79,83-104,105,106,111,118,120,123,126,129,133,137,139,140,145-147,158-160,164,167-173,
177,186,191 - Glocker Winfrid: Die Verwandten der Ottonen und ihre
Bedeutung in der Politik. Böhlau Verlag Köln Wien 1989 Seite
102, 267 - Hlawitschka, Eduard: Die Anfänge des Hauses Habsburg-Lothringen.
Genealogische Studien zur Geschichte Lothringens und des Reiches im 9.,10.
und 11. Jahrhundert, Saarbrücken 1969, Seite 71, 126-128 - Holtzmann
Robert: Geschichte der sächsischen Kaiserzeit. Deutscher Taschenbuch
Verlag München 1971 Seite 77,124, 126 - Kienast Walter: Der
Herzogstitel in Deutschland und Frankreich (9. bis 12. Jahrhundert). R.
Oldenbourg Verlag München - Wien 1968 Seite 324 - Köpke,
Rudolf/Dümmler Ernst: Kaiser Otto der Große, Wissenschaftliche
Buchgesellschaft Darmstadt 1962 Seite 86,107,126,127,129,131 - Mohr
Walter: Geschichte des Herzogtums Lothringen. Verlag "Die Mitte" Saarbrücken
1974 Band I Seite 21-22,32 - Schwager, Helmut:
Graf Heribert II. von Soissons. Verlag Michael Lassleben Kallmünz/Opf.
1994 Seite 6,66,186, 206/07,221,226/34,273,291,320,323,329,331-335 - Waitz,
Georg: Jahrbücher des Deutschen Reiches unter König Heinrich
I., Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 1963 Seite 64,73,78,79
- Widukind von Corvey: Die Sachsengeschichte. Philipp Reclam jun.
GmbH & Co., Stutggart 1981 Seite 101,141,147 - Wies Ernst W.:
Otto der Große. Kämpfer und Beter. Bechtle Verlag Esslingen
1989 Seite 117 -